Selbstmanagement-Technik Schreiben: 5 gute Gründe, um gleich damit zu beginnen

Selbstorganisation – in vielen Studiengängen ein Pflichtfach und eine beliebte Weiterbildungsmaßnahme. In den vergangenen Jahren habe ich mir diese Aufgabe durch das Schreiben erschlossen: Ziele finden, Ziele umsetzen, Selbstwahrnehmung und Planung gelingen mir leichter, in dem ich meine Gedanken schriftlich festhalte. Immer mehr Menschen nutzen kreatives oder autobiografisches Schreiben als Selbstmanagement-Technik. Über die fünf Gründe, warum Sie mit dem Schreiben anfangen sollten und sieben wirkungsvolle Fragen für den Einstieg.
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Schneckentempo oder Affenzahn – wie Sie Ihr Schreibtempo finden

Schnell schnell – letzte Zeile, letztes Wort! Stift fallen lassen! Zeitdruck beim Schreiben kennen wir vor allem noch aus der Schule oder der Ausbildung. Beim kreativen Schreiben, also beim Schreiben ohne Noten oder Bewertung – nur für uns selbst – spielt das Tempo eigentlich keine Rolle. Oder doch?

Als ich in die Schule kam, hatte jedes Kind einen Aufkleber auf seiner Mappe mit einem Symbol – der Wiedererkennbarkeit halber. Bei mir war es eine Schnecke. Sehr bezeichnend, denn ich bin ein langsamer Mensch. Ich brauche Zeit. In der Schule war das ein Problem manchmal. Im Beruf ist es das vereinzelt noch heute, wenn schnell ein Bericht von einer Veranstaltung online gehen soll oder eine Deadline für eine Publikation ansteht.

Ich brauchte Zeit, um herauszufinden, dass ich eben mein ganz persönliches Schreibtempo habe: Ich brauche meine Zeit zum Schreiben von Presseinformationen, Artikeln, Interviews, Büchern und Vorträgen. Ich gönne mir Pausen, nutze Inspirationen unterschiedlichster Quellen, um dann wieder umso konzentrierter an einem Text arbeiten zu können. Je mehr ich schreibe, desto schneller werde ich. 30 Jahre Schreiberfahrung geben mir die Sicherheit, dass ich zügig einen Text zu Papier bringen werde. Bei neuen Themen jedoch plane ich von vorne herein Zeitpuffer ein: Für Recherche, Gliederung und Planung des Plots, Korrekturen, Überarbeitung.

Beim kreativen Schreiben oder beim schreibenden Nachdenken spielt das Schreibtempo in der Regel eine untergeordnete Rolle. Und doch kann man das Tempo variieren, um zu unterschiedlichen Ergebnissen zu kommen. Sehen wir uns mal „schnelles“ und „langsames“ Schreiben genauer an:

Schreiben Sie langsam!
Die Entdeckung der Langsamkeit  ist nicht nur ein gutes Buch von Sten Nadolny, sondern auch eine wunderbare Reise, auf die wir uns schreibend begeben können: Langsam schreiben. Genießen. Die Wörter willkommen heißen, sich auf Formulierungen einlassen, umformulieren, nachdenken, erneut schreiben. Dem Geschehen, der Geschichte Zeit geben. Zeit beim Entstehen. Zeit in der Handlung. Zeit für genaues Hinsehen, Details, kluges Beobachten. Schreiben mit allen Sinnen braucht Zeit.

SchnellschreibenLangsam schreiben ist Schreiben ohne Druck. Ohne Erfolgszwang. Einfach nur schreiben, was geschrieben werden muss. Ein Absatz in einer Stunde? Warum auch nicht?

Wenn eine Geschichte Form annimmt, kann es passieren, dass sich das Schreibtempo durchaus verändert, dass das Schreibfieber ausbricht, man in den „Schreibflow“ kommt und man schreibt und schreibt und schreibt, ohne Unterlass, ohne Pause. Weil es fließt. Zehn Romanseiten in zwei Stunden? Kein Problem!

Schreiben Sie schnell!
Manchmal kann das Schnellschreiben die Kreativität und die Experimentierfreude fördern und neue Gedanken auf‘s Papier oder den Bildschirm zaubern. Die Techniken: Automatisches Schreiben oder Freewriting. Beides ist so einfach wie wirkungsvoll: Nehmen Sie sich Papier, einen Stift, eine Stoppuhr und schreiben Sie einfach los. Nicht denken, einfach schreiben. Alles, was daherkommt, schreiben Sie schnell, ohne Pause, vergessen Sie alles, was Sie über Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung wissen. Niemand braucht es zu lesen. Wenn Sie nicht wollen, nicht mal Sie selbst! Nach zehn Minuten hören Sie auf und machen etwas anderes.

