Personal Branding, Social Scoring und warum Sie einen Plan brauchen

Wiedererkennbar und bekannt sein – das ist für viele Menschen wichtig, nicht nur um das Business oder die Karriere in Schwung zu bringen, sondern vor allem, um es am Laufen zu halten. Aller Sichtbarkeit Anfang ist das Personal Branding. In diesem Artikel für die Blogparade #personalbrandmix von PR-Doktor Kerstin Hoffmann zum Thema Personenmarke lesen Sie: Warum Personal Branding so wichtig ist, was Social Scoring damit zu tun haben könnte und wie mein Kommunikationsmix aussieht.

„Früher waren Herrscher darauf angewiesen, dass Maler und Fotografen sie günstig in Szene setzen. Heute sind sie mit Smartphones und Accounts ihre eigenen Bildproduzenten und können ihre Rolle selbst bestimmen,“ so beginnt der Artikel von Laura Hertreiter in der Süddeutschen Zeitung, in dem der Münchner Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich die Fotos aus dem Instagram-Account der CSU-Politikerin Dorothee Bär für die SZ analysiert. Wir alle können Frau Bär in Instagram beim Maskieren, Positionieren, Posieren, Konsumieren, Paparazzieren, Spiegeln, Privatisieren, Überraschen oder beim Demonstrieren beobachten. Auf diese Weise können wir uns in Instagram ein Bild von der Politikerin machen:

Gefällt es uns, was wir da sehen? Spricht es uns an? Ist es relevant? Ist es interessant? Wecken ihre Bilder unsere Aufmerksamkeit? Wecken die Bilder unsere Emotionen? Ist es unterhaltsam? Informativ? Finden wir das sympathisch? Vertrauenswürdig?

Die Bilderwelten auf Instagram sind nur ein Kanal von vielen, auf denen wir uns heute einen Eindruck von einem Menschen verschaffen können, den wir vielleicht persönlich noch nicht getroffen haben. Und: Diese Kanäle stehen nicht nur den „Herrschern“ zur Verfügung, sondern sie sind für alle offen, die der Welt einen Blick durch ihre Augen und in ihr Leben ermöglichen wollen. Dadurch entstehen neue Chancen und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns mit dem Thema Personal Branding beschäftigen.

Das Interesse der Menschen magnetisch anziehen

Eine Personenmarke ist nur etwas für Politiker oder Filmstars? Nein, heute arbeiten viele Menschen an ihrem Personal Brand: Die Influencer, die bekannt sind, weil sie Social Media-Kanäle wie Instagram oder YouTube bespielen. Und all die Unternehmerinnen und Unternehmer, Gründer, Coaches, Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler, Führungskräfte sowie die Markenbotschafter der Firmen, die sog. Corporate Influencer, die als Aushängeschild eines Unternehmens über ihre Tätigkeiten berichten.

Weil wir aufgrund der Kanalvielfalt und der vielen Menschen, die darin ihre Texte, Fotos oder Videos teilen, hart um die Aufmerksamkeit der Menschen kämpfen müssen, die wir erreichen wollen, brauchen wir ein Konzept: Personal Branding heißt das. Damit wählen wir gezielt aus, was wir von uns zeigen, welche Botschaften wir absenden und für was wir in Erinnerung bleiben wollen. Das Ziel: Resonanz.

Weil sich die Menschen in dieser Informationsflut nicht alle Themen und Anliegen einer Person merken können, konzentrieren wir uns auf eine Auswahl dessen, was für diejenigen, die uns am Herzen liegen, relevant und interessant ist. Wir schaffen Transparenz für den Teil von uns und unserer Arbeit, für den wir uns den größten Erfolg wünschen. Und wir schaffen mit Hilfe dieses Filters eine Marke: Wir sind jemand, der für etwas steht und den man anhand seines Markenzeichens leicht und schnell wiedererkennt.

