Schreiben im Museum: Neu kombiniert mit Lorna Simpson

Haus Der Kunst

Alles war schon mal da. Sagt Austin Kleon in seinem wunderbaren Buch „Alles nur geklaut“. Die Aufgabe der Künstler ist es, die Dinge stets neu zu kombinieren. Dieses Prinzip hat auch die amerikanische Fotografin und Videokünstlerin Lorna Simpson umgesetzt. Sie kombiniert Fotografien aus dem Leben fremder Menschen mit ihren eigenen, schlüpft in deren Rollen und Kleider, schöpft etwas ganz neues daraus. Nach dem Besuch ihrer Ausstellung weiß ich nicht, welche der 57 neuen Schreibideen in meinem Kopf zuerst auf das Papier fließen sollen…

Diese Woche im Haus der Kunst: Lorna Simpson kann vieles, ihre Fotografien sind sensationell, die Drucke auf Filz betörend, ihre Bilder und Collagen vieldeutig. Am meisten hat mich ihre Idee fasziniert, Nachlässe fremder Menschen aufzukaufen. Mit den darin gefundenen Portraits arbeitet sie. Alte Automaten-Fotos fügt sie mosaikartig in kleinen Rahmen zu einem großen Ganzen zusammen. In den jüngsten Arbeiten der Künstlerin stellt sie Replikationen von Fotografien der 1950er-Jahre nach. In einer meterlangen Serie von Handteller-großen Schwarzweiß-Fotos in quadratischen weißen Rahmen kombiniert sie die Portraits einer unbekannten Frau und deren Mann mit Fotos, in denen sie selbst die Position und Mimik der Dargestellten einnimmt. Aus den Motiven heraus entwickelt sie sogar eine dreiteilige Videoperformance namens „Chess“.

Die Nachlässe fremder Menschen als Schreibinspiration? Welche Geschichten erzählen Tagebücher, Fotos, Briefe? Wenn wir über Menschen schreiben, schlüpfen wir immer in deren Kleidung, nehmen deren Körperhaltung an, wandeln in deren Schuhen. Diese Methode hilft, sich ganz einzufühlen. Doch: Immer bleiben wir wir selbst. Die Schuhe des anderen und mein Kopf: Daraus entsteht etwas Neues. Lorna Simpson kombiniert Text und Bild. Wir können Bilder kombinieren und dazu schreiben. Geschichten über die abgebildeten Menschen in der Ausstellung. Über die Menschen, die die Bilder betrachten. Über die Bilder, die zu den Bildern in meinem Kopf entstehen.

Wer sich von Lorna Simpson zum Schreiben animieren lassen möchte: Die Ausstellung ist noch bis 2. Februar 2014 im Münchner Haus der Kunst zu sehen. Wer Lust auf das Abenteuer „Schreiben im Museum“ bekommen hat, dem empfehle ich den inspirierenden mehrteiligen Artikel „Creative writing project“ in der Webseite des Londoner Victoria & Albert Museums. Und wer sich für das Niederschreiben autobiografischer Texte interessiert, findet hier eine Reihe aktueller Schreibwerkstätten für 2014.

In welchem Museum schreibt Ihr am Liebsten?

Schreibend den Lebenswunschzettel entdecken

Lebenswunschzettel

Einen Weihnachtswunschzettel zu schreiben ist eine Sache. Einen Lebenswunschzettel dagegen schreiben die wenigsten von uns. Die eigenen Wünsche – das unentdeckte Terrain? Auch für mich war das vor vielen Jahren so. Schreibend entdeckte ich nach und nach, welche Ziele mich reizen und welche Wünsche mich bewegen. Das kreative Schreiben ist eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen und dafür zu sorgen, den eigenen Wünschen auf die Spur zu kommen und sie zum Leben zu erwecken.
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Trüffelschweinstrategie für Schreibprojekte: Listen schreiben

Einkaufslisten oder ToDo-Listen schreiben wir beinahe täglich. Sie strukturieren unsere Abläufe und Einkäufe, lenken den Blick auf das, was wichtig ist und halten uns zuweilen davon ab, den Überblick zu verlieren. Das Listenschreiben ist aber auch ein wertvolles Werkzeug zum Sammeln und Strukturieren von Schreibinputs im kreativen Schreiben.