Manchmal finde ich in dem so entstandenen Text brauchbare Ideen, manchmal ist es ein Wegwerfprodukt, das einfach nur meinen Schreibfluss in Gang gesetzt und eine Schreibblockade gelöst hat. Wichtig ist, dass Sie Ihren inneren Kritiker oder Zensor komplett ausschalten und Sie den Text beim Schreiben nicht redigieren, sondern nur schreiben.

Und, sind Sie jetzt aufgewärmt? Ein wunderbares Buch dazu ist übrigens das Werk von Mark Levy mit dem Titel „Accidental Genius: Using Writing to Generate Your Best Ideas, Insight, and Content“ mit jeder Menge Tipps zu dieser bewährten Schreibtechnik. Auf Deutsch ist im September 2014 ein Buch von ihm erschienen mit dem Titel „Geniale Momente: Denken durch Schreiben“.

Schreibexperimente mit Schneckentempo und Affenzahn
Probieren Sie es doch mal aus: Wählen Sie ein Thema für einen Essay, eine Geschichte, eine Überschrift für einen Blogartikel oder eine Frage und schreiben Sie die erste Hälfte des Textes langsam für 30 Minuten. Schreiben Sie die zweite Hälfte nach der Schnellschreibmethode für zehn Minuten. Und? Stecken unterschiedliche Ideen drin? Oder die gleichen? Beim nächsten Schreibexperiment können Sie zuerst schnell, dann langsam schreiben.

Wenn Sie an größeren Schreibprojekten arbeiten und Sie sich ein tägliches Wörterpensum vorgenommen haben, dann beobachten Sie doch einmal, wie lange Sie z.B. für die täglichen 4.000 Wörter Ihres Romans brauchen:
Verändert sich die Schreibdauer?
Werden Sie schneller?

Immer wieder habe ich beobachtet, dass eine Beschränkung, d.h. man schreibt in einem definierten Rhythmus eine gewisse Menge von Wörtern oder Zeichen oder für eine festgelegte Dauer, die Produktivität beim Schreiben erhöht.

Ob schnell oder langsam – ich schreibe übrigens am liebsten mit der Hand auf Papier. In Notizbücher, zusammen mit anderen Menschen in einer Schreibwerkstatt. Besonders gerne schreibe ich in der Schreibwerkstatt The Magic Bloghouse. Schreiben Sie mit?

Schneckentempo oder Affenzahn – in welchem Tempo schreiben Sie am liebsten?

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Das ABCDarium: Impressionen von einer Schreibreise nach London

Eine Schreibtechnik hat sich ganz besonders bewährt bei den „London Reflektionen“ im November 2014: Das ABCDarium. Am Ende eines langen Tages mit tausenden von Eindrücken im Kopf war es eine Wohltat, das Erlebte den einzelnen Buchstaben des ABCs zuzuordnen. Längere Texte entstanden auf dieser Grundlage wie aus Zauberhand. Wie das ABCDarium genau funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Seit 30 Jahren fliege ich nach London. Vieles, vieles hat sich verändert: Englische Traditionskaufhäuser verlassen vertraute Pfade: Weg von „Alles für jeden“ hin zu Kosmetik, Mode, Schmuck, Luxus pur für die Superreichen. Alte Werte? Identität? Nein, danke. Die Anpassung an den Einheitsbrei der Retailer in Europa und sogar der ganzen Welt ist an allen Stellen der Stadt weit fortgeschritten.

Aber: Wir dürfen jetzt in jedem Kaufhaus fotografieren und mit Tasche und Mantel in jedes Museum gehen – ohne Security-Kontrolle. In jeder U-Bahnstation gibt es eine WiFi-Station, jede Telefonzelle hat eine Internet-Notdurftzone um sich herum errichtet. In der Tube sitzen vier Menschen nebeneinander: Einer liest ein Buch. Eine liest auf dem Kindle. Zwei tippen auf ihrem Smartphone herum. Überhaupt tippen alle auf ihrem Smartphone herum. Auf der Rolltreppe, an der Bushaltestelle. Deshalb werden auch allein in London jedes Jahr 100.000 Mobiltelefone geklaut. Und: Kaum einer liest noch Zeitung. Was wir sonst noch in London an digitalen Trends erlebt haben, berichte ich auf dem 1. MANAGERIN Ideensummit 2015 am 5.2.2015 in München.