Photo Credits: PhotoFunia

Ziel: Aufmerksamkeit und Vertrauen gewinnen

Wichtig beim Personal Branding ist, dass wir kontinuierlich relevante Bestandteile unseres Lebens, unserer Berufstätigkeit und unserer Persönlichkeit so in Bilder, Texte und Bewegtbild übersetzen, dass ein echtes Bild von uns über alle Kanäle hinweg entsteht: Ein authentisches Bild, das unserer Wirkung auf Menschen im echten Leben am nächsten kommt. Denn es nützt nichts, wenn wir versuchen, jemanden darzustellen, der wir weder sein können noch sein wollen. Die Menschen spüren Dissonanzen und ob wir unsere Haltung und unseren Standpunkt glaubwürdig einnehmen – durch das Smartphone oder Tablet oder den Bildschirm des PC hindurch. Deshalb geht es beim Aufbau einer Personenmarke weder darum, eine künstliche Hochglanzkulisse zu erzeugen noch Potemkinsche Dörfer zu errichten. Es geht darum, mit seiner Einzigartigkeit anziehend und sympathisch im Gedächtnis zu bleiben – sowohl online als auch im echten Leben bei persönlichen Begegnungen.

Erst seit ein paar Jahren wird „Personal Branding“ als selbstverständliche Kompetenz von Selbständigen oder Führungskräften verlangt. Doch noch immer weigern sich viele, sich dem gefühlten Zwang zur Selbstinszenierung zu unterwerfen: Keine Zeit. Kein Know-how. Keine Lust. Das funktioniert doch eh nicht. Social Media – das machen nur die Kids. So lauten die Ausflüchte derer, die Angst vor der Selbstdarstellung haben. Im Zeitalter der Digitalisierung jedoch sind mit der Bekanntheit und dem Vertrauen, das wir dadurch gewinnen können, viele Chancen verbunden:

  • Wir können für ein Thema, das uns am Herzen liegt, Aufmerksamkeit gewinnen.
  • Wir können unseren eigenen Marktwert erhöhen: Mehr Follower, mehr Autorität, mehr Einfluss, Social Proof, Bedeutung und Attraktivität.
  • Wir können in einer Zeit, in der sich Berufe beinahe jährlich umgestalten und neu entwickeln, zeigen, welche Probleme wir mit unseren Erfahrungen, Talenten und Kompetenzen in Zukunft lösen können.
  • Wir können Headhunter, neue Arbeitgeber, Aufträge, Projekte oder Kunden gewinnen.

Social Scoring: Punktesammeln für die Privilegien von morgen

Deshalb ist das Thema Personal Branding derzeit in aller Munde: Es wird uns helfen, den digitalen Wandel als Experte, Unternehmer oder angestellte Arbeitskraft zu überstehen und zu nutzen. Doch es gibt auch Schattenseiten, denn viele fürchten sich davor, durch das Teilen von Information zum gläsernen Menschen zu werden. Die jüngsten Vorfälle rund um den Verkauf und das Zusammenführen persönlicher Informationen, die Facebook anvertraut wurden, sind Wasser auf die Mühlen der Social Media-Verweigerer.

Und es geht weiter, z.B. in China, wo 2020 ein verpflichtendes Bewertungssystem für alle Bürger eingeführt werden soll. Chinas Social Scoring System soll ein datengestütztes, soziales Bonitätssystem für viele Lebensbereiche werden, mit dem jeder anhand des Punktekontos einer Person erkennen kann, ob sie diesem Punktesystem nach vertrauenswürdig ist. Folgen eines schlechten Ratings sind z.B. sinkende Karrierechancen bei staatlichen und staatsnahen Organisationen, Reisebeschränkungen oder höhere zu zahlende Steuern.

Doch nicht nur in China, auch hierzulande werden Daten aus den unterschiedlichsten Bereichen ausgewertet. Dass Headhunter Social Media-Profile von Bewerbern recherchieren, ist klar. Doch auch Vermieter schauen bei Bewerbern um die neue Wohnung nach, was ein Mensch so postet. Und die Zukunft wird Vergünstigungen, Vorteile und Belohnungen für die bringen, die einen Einblick in ihr Leben erlauben. So werden z.B. Krankenversicherungen die Träger von Fitnessarmbändern belohnen mit günstigen Tarifen. Und wer immer pünktlich bezahlt, bekommt vom Online-Shop etwas geliefert, während andere dort nicht Kunden werden können.