Einfach nur Dinge untereinanderschreiben? Ja, denn Listen sind die Multitalente, wenn es um die Vorbereitung beim Schreiben geht: Listen organisieren unsere Recherchen. Listen führen Ihre Gedanken an neue Orte oder an solche, an denen Sie schon einmal gewesen sind. Listen beleuchten Themen von unterschiedlichen Seiten, helfen dabei, aus Mosaiksteinchen das große Ganze zu bauen. Listen strukturieren das Durcheinander in unserem Kopf. Listen liefern Ihnen frisches Gedankenfutter über Details und Blickwinkel, Dinge und Aktivitäten, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Fangen Sie doch gleich mal an und schreiben Sie ein paar Listen zu diesen Themen:

  • 10 Ereignisse, die Biografen später mal in Ihrer Lebensgeschichte als besonders bedeutsam herausheben werden
  • 5 Tische, an denen Sie gegessen haben
  • 5 Blogideen, die Sie beim nächsten Bloggerstammtisch besprechen wollen
  • 7 Bücher, die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden
  • 4 Frisuren, die Sie in Ihrem Leben schon hatten

Unter den Titel Ihrer Liste schreiben Sie die Wörter, Begriffe, Gefühle, Dinge wie in einer Einkaufsliste oder ToDo-Liste darunter. Sie können die Liste von vorne herein auf eine Zahl von Punkten beschränken oder als Endlosliste führen und immer dann ergänzen, wenn Ihnen etwas zum jeweiligen Listenthema einfällt. Es hilft, wenn Sie Ihr Notizbuch immer dabeihaben! Ich schreibe Listen übrigens am liebsten mit der Hand.

Ist Ihre Liste fertig? Spüren Sie, in welchen Begriffen für Sie die meiste Energie steckt. Nutzen Sie diese

  • als Inhalt, Inspiration, Suchworte oder Anhaltspunkte für Ihre Artikel,
  • als Input für die Liste der Dinge, die Sie im Rahmen Ihres Schreibprojekts erledigen möchten,
  • als Start von neuen Listen zu jedem der Punkte, die Sie aufgeführt haben, oder
  • als Richtung, in die Sie weiterschreiben möchten.

Zu jedem der identifizierten Begriffe können Sie wieder eine neue Liste erstellen. Wenn Sie sich Themen für Listen stellen, konzentrieren Sie sich eher auf Details und Aspekte, nicht auf große komplexe Fragestellungen. Sonst werden Ihre Listen zu lang und sind nicht mehr hilfreich.

Listen können Ihnen z.B. auch beim Tagebuchschreiben helfen: Wenn Sie wenig Zeit haben und das Tagebuchschreiben schätzen, aber keine langen Texte verfassen wollen, dann halten Sie die Ereignisse und das Erreichte des Tages einfach in Form einer Liste fest. In diesem Artikel wird die Technik des Dot Journaling festgehalten. Auch ein Dankbarkeitstagebuch lässt sich in Listenform schreiben.

Auch beim Schreiben von Artikeln oder Emails sind Listen ein wirksames Werkzeug, denn sie ermöglichen dem Leser die schnelle Aufnahme der Information. Texten geben Listen Struktur, erlauben ein rasches Querlesen und verbessern die Lesbarkeit. Eine wichtige Technik in Zeiten der kurzen Aufmerksamkeitsspannen.

An welcher Liste schreiben Sie gerade?

Ablenkungsfrei schreiben – Fünf Fragen an die Aufräumexpertin Birgit Medele

„Nein, das geht nicht zum Wertstoffhof! Das sind meine Unterlagen!“ sage ich zu meinem Mann. Jetzt weiß ich, dass es wieder an der Zeit ist, die Zeitschriften, Rechnungen und Konferenz-Unterlagen, die sich auf meinem Schreibtisch stapeln, in Ordnung zu bringen. Ich habe die Aufräumexpertin und Buchautorin Birgit Medele gefragt, wie Schreibende eine konstant inspirierende Schreibumgebung gestalten können.

Frau Medele, ist Ihr Schreibtisch immer ordentlich?

Birgit Medele: „Auf meinem Schreibtisch befinden sich momentan: ein türkises Telefon, ein Laptop – auf einer Weltkarten-Unterlage -, eine zu schreibende Glückwunschkarte und der zerbrochene Zauberstab meiner Tochter. Der wartet auf meine Tesa-Reparierkünste!“

Was brauchen Sie, um schreiben zu können?

Birgit Medele:Um Schreiben zu können, brauche ich Ruhe, und die vor allem im Kopf.“

Ein kleiner Geist hält Ordnung, ein Genie überblickt das Chaos – dieser Spruch prangte über dem Schreibtisch meines Vaters. Stimmen Sie dem zu?

Birgit Medele: „Jede/r kann für sich herausfinden, was am besten funktioniert. Ich persönlich investiere nicht gerne Energie in Suchen und Kramen!“

Welche Tipps haben Sie für Kreative und Schreibende, damit sie ihre Arbeitsumgebung mit einfachen Mitteln in Schuss halten können?