Wir hatten uns zu analogem Reisen entschlossen und unsere Reiseeindrücke mit der Hand aufgeschrieben. Und Eindrücke hatten wir jede Menge: Die Auswahl an Sehenswürdigkeiten in London ist unendlich: Inspiration pur. Pulsierendes Leben. Kunst, Architektur, Monarchie, Business, aber auch Natur bietet diese Stadt.

IMG_0244Vier Tage haben wir uns im November 2014 Zeit genommen, unsere Reflektionen zu dem, was wir z.B. in Londoner Straßen, Museen, Cafés und anderen Sehenswürdigkeiten gesehen, erlebt, gerochen, gehört, geschmeckt oder gefühlt haben, zu Papier zu bringen.

Wir kamen nach Hause mit unserem ganz persönlichen London-Buch, prall gefüllt mit Collagen, Miniaturen, Bildern und ganz besonderen Listen: den ABCDarien. Ein ABCDarium ist nichts anderes als eine Liste, einer Ideensammeltechnik aus der Welt des kreativen Schreibens. Welche guten Dienste Listen zur Schreibvorbereitung leisten, habe ich hier beschrieben. Beim ABCDarium ist die Liste vorstrukturiert und wir haben die Aufgabe, zu jeder der Vorgaben eine Inspiration niederzuschreiben.

ABCdarium – wie geht das?
Nehmen Sie ein leeres Blatt. Schreiben Sie alle Buchstaben des Alphabets von oben nach unten auf. In jede Zeile links ein Buchstabe. Finden Sie nun im zweiten Schritt zu jedem der Buchstaben ein Wort. In unserem Fall zu den Erlebnissen des Tages, in anderen Fällen zu einem Thema, einer Fragestellung oder Ihrem nächsten Blogartikel.

A wie Ankunft, B wie Breakfast, C wie Chinatown, D wie Downing Street Nr. 10 usw.

Schreiben Sie dann im dritten Schritt beispielsweise einen Text mit allen gefundenen Wörtern. Oder zu jedem Wort eine Geschichte. Oder versuchen Sie, den Text tatsächlich anhand der alphabethischen Reihenfolge der Wörter zu verfassen. Manche schreiben auch ABC-Gedichte draus! Lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf!

IMG_0243Diese Buchstabenliste muss auch nicht immer zum ABC passen. Ich habe es schon erlebt, dass eine Mitschreibende die Themenstellung in einer Schreibwerkstatt unpassend fand. Deshalb schrieb sie die einzelnen Buchstaben des vorgegebenen Schreibimpulses untereinander, fand zu jedem Buchstaben ein Wort und strickte daraus ihre Geschichte. Die Einsatzfelder dieser besonderen Schreibtechnik sind unendlich.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem ABCDarium gemacht?

7 Wege aus der Schreib-Komfortzone

Komfortzone

Wenn ich in meinen Schreibwerkstätten ratlose Gesichter sehe oder den Satz höre: „Damit kann ich aber garnichts anfangen!“ weiß ich: Ich bin auf dem richtigen Weg. Gute Texte werden außerhalb der Komfortzone geschrieben. Nach dieser Anfangsverweigerung laufen die Teilnehmenden der Schreibwerkstatt meist zur Höchstform auf und lesen ganz wunderbare Texte vor, auf die sie zu Recht stolz sind. Hier habe ich meine sieben bewährten Strategien zusammengefasst, mit denen ich ganz leicht aus der Schreib-Komfortzone herauskomme.

In der Komfortzone ist alles bequem, vertraut, kuschelig, es läuft so vor sich hin. Doch kommt hier die Fantasie in neue Fahrwasser? Entstehen da die guten Ideen? Überwindet man dort eine Schreibblockade? Wachsen hier die Geschichten, die erzählt werden müssen?