Die bessere Wohnung, Zugang zu Mobilität: Social Scoring macht‘s möglich

Die Netflix-Serie “Black Mirror” hat im Jahr 2016 mit der Episode „Nosedive“ dem Zukunftsszenario „Social Scoring“ eine eigene Folge gewidmet. Darin lebt die Heldin Lacie in einer Welt, in der mit Hilfe einer App jeder jede Interaktion mit einem Menschen auf einer Skala zwischen einem und fünf Sternen bewerten kann. Alle Bewertungen werden zusammengeführt und ergeben einen Wert, die für alle anderen Menschen durch einen implantierten Sensor im Auge immer ersichtlich ist. Je näher man an die fünf herankommt, desto mehr Privilegien genießt man. Wer nicht mitmacht, steht am Rande der Gesellschaft. Ständig fragt sich Lacie: Wie komme ich in Verbindung mit Menschen, die näher an der fünf sind als ich selbst? Wie kann ich meine Punktzahl erhöhen? Sie nimmt sich sogar einen Profilcoach, um von der 4,2 näher zur fünf zu kommen. Doch als sie zu einer Hochzeit einer Freundin eingeladen wird, die ein höheres Ranking hat als sie selbst, nimmt das Unglück seinen Lauf. Die ganze Geschichte dieser Episode von Black Mirror „Nosedive“ können Sie hier nachlesen.

Sind Sie auch froh, dass das nur ein fiktionales Zukunftsszenario ist? Ständig einem perfekten Onlineauftritt und der Inszenierung eines perfekten Bilderbuchlebens hinterher zu hecheln, das klingt ganz schön anstrengend. Dennoch liefert diese Black Mirror-Folge wertvolle Denkanstöße:

  • Wie entsteht ein Bild von einem Menschen und seinem Leben?
  • Welches Verhalten wird von wem wie bewertet?
  • Welche Unternehmen haben wo ihre Interessen?

Wir müssen einfach davon ausgehen: Das, was technisch möglich ist, wird auch gemacht. Deshalb möchte ich Sie ermutigen, dieses Thema, das langfristig eng mit dem des Personal Brandings verzahnt sein wird, genau zu durchdenken:

  • Was möchten Sie von sich preisgeben, das relevant und interessant ist, z.B. für Kunden, Partner, Headhunter oder mögliche Arbeitgeber?
  • Welche Kanäle möchten Sie dafür nutzen?
  • Wo hinterlassen Sie noch Datenspuren?
  • Was soll bei Ihnen bleiben?
Photo credits: Komposition https://photofunia.com, Portrait Simone Naumann Fotografie

An dieser Blogparade nehme ich teil, um Ihnen Mut zu machen: Sichtbarkeit lohnt sich, der Austausch mit den Menschen in der Szene, in verschiedenen Netzwerken und mit Kunden macht Spaß und kann zu wertvollen Business-Impulsen führen. Eine Marke zu sein, bekannt zu sein und wiedererkannt zu werden, macht vieles einfacher: Über die verschiedenen Kommunikationskanäle hinweg kontinuierlich Vertrauen und Aufmerksamkeit zu gewinnen, führt dazu, leichter als die oder der Richtige für ein Projekt oder eine Aufgabe identifiziert werden zu können und empfohlen zu werden. Durch eine Personenmarke finden die Kunden, die zu Ihnen passen, ganz von alleine zu Ihnen.

Wichtig ist es jedoch, dass Sie sich vorher genau überlegen, wie Sie das anpacken wollen, damit sie keine Energie in die falschen Botschaften oder Kanäle investieren. Wichtig ist, dass Sie einen Auftritt finden, der zu Ihnen passt und mit dem Sie sich wohlfühlen.

Schauen wir uns die einzelnen Fragen aus der Blogparade #personalbrandmix genauer an:

Was ist das Ziel meines Personal Brandings?

Vertrauen und Aufmerksamkeit zu gewinnen bei den Menschen, mit denen ich in Zukunft zusammenarbeiten will.

Die Menschen können mich auf verschiedenen Kanälen kennenlernen. Wir bleiben in Verbindung. Sie können mich als PR-Mentorin, Bloggerin und Vortragsrednerin wahrnehmen und bekommen einen Eindruck von meiner Arbeitsweise, Sichtweise und von den Netzwerken, in denen ich mich bewege.

Ein weiteres Ziel ist es natürlich, mich von anderen PR-Fachleuten abzuheben und unterscheidbar zu machen, um mit meiner besonderen Kompetenz und meinem Selbst-PR-Mentoring-Angebot im Gedächtnis zu bleiben, gebucht und empfohlen zu werden.

Was macht meine Personenmarke aus, was prägt mich, welche Werte sind für mich entscheidend?

