Sichtbarkeit, Transparenz und was die Qualle damit zu tun hat

Transparenz #sichtbar

Die Qualle schwebt im Aquarium: Das Licht macht sie sichtbar für uns, durchleuchtet sie und wir können sogar sehen, was in ihrem Körper vorgeht. Diese nicht ganz freiwillige Transparenz der Qualle erleben derzeit viele Menschen, die sich das Ziel einer hohen Sichtbarkeit gesetzt haben. Über die Vorteile und Nachteile von Sichtbarkeit und wie Sie Ihren Weg finden können. Dies ist ein Beitrag zur Blogparade der Digital Media Women (DMW) rund um das Thema „#sichtbar – wie bringst du dein Licht zum Strahlen?!„.

Die Zeiten, in denen sich nur Selbständige mit einem Personal Brand positionieren und Selbstmarketing im Netz betreiben müssen, sind schon längst vorbei. Auch Führungskräfte und Intrapreneure bemühen sich heute um Sichtbarkeit und um die Aufmerksamkeit der Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten, die für ihre Karriere wichtig sind und von Multiplikatoren in den unterschiedlichsten Kanälen.

Sichtbarkeit zu erlangen bedeutet, sich kontinuierlich zu zeigen mit interessanten Nachrichten, relevanten, kuratierten Inhalten, Ideen, Projekten, Erfolgen – unverwechselbar und sympathisch. Und natürlich mit dem individuellen, emotional nachvollziehbaren Kundennutzen oder den Qualifikationen, die für die nächsten Karriereschritte notwendig sind.

Wenn sie sich zeigen, rufen sich Manager, CEOs und Entrepreneure regelmäßig bei denen ins Gedächtnis, die mit ihnen Business machen oder sie empfehlen können. Und das tut er oder sie heute nicht mehr nur analog in den selbstgeknüpften Netzwerken, sondern auch digital z.B. in einem Blog, in Social Media, durch einen eMail-Newsletter oder in den Business-Plattformen XING oder LinkedIn.

Transparenz schafft Vertrauen

Wer kommuniziert gibt Informationen über seine Person preis, er schafft Transparenz über seine Aktivitäten, Motivationen, Gefühle und Werte. Auf diese Weise schafft Transparenz die Grundlage für den Erfolg der Sichtbarkeit:

  • Transparenz macht Menschen einschätzbar, berechenbar
  • Transparenz ermöglicht das emotionale Andocken an die Person
  • Transparenz baut Nähe auf
  • Transparenz lässt Vertrauen wachsen
  • Transparenz lässt erahnen, ob Werte übereinstimmen
  • Transparenz ermöglicht die Einschätzung, ob eine Person für jemanden nützlich ist
  • Transparenz ermöglicht ein Image: Man hat sich ein Bild von der Person im Netz gemacht, das sich aus den Inhalten, Meinungen, Fotos, Texten und Videos über eine gewisse Zeitspanne aufgebaut hat.
  • Transparenz beleuchtet das Umfeld: Man sieht, mit wem die Person in Kontakt steht, wer sie empfiehlt und wie andere Menschen über die Person sprechen.
  • Transparenz senkt die Hemmschwelle, eine Person anzusprechen, weil man die Person ja schon digital kennengelernt hat.
  • Transparenz und Sichtbarkeit steigern den Bekanntheitsgrad, man kann mehr Menschen mit seinen Inhalten erreichen.

Geht das auch wieder weg?

Doch wer sich transparent macht, wird gleichzeitig durchsichtig, angreifbar und verwundbar. Viele Menschen, die das Rampenlicht und eine hohe Bekanntheit für ihr Business oder ihre Karriere brauchen, stecken im Sichtbarkeitsdilemma fest: „Soll ich bloggen? Mich in Social Media zeigen? Ich möchte aber meine Privatsphäre bewahren!“

Spürbar ist die Angst bei Führungskräften, CEO’s oder Selbständigen, wenn ich sie bei der Gestaltung ihres Images und ihres digitalen Fußabdrucks berate. Vielen fällt es schwer, die Trennlinie zu ziehen zwischen einem authentischen Auftritt und der Geborgenheit des Privatlebens.

Das Unbehagen ist berechtigt, denn für die Informationen, die wir über uns ins Licht zerren, interessieren sich nicht nur Unternehmen und Datenhändler, die uns mit Hilfe von „Big Data“-Strategien als neue Kunden gewinnen wollen. Da kommen nach und nach immer mehr ungewollte Mitleser dazu:

  • Digitale Heiratsschwindler – sog. Romance Scammer – und andere Menschen mit miesem Karma, die labile Kandidaten für ihre Abzockstrategien aufspüren.
  • Vermieter, die sich über laute Party- und musikalische Angewohnheiten erkundigen, bevor sie einen Mietvertrag anbieten.
  • Banken sehen nach, ob ein Kredit eine wirklich gute Idee ist.
  • Headhunter, die nach neuen Kandidaten suchen.
  • Die Versicherung, die herausfinden will, ob der neue Kunde schlechte oder risikoreiche gesundheitliche Angewohnheiten hat.

Transparenz braucht ein Konzept

Um die eigene Sichtbarkeit clever zu gestalten, braucht man sowohl das nötige Wissen – die sog. Datenkompetenz – als auch ein Konzept dafür, was man von sich – auf nützliche und gewinnbringende Art und Weise – auf Dauer im Rahmen seiner Public Relations- oder Contentstrategie zeigen möchte.