Der amerikanische Blogger Michael Hyatt schreibt in seinem Artikel „Why Discomfort Is Good for You“:

„1. Komfort wird überbewertet. Er führt nicht zum Glück. Er macht uns faul – und vergesslich. Er führt oft zu Selbstabsorption, Langeweile und Unzufriedenheit.
2. Unbehagen ist ein Katalysator für Wachstum. Es weckt die Sehnsucht nach mehr. Es zwingt uns dazu, uns zu verändern, zu strecken und uns anzupassen.
3. Unbehagen ist ein Zeichen dafür, dass wir Fortschritte machen. Sie kennen den Ausdruck ‚no pain, no gain‘? Es stimmt! Wenn Sie Wachstum forcieren, erleben Sie Beschwerden.“

Beim Schreiben – wie im richtigen Leben – entsteht Kreativität, wenn’s unbequem, unbehaglich, neu, unerwartet, ganz anders ist. Wenn wir Routinen und Denkmuster, Blockaden und Normierungen ausschalten, austricksen oder umgehen. Diese sieben Strategien haben mir zuverlässig dabei geholfen:

1. Verlassen Sie Ihre räumliche Schreib-Komfortzone: Weg vom PC und dem gewohnten Küchen- oder Bürotisch! Raus in die Natur, in Cafés oder auf eine Schreibreise, z.B. nach London. Eine Liste ungewöhnlicher Schreiborte finden Sie hier. Und wenn’s Winter ist, dann räumen Sie doch einfach Ihr Büro um, streichen es in ungewöhnlichen Farben und stellen eine neue Pflanze rein.

2. Sprechen Sie mit anderen Menschen: Auf der Straße, beim Einkaufen an der Kasse, in der S-Bahn, in der Kantine oder im Restaurant. Besuchen Sie VHS-Kurse oder treten Sie einem Debattierclub bei. Gehen Sie auf Konferenzen, Kongresse, Netzwerktreffen. Schließen Sie sich einer Schreibgruppe oder einer Schreibwerkstatt an. Seien Sie mutig!

3. Suchen Sie Inspiration in Museen, im Theater, in Vernissagen. Erkunden Sie neue Wege, wenn Sie mit dem Hund rausgehen oder zur Arbeit fahren. Testen Sie neue Restaurants und kulinarische Genüsse. Spielen Sie einen Tag lang Tourist in Ihrem Heimatort.

4. Lesen Sie außerhalb Ihrer Komfortzone: Verlassen Sie vertraute Genres. Lesen Sie Kurzgeschichten und Romane, Gedichte und Theaterstücke, Blogs, Zeitungen und Anzeigenblätter. Wenn Sie Science Fiction-Fan sind, lesen Sie Historien-Schinken. Lesen Sie Bücher, die Ihnen Menschen mit nachweislich gegenteiligem Geschmack empfehlen. Bleiben Sie neugierig!

5. Arbeiten Sie mit neuen Techniken! Mein Kreativitätsguru ist die Innovationsexpertin Anke Meyer-Grashorn. In Ihrem Blog gibt es z.B. einen Ferienpass für Spinner, in ihrem Buch “Spinnen ist Pflicht“ finden Sie eine Vielzahl von Kreativitätstechniken, die blockierende Routinen aushebeln und den Weg frei machen für neue, wirklich gute Ideen!

6. Probieren Sie’s mal mit einem frischen, neuen Notizbuch: Einfach immer mitnehmen und Ideen sofort darin notieren. Bilder einkleben, Gedanken festhalten. Malen. Schreiben. Automatisch, in Gedichtform, als Liste.

7. Schreiben Sie aus anderen Blickwinkeln heraus: Starten Sie Schreibexperimente: Eine neue Erzählperspektive. Oder ein neues Genre. Oder lassen Sie Ihre Geschichten an ungewöhnlichen Schauplätzen spielen. Ein neuer Stil – ernst oder heiter. Geschichten – kurz oder lang. Gedichte, Zeitungsartikel, Drehbücher, Blogposts oder Briefe. Lesen Sie Ihre Texte anderen vor, saugen Sie Feedback auf und arbeiten Sie damit.

Machen Sie sich dieses unbequeme Gefühl, das Unbehagen außerhalb der Komfortzone zum Freund. Merke: Wenn’s zu bequem und kuschelig ist, wird’s Zeit für neuen Input!

Welchen Weg wählen Sie, um aus Ihrer Komfortzone herauszutreten?

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Sommerlich sinnlich: Schreiben mit allen Sinnen

Noch ganz bei Sinnen? Ja, vor allem jetzt! Sommer, Zeit der Erntegenüsse und Blütendüfte. In einer sommerlichen Schreibwerkstatt in Gröbenzell erkundeten wir, wie genau es sich anfühlt, eine Erdbeere zu essen und darüber zu schreiben.

