Share the love – 10 Tipps für parkettsichere Selbst-PR in Social Media

Share The Love

Wie bewegt man sich auf den sozialen Business-Plattformen – ohne als Schwätzer belächelt zu werden? Diese Frage schenkte mir ein Mensch, der seit vielen Jahren in Konzernen arbeitet. Ist die Selbst-PR seit jeher Pflicht für Unternehmerinnen und Unternehmer, so galt sie bei angestellten Führungskräften lange Zeit nur als Kür. Seit Blogs aber zu „Referenzmappen“ im Netz auch für die Corporate Workforce werden und Headhunter intensiv in Social Media Auftritten recherchieren, ist ein durchdachter Auftritt wichtiger denn je.

Diese Zeit ist „nix“ für Inseldenker. Nicht drin sein, im Netz, ist keine Lösung. Wer nicht drin ist, zeigt weder Medienkompetenz noch Initiative. Wer draußen bleibt, zeigt sich weder dialogbereit noch zukunftsorientiert. Wer sich verweigert, hat vielleicht etwas zu verbergen, ist ängstlich oder unsicher?

Ja, es braucht Mut, sich online zu zeigen. Und es braucht Brainpower, um seine Selbst-PR wirkungsvoll und authentisch zu gestalten. Denn nie war es wichtiger denn je – sowohl für Selbständige als auch für Angestellte – diese Disziplin zu beherrschen: Die sozialen Medien und Plattformen machen uns sichtbarer und vergleichbarer denn je, wir werden immer länger im Arbeitsleben sein – vielleicht für den Rest unseres Lebens – und selbst die CEO-, CMO- oder CIO-Titel auf der Visitenkarte bieten keine garantierte Zukunftsperspektive mehr, denn die nächste Umstrukturierung, Reorganisation oder der nächste Merger kommen bestimmt. Deshalb gilt es, vorzubeugen und langfristig ein Netz und einen doppelten Boden für die Karriere zu installieren.

Da hilft nur der Triathlon der modernen Manager: Das eigene Netzwerk aufbauen, einen Personal Brand – oder Personenmarke genannt – etablieren und bekannt werden! Gerade beobachte ich, wie immer mehr Menschen und Unternehmen in die Marke investieren – die „Arbeitslosenversicherung“ im Internet-Zeitalter.

Mein Haus, mein Auto, meine Reputation
Egal, welche Karriere man anstrebt, die Währung Vertrauen gilt überall: Wer kennt diesen Menschen, wer vertraut ihm, wie viele vertrauen ihm? Man investiert in seine „Social Currency“: Vertrauen, Reichweite und Bekanntheit im Social Web.

In der Selbst-PR müssen sich also alle, die langfristig ihre Karriere vorantreiben wollen, diese Fragen beantworten:
Als wer wollen Sie wie in Erinnerung bleiben?
Wie wollen Sie als „Marke“ wirken?
Wer seine Marke und seine einzigartige Perspektive kennt, die er der Welt anbieten kann, wird sich leicht tun, bei der Entscheidung, über welche Herzensthemen, Werte, beruflichen Kompetenzen und Erfolge, Hobbies und Interessen er öffentlich sprechen will.

Schwätzer sind out, Influencer sind in
Kommen wir zurück auf das Wort “Schwätzer“ aus der Eingangsfrage, damit wir wissen, wie man eben nicht rüberkommen will:
“ Bedeutungen:
[1] jemand, der zu jedem Thema meist ungefragt ausschweifende Kommentare abgibt, die im eigentlichen Sinne keiner der Anwesenden hören möchte
[2] jemand, der von seinem Vorhaben zwar redet, beziehungsweise Zusagen macht, diese aber nicht in die Tat umsetzt
Sinnverwandte Wörter:
[1] Aufschneider, Großsprecher, Langweiler, Prahler
[2] Heuchler“

Aha. Das wollen wir wirklich nicht!

Seit vielen Jahren beobachte ich Menschen, die ihren Personal Brand und ihre Social Currency klug aufbauen und die eben genau keine Schwätzer oder Marktschreier sind. Bei ihnen finde ich nützliches Wissen, fühle mich wohl dosiert unterhalten und ehrlich informiert, ich spüre den positiven, motivierenden Spirit der Vernetzung – und das alles in einem ganz persönlichen, wertschätzenden Stil. Das sind für mich die Influencer: „Influencer (von engl. to influence: beeinflussen) ist ein um 2007 entstandener Begriff für eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in den sozialen Netzen des Internets für das Marketing interessant wird.“

Sehen wir uns die Strategien der Influencer an, die Freunde, Fans und Follower oder Kunden, Chefs und Headhunter auf lange Sicht begeistern:

Tipp 1: Die Zukunftsfrage beantworten
Schwätzer sind immer im Hier und Jetzt – bei diesem Katzenbildchen und beim letzten Cocktailabend-Selfie.