Birgit Medele: „Alle To-Do Unterlagen in die oberste Schublade oder eine Ablage in einem Regal – nicht auf der Schreibtischoberfläche – das zieht Energien ab. Was oft benutzt wird sollte erreichbar sein – ohne dass man Aufstehen muss. Je seltener etwas zur Hand genommen wird, desto weiter weg vom Schreibtisch kann es lagern! Mein Tipp ist es auch, sich von sämtlichen fliegenden Zettelsammlungen zu verabschieden und stattdessen ein Ideen-/Inspirationsbuch anzulegen, in das alle ebensolchen eingetragen werden!“

 Die Webseite www.flylady.net hat mir geholfen, kleine, effiziente Ordnungsroutinen zu etablieren. Welche Lektüre empfehlen Sie?

Birgit Medele: „Mein Buch ‚Leben statt kleben!‘ oder auf engl. ‚Clear your Clutter – Manifest your Dreams!’”

Vielen Dank!

Über Birgit Medele:

Birgit Medele ist internationale Expertin für Clutter Clearing, Motivation, professionelle Organisation und Persönlichkeitsentwicklung. Clutter Clearing ist angewandte Lebenskunst – ein Weg zu mehr Energie, Klarheit und Lebensfreude. Essentielle Skills lassen sich damit erlernen: Veränderung bewusst und konstruktiv leben. Entscheidungen treffen. Prioritäten setzen. In ihrem im Frühjahr 2011 erschienenen Buch „Leben statt Kleben – Aufgeräumt macht glücklich!“ fordert die Expertin ihre Leser auf, loszulassen, Ballast abzuwerfen und die Leichtigkeit des Seins zu genießen! Birgit Medele lebt mit ihrer Familie in London und hält Vorträge und Seminare im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Autobiografisches Schreiben: Mit Listen zum Millionärsgefühl

Millionär Liste

Das eigene Leben aufzuschreiben – das hört sich nach einer unendlich großen Aufgabe an! Das Geheimnis des autobiografischen Schreibens ist es jedoch, das Leben in viele einzelne Geschichten zu gliedern. Zum Beispiel in viele kleine Millionärsgeschichten. Schreiben Sie mit: Dieses Millionärsgefühl kostet Sie nur ein paar Blätter Papier und ein bisschen Tinte!

Als ich Ende März einen Blogpost von Scott Dinsmore, Autor des Blogs liveyourlegend.net, las, fielen mir spontan eine Menge Listen ein, die die eigene Biografie mit vielen interessanten Millionärs-Geschichten und -Gedanken anreichern können. In seinem Blogpost sagt Scott Dinsmore, dass mit der richtigen Kreativität alles möglich ist: Er liegt am Strand eines wunderbaren Hotels in Thailand und durch sog. „Travel Hacking“ – eine Strategie, die Rabattprogramme von Hotels und Fluglinien optimiert – musste er für diesen schönen Urlaub nichts bezahlen. Millionärsgefühl für lau. Hatten Sie schon solche Millionärsgefühle in Ihrem Leben? Schönes Leben – ohne Millionärsbankkonto? Erkunden wir dieses Thema mit Hilfe einer Technik des Kreativen Schreibens: Listenschreiben.

Listen organisieren unsere Recherchen. Listen führen Ihre Gedanken an neue Orte oder an solche, an denen Sie schon einmal gewesen sind. Listen beleuchten Themen von unterschiedlichen Seiten, helfen dabei, aus Mosaiksteinchen das große Ganze zu bauen. Listen strukturieren das Durcheinander in unserem Kopf. Listen liefern Ihnen frisches Gedankenfutter über Details und Blickwinkel, Dinge und Aktivitäten, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Fangen Sie doch gleich mal an:

Schreiben Sie Listen rund ums Millionärsdasein, entweder zu den unten vorgeschlagenen Themen oder zu Ihren eigenen Ideen:

  • 10 Dinge, die ich als Millionär machen würde
  • 10 Gründe, nicht Millionär zu werden
  • 10 Momente, in denen Sie sich als Millionär gefühlt habe
  • 10 Dinge, die Sie in Zukunft öfter machen können, um sich als Millionär zu fühlen
  • 10 Bereiche, in denen ich schon Millionär bin
  • 10 Millionäre, die Vorbilder für Sie sind
  • 10 Gelegenheiten, bei denen Sie hätten Millionär werden können
  • 10 Gelegenheiten, die Sie wahrnehmen können, um Millionär zu werden
  • 10 Millionäre, die Sie schon getroffen haben oder noch treffen möchten

Unter der jeweiligen Überschrift listen Sie die Wörter, Begriffe, Gefühle, Dinge wie in einer Einkaufsliste oder ToDo-Liste untereinander auf. Sie können die Liste von vorneherein auf eine Zahl beschränken oder als Endlosliste führen und immer dann ergänzen, wenn Ihnen etwas zum jeweiligen Listenthema einfällt. Es hilft, wenn Sie Ihr Notizbuch immer dabei haben! Ich schreibe Listen übrigens am liebsten mit der Hand, manchmal male ich auch etwas dazu.