  • Mission: Menschen Ausdruck zu verleihen, damit sie sich mit ihren Ideen, Produkten und Kompetenzen sichtbar machen können, um für ihr profitables Business z.B. Kunden, Leser, Auftraggeber, Geschäftspartner oder Mitarbeiter zu finden.
  • Motto: Information säen. Erfolg ernten.
  • Passion: Einer der schönsten Momente in meiner Arbeit ist es, wenn jemand seine „Stimme“ wahrnimmt, sie in Resonanz bringt mit den Menschen, die sie oder er erreichen möchte und damit Erfolg hat.
  • Erfahrung: Ob B2B oder B2C: In den vergangenen 25 Jahren habe ich für mehr als 120 internationale sowie nationale Unternehmen (vor allem aus der IT-Branche) und Solopreneure durch PR eine hohe Sichtbarkeit, ein wirksames Image und eine vertrauensvolle Reputation aufgebaut. Ich habe Kommunikationswissenschaften studiert und in Technologie-Unternehmen in Marketing- und PR-Positionen gearbeitet bevor ich mich 1996 selbstständig gemacht habe. Als Expertin für PR, Selbst-PR und Bloggen habe ich zwei Bücher veröffentlicht.
  • Spezialisierung: Menschen mit meinem Know-how und Motivation beim Aufbau ihrer Selbst-PR zu unterstützen und zu begleiten. Und: Der Aufbau von Themenwelten, z.B. durch Blogs, Newsletter oder Kundenzeitschriften. Meine Methoden: Mentoring, CoCreation, kreatives Schreiben.
  • Stärken: Immer eine gute Idee für das nächste Thema. Und die Fähigkeit, über Jahre hinweg Themen zu entwickeln, um das Interesse für Produkte und Unternehmen zu wecken und gute Verbindungen zu schaffen. Die Menschen, die ich in meinen PR-Mentorings begleite, schätzen mich als kreative, wertschätzende, vorausschauende, gelassene und bereichernde Impulsgeberin mit treffender Schreibe und großem Einfühlungsvermögen. Ich bin eine Netzwerkerin mit langem Atem und liebe es, Verbindungen zu schaffen. Ich bin „Madame Füllhorn“.
  • Stil: Meine Vorträge kommen „Out-of-the-Box“ und ersetzen ermüdende Slides durch lebendige Haptik. Für meine Workshops und Schreibwerkstätten backe ich Muffins selbst. Meine Markenzeichen: Eine große Tasse Tee, das Smartphone, ein Notizbuch, bunte Stifte und Bücher. Ich lese gerne und pflege einen Literarischen Salon.
  • Meine Hashtags: #madamefüllhorn #tee #lesen #schreiben #cocreation #dankbar #bloggerin #autorin #selbstPR #BeBoldforChange

Ohne… gehe ich nicht ins Café. Aufgabe 7 bei der Instagram #challenge #frischaufgebrüht von @geniesserspecht . Also ich gehe nie ohne Papier und Stifte ins Café. Mein Bullet Journal habe ich immer dabei. Wenn mich spontan der Schreibfluss packt, kann ich gleich loslegen. Dann lese ich im Café gerne in Büchern, Zeitschriften oder in der Zeitung. Die SZ von diesem Wochenende titelt passenderweise mit der Schlagzeile „Schreib mal wieder“ und das ist genau mein Motto. Erst gestern habe ich bei der #projektin2018 darüber einen Vortrag gehalten, wie man gute Texte schreibt. Wer üben möchte: Am 13.3.2018 findet die nächste Schreibwerkstatt für Blogger, das Magic Bloghouse im Münchner Westen statt. Für Schnellentschlossene haben wir noch 2 Plätze frei. Ich freue mich schon darauf! #schreibenincafes #fotodestages #lesenincafés #dankbarkeit #tee #inspiration #nichtohnemeinbuch #unterwegsschreiben #cafe #magicbloghouse #schreibmalwieder

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Was mir wichtig ist? Zum Beispiel,