Influencer denken voraus: MIT-Professor Otto Scharmer regt uns dazu an, von der Zukunft her zu führen. Also: Potenziale und Zukunftschancen zu erkennen und im Hinblick auf aktuelle Aufgaben zu erschließen. Seine Perspektive: Man soll von dem Punkt her denken, an dem man am Ende seines (Berufs-)Lebens stehen möchte. Seine Kernfrage: „Welchen Ratschlag soll Ihr zukünftiges Ich Ihrem heutigen Ich geben?“

Sie wollen Experte, Multiplikator, Opinion Leader oder Influencer sein und finden? Ihre Ziele und Kompetenzen zeigen Ihnen Ihre Themen, Plattformen und Ihr Publikum!

Tipp 2: In der Kürze liegt die Würze
Schwätzer im Selbstdarstellungs-Wahn posten nonstop belanglose, ausführliche Statusmeldungen.

Influencer dosieren, posten ein bis fünf mal am Tag vielleicht – je nach Plattform: Qualität geht vor Quantität. Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. wenn man auf einem Event oder einem Barcamp ist, dann gibt’s natürlich live mehr zu berichten.

Tipp 3: Bier bleibt Bier und Schnaps bleibt Schnaps
Schwätzern ist nichts peinlich und sie gehen auch gerne mal ins private Detail, was niemanden so wirklich interessiert.

Influencer trennen Berufliches und Privates konsequent. Deutlich. Kinder und Familienleben bleiben privat, dieser weise Artikel gibt interessante Einblicke für die Gestaltung der Privatsphäre im familiären Umfeld.

Influencer kennen die Smalltalk-No Go’s. Denn die gelten auch für Social Media: Stepstone hat die Smalltalk-Regeln so  zusammengefasst: „Vermeiden Sie politische oder sehr private Themen wie zum Beispiel Krankheiten, Ehe oder das Verhältnis zu den Kindern – damit könnten Sie die Gefühle Ihres Gegenübers verletzen. Sprechen Sie von sich aus auch nicht über Religion, Gehalt oder Ihre persönliche Meinung über den arbeitsscheuen Kollegen aus der Buchhaltung.“

Tipp 4: Bleiben Sie parkettsicher!
Schwätzer zeigen sich in unscharfen Fotos, mal mit Taucherbrille oder Faschingsmaske.

Influencer versehen alle ihre Profile in Xing, LinkedIn, Facebook, Twitter, YouTube usw. mit einem hervorragenden, aktuellen Portraitfoto. Sie achten natürlich auf ihre Kleidung, die ihren Personal Brand optimal reflektiert. Alle Profile haben aktuelle, aussagefähige Informationen, Empfehlungen und Referenzen. Natürlich ohne Rechtschreibfehler und mit einem korrekten Impressum.

Wenn sie angestellt sind, halten sie selbstverständlich die Social Media-Richtlinien ihres Unternehmens ein und bringen sich auch in den internen Plattformen des Unternehmens oder im Blog ihrer Company ein. Die Chefs wissen über eigene Social Media Plattformen Bescheid und unterstützen bei Selbst-PR-Aktivitäten.

Tipp 5: Relevant ist interessant
Schwätzer posten alles durcheinander: Katzenbilder, Essen, Selfies, Sonnenuntergänge. Gähn.

Influencer machen sich über Nachrichtenwerte und die Informationsbedürfnisse ihres Publikums Gedanken. Sie haben ihren individuellen Filter entwickelt, mit dem sie konsequent arbeiten: Was interessiert die Menschen in meinem Umfeld? Welche Inhalte poste ich auf welcher Plattform? Welche meiner Geschichten erzähle ich wie? Welche Inhalte, Facts, News aus meinem Kompetenzbereich sind nützlich, was wird gerne geteilt?

Tipp 6: Ehrlich währt am längsten
Schwätzer geben an, prahlen und vergessen schon einmal, sich bei anderen zu bedanken, wenn sie ihre eigenen Erfolge darstellen.

Influencer bleiben bei der Sache, feiern und genießen ihre Erfolge, machen sie aber nicht größer, als sie sind und erwähnen immer dankbar ihr Team. Influencer schreiben Blogartikel nicht ab, sondern zitieren sauber und nennen die Quelle bzw. den Urheber der von ihnen bemühten Inhalte. Influencer klären Bild- und Nutzungsrechte immer sauber ab und posten 80% Nützliches und maximal 20% Eigenwerbung.

Tipp 7: An guten Vorbildern orientieren
Schwätzer sind sich selbst das beste Vorbild.

Influencer lernen von erfolgreichen Persönlichkeiten und machen ihr eigenes Ding draus. Sie folgen gezielt Key Playern der eigenen Branche, aber auch aus branchenfremden Bereichen, kommentieren, loben, teilen, danken, bleiben stets in einer konstruktiven Haltung.

Tipp 8: Unterhalten, informieren, netzwerken
Schwätzer haben 268.235.497 Freunde, Fans und Follower. Auf Veranstaltungen, Messen, Kongressen, Events trifft man sie selten, und wenn, dann sind sie eh nur mit ihrem Handy verbunden. Schwätzer sind wie Destructivus aus den Asterix-Comics: Negativ, destruktiv, anstrengend, mit grün hinterlegten Sprechblasen, manchmal richtig energieraubende Querulanten.