Sind Ihre Listen nun fertig? Spüren Sie, in welchen Begriffen für Sie die meiste Energie steckt? Nutzen Sie diese

  • als Inhalt, Inspiration und Anhaltspunkt für Ihre kleinen Lebensgeschichten, Ihre Autobiografie,
  • als Input für die Liste der Dinge, die Sie erledigen möchten oder
  • als Richtung, in die Sie weiter recherchieren und schreiben möchten.

Zu jedem der identifizierten Begriffe können Sie wieder eine neue Liste erstellen. Wenn Sie sich Themen für Listen stellen, konzentrieren Sie sich eher auf Details und Aspekte, nicht auf große komplexe Fragestellungen. Sonst werden Ihre Listen zu lang und sind nicht mehr hilfreich.

Wenn Sie darüber hinaus nach Listenthemen oder Schreibinspirationen suchen, können Sie ja mal hier nachsehen:

Und weil diese Schreibtechnik nicht nur für die Erkundung der Vergangenheit nützlich ist, sondern auch für die Expedition in die Zukunft, füllen Sie zum Abschluss noch das Buch Meine Zukunft in Listen von Georg Behringer aus.

Und, fühlen Sie sich schon mehr als Millionär? Wer sich übrigens ausführlicher dem autobiografischen Schreiben widmen möchte, dem sei meine Schreibwerkstatt „Das eigene Leben aufschreiben – Grundkurs Autobiografie“ ans Herz gelegt. An vier Montagvormittagen im Juni und Juli 2013 bekommen Sie wertvolle Werkzeuge an die Hand, die Ihnen dabei helfen, Ihr Leben schreibend aufzubereiten. Und, schreiben Sie mit?

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Teetintenherz – wie ein paar Blättchen und kochendes Wasser zum Schreibelixier werden

Auf Reisen genieße ich Tee beim Schreiben. An Orten, die man gemeinhin als „Café“ bezeichnet und nicht als „Tee“. Ich nehme mein Notizbuch und schreibe einfach drauf los. Schreibdenken nennt Ulrike Scheuermann das, eine wunderbare Methode, um das Durcheinander der ToDo’s im Kopf, die Reiseerlebnisse, die herumfliegenden Ideen zur Ruhe kommen zu lassen. Was man beim Schreiben in Cafes und beim Teetrinken alles erleben kann:

Wie die Schneeflocken in einer Schneekugel senken sich durch das Schreiben die Gedanken, die Buchstaben auf dem Papier schaffen Frieden. Dazu die Tasse Tee, Earl Grey oder Irish Afternoon. In den Schreibpausen beobachte ich die anderen Menschen im Café und lasse mich durch sie inspirieren. Der feine Duft des Tees regt mein Denken an. Der Tee wärmt von innen.

Das Schreibdenken auf Reisen genieße ich am Liebsten in England oder Irland. Denn da wird Tee in den meisten Fällen mit Liebe zubereitet – und zählt vor allem zu den bekannten Alternativen zum Kaffee. Das ist nicht überall so. Meine Liste internationaler Tee-Erfahrungen weist wunderschöne Teemomente auf, aber auch solche, die durchaus nicht auf der Genussliste ganz weit oben anzusiedeln sind. Teetrinken in Italien ist so ein Beispiel, wo der irgendwo hergekramte Teebeutel in einer Espressotasse landete, mit der Espresso-Wassermenge aus der Kaffeemaschine aufgegossen und auf das Tablett in der Cafeteria der Autobahnraststätte gedonnert wurde.

#TeaFail – Teeglas, Kaffeesahne. Ohne Worte.