  • dass „sichtbar sein als Experte“ nicht gleichbedeutend ist mit „jetzt muss mein ganzes Privatleben an die Öffentlichkeit“.
  • Dass beruflicher Erfolg in vielen Fällen das Resultat des richtige Mindsets, einer kontinuierlichen Selbst-PR und aktiven Netzwerkens ist. Erfolg = TUN, und nicht nur reden.
  • Dass Schreiben eines der mächtigsten Selbstmanagement-Werkzeuge ist, das wir haben.
  • Dass wir Liebe, Werte, Dankbarkeit und Großzügigkeit im Business brauchen, um unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen. Dass Natur, Digital Detox und Ruhe so wichtig sind für unsere Inspiration. Unsere Kreativität wird in der Zukunft ist unser wichtigstes Gut sein.
  • Dass Sichtbarsein gute Verbindungen schafft. Das Netzwerk ist elementar. Erfolg haben die, die Geben und Nehmen im Gleichgewicht halten.
  • Dass die Freude am Tun und Kontinuität erfolgsentscheidend sind. Deshalb müssen wir individuelle Talente und Begabungen der Schlüssel in der Selbst-PR gezielt einsetzen. Sichtbarkeit braucht Wissen, Inspiration und Motivation und die liefere ich meinen Klientinnen und Klienten in meinen individuellen PR-Mentorings.

Was ist meine zentrale Kommunikationsplattform?

Ich habe zwei Plattformen:

Mein Blog: Ich zeige hier regelmäßig, wie Menschen und Unternehmen ihren guten Ruf, ihr unverwechselbares Image und ihre Reputation aktiv gestalten und authentisch sichtbar machen können. Über 150 Blogartikel liefern Einblicke in meine PR-Erfahrungen, das „Füllhorn-Mindset“, aktuelle Erlebnisse sowie in Tools, Tipps und Tricks, mit denen sie strahlen können. Weil ein authentischer Ausdruck eine sichere innere Führung voraussetzt, zählt auch die Erfolgstechnik Schreiben zu meinen Blogthemen. Die Blogfrequenz: Ein bis drei Artikel pro Monat.

Plattform Nummer zwei ist mein monatlicher E-Mail-Newsletter Business High Tea mit kreativen Schreibimpulsen, frischen PR-Ideen, nützlichen Tipps und Terminen für Veranstaltungen und Schreibwerkstätten.

Welche sozialen Netzwerke nutze ich – wie, zu welchem Zweck, mit welchen Inhalten, mit welchem Kanalversprechen?

  • Twitter: Eventkommunikation, z.B. Live-Twittern von Barcamps und Event, Kuratieren interessanter Artikel, Events und Links
  • Instagram: Täglich ein Foto „hinter den Kulissen“, z.B. aus der Natur bei meinen Morgenspaziergängen, von Tee-Begegnungen, Veranstaltungen oder von Muffins, die ich für das Magic Bloghouse oder Workshops mit meinen Kunden backe.
  • Facebook: Auf meiner Facebook-Fanpage poste ich News, Aktuelles, Veranstaltungshinweise und Links zu eigenen Inhalten und zu denen von Netzwerkpartnern. Zudem bin ich in einigen Gruppen aktiv. In meinem persönlichen Account teile ich z.B. Unterhaltsames, Links von Menschen, die zu meinem Netzwerk gehören oder Updates zu meinem anarchischen Wecker, der immer wieder mit kreativen Zeitanzeigen überrascht. Storytelling bleibt im Gedächtnis und macht Spaß!
  • LinkedIn: Verbindung mit Menschen, die ich persönlich kennengelernt habe, Veranstaltungshinweise und Links zu Blogartikeln, gelegentlich Nutzung der Blogfunktion von LinkedIn zu B2B-PR-Themen
  • Xing: Verbindung und Kontaktpflege mit Menschen, die ich persönlich kennengelernt habe, es ist mein „sich selbst aktualisierendes Adressbuch“, ich teile dort Veranstaltungshinweise und Links zu Blogartikeln, auch in lokalen Gruppen.

Welche physischen Begegnungen, Auftritte oder sonstigen analogen Möglichkeiten tragen zu meiner Personenmarken-Bildung bei?