Wir haben wunderbare Sinne. Wer lebendige Texte schreiben will, sollte regelmäßig mit ihnen arbeiten:
• Tastsinn: Wie fühlt sich die Erdbeere an? An den Händen, an den Wangen, Lippen, auf der Zunge, an den Zähnen?
• Sehsinn: Wie sieht die Erdbeere aus? Ihre Blätter?
• Geruchssinn: Wie riecht die Erdbeere?
• Geschmackssinn: Wie schmeckt die Erdbeere? Gibt es einen Nachgeschmack?
• Hörsinn: Wie hört es sich an, eine Erdbeere zu essen?

Beim Schreiben sind sinnliche Eindrücke essentiell, um Texte erlebbar zu machen, um das Beschriebene schneller in die Gefühlswelt der Leser und Leserinnen zu transportieren.

Wir sammeln Eindrücke, Wörter und Analogien, Metaphern zu Geruch, Geschmack, Aussehen, Konsistenz und Erdbeer-Geräuschen. Wir essen eine und noch eine. Es fällt uns nicht leicht, das alles aufs Papier zu bringen. Bei der nächsten Knabberei geht es schon einfacher. Wir üben, wir bleiben dran.

Wenn nicht gleich das richtige Wort daherkommt, arbeiten wir später noch einmal daran. Über Listen oder Cluster oder Wortwolken finden wir Schritt für Schritt das passende Wort für den jeweiligen Sinneseindruck. Manchmal auch zwei Tage später.

Angenehmer Nebeneffekt: Wir schulen nicht nur unsere Wahrnehmung und Achtsamkeit, sondern genießen jede Menge Erdbeeren und gerade frisch gepflückter Himbeeren. Sommer pur!

Wer von guten Vorbildern lernen will: Der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind ist ein Meisterwerk zu nur einem Sinn: Dem Geruchssinn. Lesen und Üben!

Welche Bücher inspirieren Sie zum Schreiben mit allen Sinnen?

Wenn auch Sie gemeinsam mit anderen schreiben möchten: Hier finden Sie alle Termine für die Schreibwerkstatt The Magic Bloghouse für Blogger in Gröbenzell im Westen von München.

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Schreibwerkstatt: Gemeinsam besser in den Schreibfluss kommen

„Zeit zum Schreiben habe ich zu Hause nie!“ Das ist ein Satz, den ich von vielen Menschen höre. Das Schreiben in der Gruppe ist für viele Schreibwillige ein Format, mit dem sie besser zurechtkommen. Hier lesen Sie alles über die sieben Gründe für das Schreiben in einer Schreibwerkstatt:

In Schreibwerkstätten fällt es vielen durch die Schreibimpulse, die in jeder Sitzung gestellt werden, viel leichter, zu Ideen und Geschichten zu kommen. Das Schreiben in der Gruppe fügt dieser Wirkung einen Verstärker hinzu: Das Feedback der Teilnehmer – und hier geht es immer nur um emotionales Feedback, vergessen Sie Stilkritik und literarisches Quartett – lässt sie die Dinge in einem anderen Licht sehen.

Die Schreibstimme wecken

„Ach, das hat sie aus diesem Thema gemacht? Da wäre ich nie draufgekommen, interessant!“ – Entdeckungen in jeder Schreibwerkstatt – die Teilnehmenden lernen durch das Vorlesen der Texte der Mitschreibenden. Da verschwindet so manche Schreibblockade, denn durch die Inspirationen aus den vorgelesenen Texten kommen viele Anregungen zustande für die Gestaltung der eigenen Inhalte.

Wir staunen immer wieder, wie viele Variationen zu einem Thema möglich sind: Acht Menschen, acht völlig unterschiedliche Geschichten, inspirierend, vielfältig, bereichernd für die eigene Gedankenwelt.

Alles kann, nichts muss

So geht kreatives Schreiben: In einer Schreibwerkstatt herrscht stets eine wertschätzende Atmosphäre ohne Zwang, den Literaturnobelpreis herbei zu formulieren oder vorzulesen.

Es gibt Platz zum Schreiben, Zeit zum Schreiben, das richtige Setting zum Schreiben: Neue Inputs durch Themenstellungen von außen. Neue Gedanken durch andere Menschen. Neue Ideen durch eine andere Umgebung, denn manchmal sind Schreibwerkstätten auch unterwegs!