Mein Tipp: Erstellen Sie sich ein Konzept für Ihren Auftritt:

  • Was soll über Sie in Erinnerung bleiben?
  • Was soll in Ihrer Privatsphäre bleiben?
  • Was soll die Welt über Sie erfahren?

Und das halten Sie durch, egal, wie süß die Tochter oder wie schön der orangefarbene Aperitif in der Abendsonne aussieht.

Zeigen Sie sich persönlich, aber nicht privat!

Privat sind Kinder- und Urlaubsfotos oder Bilder von Partys sowie in familiären Situationen, Namen von Kindern, Verwandten oder Freunden. Zu privaten Inhalten zählen z.B. auch Informationen zu Gesundheit, religiösen und politischen Überzeugungen, Ihr Familienleben oder Ihr Ehe- und Sexualleben.

Persönlich sind die Aspekte, die auf Ihre Arbeit bezogen sind – Gefühle, Haltungen und Handlungen im Job, in Ihrem Beruf! Dass die Ereignisse, die Sie in Ihrem Job täglich erleben, vertraulich bleiben, versteht sich von selbst. In vielen Unternehmen gibt es Social Media Guidelines, die den Rahmen der Inhalte, die man z.B. in einem privaten Blog oder auf Social Media Accounts zeigen kann, abstecken.

Persönlich ist …? Dieser Satz hilft, wenn Sie Ihre Trennlinie ziehen: Persönlich ist das, was man einem Fremden in der Bar bei einem Bier erzählen würde! Privat bleibt, was sie in dieser Situation nie teilen würden.

Jedoch: Wer nur Belangloses und Unverfängliches postet, von dem entsteht kein adäquates Bild des Business-Ichs und die Follower können emotional nicht andocken. Konzipieren Sie einen Personal Brand, ein öffentliches Set von Eigenschaften, Nutzen, Herzensangelegenheiten und Themen, für das Sie stehen.

Authentisch klappt’s am besten, für die Wiedererkennbarkeit, für den Aufbau von Vertrauen und dass man willkommen ist bei den Followern, Fans und Freunden. Auch wenn mal ein Witz daneben geht, ein Foto unscharf ist oder im Text drei Tippfehler stehen, weil man die Brille nicht mehr findet.

Eine Sichtbarkeit mit Vertrauen-schaffender Transparenz muss nicht „Durchsichtigkeit“ bedeuten. Auf die richtige Dosis kommt’s an und dass Sie mit sich selbst im Reinen sind. Probieren Sie’s aus und erlauben Sie sich, Fehler zu machen.

Anonymität im Netz als Privileg?

Immer mehr Menschen, mit denen ich mich über dieses Thema austausche, empfinden eine Anonymität im Netz als Privileg. Wer unsichtbar bleiben will, sollte sich überlegen, welche analogen Strategien ihm zum Erfolg verhelfen: Netzwerktreffen, Vorträge, PR, Events, ein gedruckter Newsletter?

Wer aber Geschäfte mit einer großen Zielgruppe machen will oder sich eine Karriere aufbauen möchte, wird um die digitale Sichtbarkeit in vielen Fällen nicht herumkommen. Wird sie aktiv gestaltet und nicht dem Zufall überlassen, kann viel Gutes entstehen: Mehr Bekanntheit, die Nähe zum Kunden, die Verbindung zu Multiplikatoren sowie das Entstehen von Öffentlichkeits-wirksamen Public Relations-Gelegenheiten.

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Meine Top-20 Artikel für Ihre Sichtbarkeit:

1.     10 Strategien gegen das Nurimkopfbloggen
2.     In acht Schritten vom inaktiven Blog zum erfolgreichen PR- und Verkaufsinstrument
3.     Share the love – 10 Tipps für parkettsichere Selbst-PR in Social Media
4.     Warum Blogs jeden Cent wert sind
5.     Die eigene Suppe, der tiefe Quark und German Angst: 7 Tipps gegen die Angst vor der Selbst-PR
6.     Wie Bloggen Türen öffnet: 6 Gründe, um gleich damit zu beginnen
7.     Die magische Formel für den ROI: Wann lohnt sich PR?
8.     Wie man Leser für einen Blog findet
9.     Share the love 2: Warum Sie Ihren Kunden Liebesbriefe und keine Email-Newsletter schicken sollten
10.  Dem Zufall eine Chance geben: Warum Sie JETZT bloggen sollten
11.  Selbst-PR mit der Füllhorn-Strategie
12.  Experte, Spürhund oder Netzwerker – 3 Content-Strategien für wirksames Bloggen
13.  Privatsphäre vs. Selbst-PR – wie Sie die Balance im Sichtbarkeitsdilemma finden
14.  Wie man die Kunden aufs Silbertablett kriegt
15.  Wie Sie den richtigen Ghostblogger oder Social Media Ghostwriter finden
16.  Mit dem Blog verkaufen – und was der Kollege Blog dafür braucht
17.  Die Contentstrategie: So wird sie zum Huhn, das goldene Eier legt
18.  Website vs. Blog: Profil und Profit für Menschen mit guten Ideen
19.  Blog als Point of Sale?
20.  Share the love 3: Wie man mit Vertrauen Kunden gewinnt

 

4 Kommentare zu “Sichtbarkeit, Transparenz und was die Qualle damit zu tun hat

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