  1. Vorträge, z.B. auf der Digina 2017 in München, der Projektin 2018 in Nürnberg, dem Blogger Market 2018 in München, über die sieben Säulen der Selbst-PR am 19.4.2018 bei den Mompreneurs , über Personal Branding und Social Scoring beim Isarcamp am 21. April 2018 in München oder im Café Lotti am 26. April 2018 zum Thema „Positionieren“. Auf der women&work am 28. April 2018 im FORUM der Messe Frankfurt spreche ich in der COSMOPOLITAN-Lounge über den Karrierefaktor Personal Branding und ich zeige, wie man on- und offline zur Marke werden kann. Mal halte ich Vorträge ganz klassisch, meist jedoch mit meinem „Out-of-the-Box“-Format – ganz ohne Slides, dafür mit haptischen Erlebnissen.
  2. Begegnungen mit Menschen auf Netzwerktreffen, Veranstaltungen und Messen.
  3. Empfehlungen
  4. Mein BuchSelbst-PR“, das im November 2017 erschienen ist.
  5. Die Fotos von mir, meine Kleidung, meine Visitenkarte, ein Flyer sowie mein Logo. All das kann man ganz analog wahrnehmen und prägen den Eindruck von mir und meiner Marke. Mein Logo habe ich 2017 von Angelika Güc neu entwickeln lassen, ein umfassendes Business-Portrait-Shooting mit der Fotografin Simone Naumann stand ebenso im Herbst 2017 an. Diese Fotos illustrieren meinen Personal Brand und meine Tätigkeit.
Photo credit: Simone Naumann Fotografie

Welche Erfahrungen habe ich bereits gemacht?

Durchwegs gute Erfahrungen habe ich gesammelt in den vergangenen Jahren: Eine tolle Community hat sich gebildet, langfristige Verbindungen sind entstanden, immer wieder sprechen Menschen Empfehlungen für mich aus, Interessenten, Kunden kommen auf mich zu. Ein Verlag hat mich angesprochen, ein Buch über meinen Weg in die Öffentlichkeit zu schreiben. Es passiert sehr vieles „von alleine“.

Aber: Der Aufbau einer Personenmarke kostet Zeit und Energie. Tägliches Dranbleiben ist gefragt. Eine Stunde pro Arbeitstag investiere ich durchschnittlich dafür.

In meinem Selbst-PR-Buch berichte ich ausführlich über meinen Weg, meine Rituale und meine Learnings auf dem Weg zum Personal Brand. Im Podcast von Martina Rehberg-Kortner „Endlich mehr Sichtbarkeit – Wie du deinen Goldschatz hebst und dich erfolgreich zeigst“ erzähle ich ebenfalls darüber.

Eine Personenmarke ist etwas, das meiner Meinung nach nie abgeschlossen ist. Ich glaube nicht, dass man an irgendeinem Punkt sagen kann: „So, jetzt bin ich damit fertig und das bleibt jetzt so bis ans Ende meiner Tage.“ Ich glaube, ein Personal Brand ist „Work in Progress“. Da muss man immer mal wieder betrachten: Passt das noch so? Habe ich mich verändert? Haben sich der Markt oder die Kundenbedürfnisse verändert? Was ist neu, was bleibt, was kann weg? Ich finde es auch wichtig, die Marke „Ich“ ganz bis zum Ende zu denken und sein digitales Erbe zu definieren. Sechs Leitfragen für die Digital-Inventur habe ich in diesem Blogbeitrag zusammengestellt.

Wie bin ich gestartet, wo stehe ich jetzt?

Social Media zu erkunden, das war meine Aufgabe im Jahr 2011: Erst mal schauen wollte ich damals. Dann startete ich 2012 als Experiment zwei Blogs: Einen zum Thema PR, einen anderen rund um das Schreiben. 2015 dann begann ich mit dem gezielten Reputationsaufbau mit nur einem Blog, der beide Themen zusammenführte und der meinen Namen trägt.

Heute muss ich immer seltener erklären, was ich mache. Sehr oft wissen das die Menschen schon: „Du hast das Selbst-PR-Buch geschrieben!“ oder „Du machst doch diese tollen Schreibwerkstätten!“. Und in einigen Fällen brauche ich sogar nicht mehr zu erklären, dass ich nur Tee trinke. 😉

Was würde ich nie wieder so machen – was auf jeden Fall immer wieder?

Ich würde alles wieder genauso machen. Ich habe mich nur zu beruflichen Themen geäußert, privat strikt von persönlich getrennt und vieles ausprobiert. Ich habe Spaß am Austausch und an der Begegnung mit Menschen gefunden. Ich teile gerne Inhalte und Tipps von den Menschen aus meinem Netzwerk. Es war der richtige Weg aus heutiger Sicht.