Sieben Gründe, warum Sie in einer Schreibwerkstatt schreiben sollten:

  1. Es gibt eine feste Zeit und damit die Vorgabe, etwas zu Schreiben.
  2. Austausch und wertvolle Kommunikation mit den anderen Schreibenden.
  3. Wertschätzendes Feedback innerhalb der Gruppe und der Anleiterin der Schreibwerkstatt.
  4. Inspirationen von den Geschichten der Anderen und durch eine neue Umgebung.
  5. Das gute Gefühl, ein paar Miniaturen, Elfchen, eine Geschichte geschrieben zu haben.
  6. Das gute Gefühl, den Mut aufgebracht zu haben, anderen die eigene Geschichte vorzulesen.
  7. Tipps und Tricks aus der Welt des kreativen Schreibens von der Anleiterin.

Eine aktuelle Übersicht über meine Schreibwerkstätten in Gröbenzell finden Sie bei The Magic Bloghouse.

In welchem Rahmen schreiben Sie am Liebsten?

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Für die Schlüsselkompetenzen von morgen: Wie Schreiben kollektive Kreativität schafft

Lebenswerkstatt 2014Das Leben durchdenken, diskutieren, neue Ideen auf den Tisch bringen, Pläne schmieden, Werte bestimmen: Seit fünf Jahren treffen sich Frauen in der Lebenswerkstatt, einem schreibenden Think Tank zur Frühlingszeit. Gemeinsam schreiben, sich vorlesen, sich gegenseitig inspirieren – das sind die Erfolgskriterien dieser Schreibwerkstatt, die sehr viel weiter führt als so manch einsam verfasster Jahresrückblick.

Als ich den Film „Terminator“ zum ersten Mal sah, kam ich ins Grübeln. Ich beobachtete, wie Sarah Connor ihren Sohn John auf seine Zukunft als Rebellenführer ausbildet. „Was müssen wir in Zukunft können? Welche Kompetenzen müssen unsere Kinder haben?“ fragte ich mich seither. Als ich den Artikel von Carsten Knop in der FAZ über den MIT-Professor Otto Scharmer las, kam ich der Antwort einen Schritt näher. Seine Idee: „Von der Zukunft her führen“. Also: Potenziale und Zukunftschancen erkennen und im Hinblick auf aktuelle Aufgaben erschließen.

In seinem Buch „Theorie U – Von der Zukunft her führen – Presencing als soziale Technik“ beschreibt er eine Führungsmethode, die den Erfordernissen von Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung im Management gerecht werden kann. Scharmers Kernthese: Wie sich eine Situation entwickelt, hängt davon ab, wie man an sie herangeht, d.h. von der eigenen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. „Presencing“ – ein Begriff zusammengesetzt aus den Wörtern „presence“ und „sensing“ – nennt Scharmer diese Fähigkeit zur Entwicklung, von der sowohl eine Organisation als Ganzes als auch der einzelne Mitarbeiter persönlich profitieren.

Seine Perspektive: Man soll von dem Punkt her denken, an dem man am Ende seines (Berufs-)Lebens stehen möchte. Seine Kernfragen: „Welchen Ratschlag soll Ihr zukünftiges Ich Ihrem heutigen Ich geben?“ und „Was in Ihrem persönlichen oder beruflichen Leben stirbt gerade, von was wollen Sie, dass es geboren wird?“. In seinem bemerkenswerten Blog – leider nur auf Englisch – beschreibt Otto Scharmer, wie sich Führungskräfte und Veränderer in einem dreistufigen Prozess schulen können:

“Observe, observe, observe: Go to (…) the places of most potential and listen with your mind and heart wide open.

Retreat and reflect: Allow the inner knowing to emerge. Share, reflect, and go to an inner place of stillness to connect with your deeper sources of knowing. Contemplate Who is my Self? What is my Work?

Act in an instant: Explore the future by doing. Co-create rapid-cycle prototypes that generate feedback from stakeholders, which then helps to further evolve your idea.”

Ein Retreat dieser Art ist unsere Lebenswerkstatt. Ein Platz für klare Positionierung, notwendige Kurskorrekturen, wertvolles Feedback und wilde Spinnereien. Ein Ort für kollektive Kreativität, um von der Zukunft her zu denken. Ich freu‘ mich schon!

Wo denken Sie am Liebsten über Ihre Zukunft nach?