Influencer haben Humor und denken in positiven, konstruktiven Zusammenhängen: Wenn etwas nicht gut ist: Wie kann es besser laufen? Sie liefern Facts, Expertenmeinungen, sie stellen und beantworten Fragen. Sie diskutieren und sind Teil des Gesprächs.

Influencer sind nur mit Menschen verbunden, die sie auch wirklich kennen. Sie pflegen ihre persönlichen Kontakte und Treffen genauso intensiv wie ihre Online-Bekanntschaften. Sie wissen, dass ein virtueller Freundeskreis alleine nicht ausreicht, um tragfähige Bindungen zu etablieren. Influencer haben ihren Schwerpunkt IRL – In Real Life, im echten Leben: Sie halten und besuchen Vorträge, knüpfen PR-Verbindungen zu Medien und netzwerken intensiv.

Tipp 9: Share the love
Schwätzer sind sich immer selbst der oder die Nächste.

Influencer halten das Gleichgewicht aus Geben und Nehmen, Empfehlen und Empfohlenwerden, Teilen und Geteiltwerden. Win-win ist ihr Erfolgsprinzip: Sie lassen ihre Fans und Follower an eigenen Kreativ- und Lernprozessen teilhaben, stellen ihr Forum auch anderen zur Verfügung, mit denen sie zusammenarbeiten und die sie toll finden.

Tipp 10: Ein Plan optimiert Ressourcen
Schwätzer posten alles, was gerade so daherkommt.

Influencer haben einen Plan, einen Filter für ihre Informationen und feste wöchentliche Routinen. Sie haben definiert, wieviel Zeit sie ihrer Selbst-PR widmen und konzentrieren sich auf die Plattformen, in denen sich ihre Kunden tummeln und ihr Zielpublikum zu finden ist.
Influencer bloggen, sie zeigen sich mit ihren Kompetenzen und machen sich SEO-freundlich auffindbar. Sie bloggen über das, was in ihrer Branche vor oder hinter den Kulissen passiert, schreiben Bewertungen für Bücher in ihrer Nische und interviewen Experten und interessante Menschen aus ihrem Umfeld.

Die Füllhorn-Strategie bringt Erfolg
Erfolgreiche Selbst-PR hat immer mit dem Mindset des Kommunizierenden zu tun: Wer kontinuierlich aus einer Haltung der Großzügigkeit, Ehrlichkeit, Dankbarkeit und Verbindlichkeit heraus handelt, wird das Vertrauen von interessanten Menschen, Multiplikatoren und Unterstützern finden. Wer erkennt, dass es nur im fairen Zusammenspiel mit anderen geht, wird die Unterstützung finden, die er braucht. Wer den Mut hat, sich zu zeigen, wird vertrauensvolle Beziehungen aufbauen und Karrieresprünge leichter managen können.

Wer sind Ihre Selbst-PR-Helden und was können wir von ihnen lernen?
Wenn Sie Ihren individuellen Informationsfilter entwickeln, ihren Personal Brand pushen und ihre Selbst-PR zukunftsintelligent vorantreiben wollen, dann holen Sie sich Unterstützung: Werden Sie Mastermind Blogger 2017! Am 1.3.2017 startet das 12monatige Programm, mit dem Sie ihren inneren Selbst-PR-Schweinehund in die Hundeschule stecken und im Austausch mit Gleichgesinnten mit viel Freude an ihrer Sichtbarkeit arbeiten.

Sie wollen mehr wissen und sich gleich einen Platz in diesem Erfolgsnetzwerk sichern? Dann senden Sie mir Ihre Nachricht:

2 Kommentare zu “Share the love – 10 Tipps für parkettsichere Selbst-PR in Social Media

  1. Liebe Daniela,
    wow und Danke, ich bin beeindruckt über Deine prompte und sehr professionelle Reaktion. Eine ganz tolle Idee den Vergleich mit Schwätzer und Influenzier zu bringen.

    Mich beschäftigt, dass sich die Kommunikation auch in großen Firmen ändern muss. Hier will ICH Influenzer sein, Deine Ratschläge beherzigen und die Welt um mich rum ein kleines bisschen verändern. Wir haben unternehmensinterne Social Media Plattformen, doch keiner ist drin. Man läßt dem Mitarbeiter seine alten Arbeitsmittel, hier fühlt er sich wohl. Doch können wir damit mit dem Tempo von Google und Konsorten mithalten? Unser Wissen und unsere Meinungen teilen wir noch viel zu wenig. Lass mich von Dir, Euch lernen und ein Influenzer werden, der Wissen bunkern zum gestern macht und Wissen teilen zum neuen Denken.

    Liebe Grüße
    Ilona

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    • Liebe Ilona!
      Danke für Deine Gedanken! Ich teile Deine Meinung, dass wir eine neue Wissenskultur brauchen und bin froh, Dich als Mitstreiterin und als Influencer gewonnen zu haben!
      Auf eine lehrreiche gemeinsame Zeit mit Dir freut sich sehr
      Daniela

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