Photo Credit: Portrait Simone Naumann Fotografie, Komposition https://photofunia.com

Welche Bedenken hatte oder habe ich – und wie gehe ich damit um?

Bedenken Nummer 1: Ich möchte nicht marktschreierisch wirken. Das Getöse der amerikanischen Berater ist mir echt eine Nummer zu viel. Einmal ein Freebie angefordert und dann bekommt man drei Emails am Tag und der Facebook-Stream ist voller Anzeigen der Person. So wollte ich nie werden. Ich glaube: Qualität und Expertise gekoppelt mit einer unterhaltsamen und seriösen Sichtbarkeit zieht Kunden an. Nicht die Omnipräsenz und Informationsflut, sondern Kontinuität, Leichtigkeit, Nutzen und Kompetenz überzeugen meiner Meinung nach meine Kundinnen und Kunden. Das ist ein Auftritt, mit dem ich mich wohlfühle.

Bedenken Nummer 2: Ich will kein gläserner Mensch sein. Die aktuelle Diskussion zeigt: Da werden Profile gerechnet, damit Menschen beeinflusst werden können. Das ist ein komplexes Thema. Meine Lösung: Privates bleibt privat und hat online nichts zu suchen. Persönliches kommt durchaus vor, weil meine Kunden so ein Gefühl für die Zusammenarbeit mit mir entwickeln können. Aber es gibt sowohl Themen, die in meinem Auftritt nichts zu suchen haben, als auch längere Online-Auszeiten. Ich bin ein analoges Wesen und will es auch bleiben.

Welche Kanäle sind eher professionell, welche eher privat? Wo tragen beispielsweise Hobbys und private Interessen dazu bei, meine Personenmarke bunter und authentischer zu gestalten?

In Instagram findet mein Hobby Smartphone-Fotografie seinen Einsatz und ich zeige, was hinter den Kulissen einer PR-Mentorin so passiert: Wie ich meine Kreativität in der Natur auflade. Wie es vor einem Auftritt auf der Bühne aussieht. Szenen von meinen Schreibwerkstätten für Blogger, dem Magic Bloghouse. Und die Tatsache, dass ich sehr gerne schreibe, nutze ich für meine Blogartikel.

Wie organisiere und betreibe ich meine Personenmarken-Strategie (zum Beispiel Tools, Workflows, Redaktionspläne …)?

Komposition: PhotoFunia

Wichtig war es für mich, die Marke erst einmal in Worte zu fassen. Wie ich das gemacht habe, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch „Selbst-PR“, in dem ich eine umfassende Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Personal Branding-Prozess anbiete. Ich machte mich auf den Weg, um herauszufinden, was ich gut kann, wie mich andere sehen, wofür ich bekannt bin und wie mein Warum lautet. Das war ein monatelanger Prozess, für den Impulse von außen ganz wichtig waren. Für all diese Schritte gibt es Fragenkataloge und Impulse in meinem Buch.

In meinem Workflow spielen Rituale eine wichtige Rolle: Täglich ein Bild in Instagram posten, ein bis drei Blogartikel pro Monat veröffentlichen, tägliche Aktivität in Facebook und Facebook-Gruppen, einen monatlichen Email-Newsletter versenden. Meine Themenideen halte ich in meinem Bullet Journal fest, lasse mich aber auch spontan von aktuellen Fragestellungen meiner Klientinnen und Klienten inspirieren.

Welche Empfehlungen möchte ich anderen mitgeben?

Das Selbstbild und Fremdbild kontinuierlich abzugleichen. Dranbleiben und kontinuierlich Qualität zu zeigen. Die Menschen mit auf die Reise zu nehmen. Sich PR-Beratung zu leisten, das spart Zeit und eventuell zeitraubende Lernschleifen. Und immer daran zu denken, dass der Nutzen meines Gegenübers – Kunden, Geschäftspartner, Netzwerkkollegen, Freunde – bei allem, was man teilt, im Vordergrund steht. Dann klappt auch das, was ich zu meinem Motto erkoren habe: Information säen. Erfolg ernten.

Über Personal Branding und Social Scoring möchte ich beim Isarcamp am 21. April 2018 in München mit Ihnen diskutieren: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Welche Strategien haben Sie entwickelt? Wie stellen Sie sich für die Zukunft auf?

Sehen wir uns beim Isarcamp?

4 Einträge zu „Personal Branding, Social Scoring und warum Sie einen Plan brauchen

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