Manchmal ist Teetrinken auch in Deutschland eine Herausforderung

Denn die Gaststättenausrüster haben wohl in grauen Vorzeiten einmal beschlossen, dass es eine gute Idee sei, Tee in Teegläsern zu servieren. Wahrscheinlich stand ein ehemaliger Autogrill-Mitarbeiter an der Spitze der Produktentwicklung. Oder genießen andere Menschen Brandblasen an dem im Miniaturhenkel stecken gebliebenen Finger? Oder wollen die meisten Teetrinker den köstlichen Teeduft einfach nicht riechen und sind deshalb an besonders geringen Durchmessern  der durchsichtigen Teegefängnisse interessiert? Oder wollen sich die meisten Café-Besucher ihre kalten Hände nicht einfach nur aufwärmen, sondern sich gleich ordentlich am dünnen Teeglas verbrennen?

Ich kann so nicht arbeiten!

Herausforderungen beim Teebestellen gibt es viele. Auf der #TeaFail Hitliste ganz oben: Gar kein Tee im Angebot. So erlebt bei einem Barcamp im München. Oder: Es gibt keinen Schwarztee. Wenn, dann nur lasche Sorten ohne Geschmack. Oder: Es gibt keine frische Milch dazu. Oder keinen Honig. Der Tee wurde nicht mit kochend heißem Wasser aufgebrüht, sondern das Wasser kommt lauwarm bei mir an, damit ich den Teebeutel oder das viel zu volle Teesieb dann erst reinhängen kann. Oder: Das heiße Wasser riecht eindeutig nach Kaffee! Spitzenteeglaserlebnis in einem Münchner Café: Ich: „Würden Sie mir den Tee bitte nicht in einem Glas, sondern in einer der schönen großen Cappucino-Tassen da drüben servieren?“ In der Bar stehen ca. 20 frische Tassen. Außer mir sind noch zehn Personen im Raum. Bedienung: „Nein, das geht leider nicht. Wir haben zu wenig von den Cappucino-Tassen.“ Ach so.

Köstlicher Tee im Hotel Bayerischer Hof in München

Teekultur sieht anders aus: In München kann man z.B. wunderbare Teerfahrungen im Hotel Bayerischer Hof oder im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski machen. Erleuchtende Schreibstunden mit Tee empfehle ich außerdem in einer der Filialen von „The Victorian Teehouse“. Dort gibt es Ruhe, Menschen im Service, die etwas von Tee verstehen und eine große Auswahl unterschiedlicher Sorten. Da fällt mir das Schreibdenken noch viel leichter!

In meinem Lieblingsblog las ich vor kurzem einen Artikel darüber, wie Leo Babauta mit einem Daoistischen Teemönch einen besonderen Teemoment erlebte. Der Mönch verriet ihm, dass man – damit der Tee den Menschen verändern kann – ihm einen heiligen Raum im Herzen schaffen sollte. Eine traumhafte Schreibinspiration: Wie fühlt sich so ein heiliger Ort an? Was kann da außer Tee sonst noch Platz haben? Leo Babauta meint: Wenn man einen heiligen Raum in seinem Herzen für etwas schafft, ändert sich die Art und Weise, wie man etwas tut. Er verändert den Menschen auf der molekularen Ebene.

Wie ist das bei Ihnen? Wenn Sie wollen: Schreiben Sie doch darüber, welche drei Dinge, Handlungen, Menschen einen solchen heiligen Raum in Ihrem Herzen bekommen und wie sie ihn erschaffen? Und vielleicht haben Sie später auch noch Lust, darüber zu schreiben, ob und wie der heilige Raum etwas verändert hat?

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Wie Sie ins Schreiben kommen

Schreibwerkstatt

Da ist es, das weiße Blatt Papier vor mir. Es soll was drauf: Eine spannende Geschichte, ein informativer Artikel, ein Liebesgedicht oder ein Leserbrief. Doch nichts passiert. Der erlösende rote Faden stellt sich nicht ein, kein Gedanke für einen guten Anfang kommt daher. Was tun? Hier habe ich ein acht Techniken zusammengestellt, die mir bis jetzt zuverlässig dabei geholfen haben, eine Schreibblockade zu überwinden:

  1. Fragen Sie Google: Früher hätte man im Lexikon nachgesehen oder im Duden Synonymwörterbuch. Heute nutzen wir Suchmaschinen als Inspirationsquellen. Geben Sie Schlagwörter rund um Ihr Thema bei Google oder Google News oder bei der Bildersuche ein und schauen Sie was kommt. Ist ein Artikel, eine Schlagzeile, eine Quelle, ein Bild dabei, das Sie inspiriert?
  2. Fragen Sie Ihre Leser: Mein Lieblingsblogautor Leo Babauta war eines Tages auf der Suche nach einem Thema für seinen nächsten Blogbeitrag. Also stellte er über Twitter die Frage an seine Fangemeinde: „Wo habt Ihr Probleme und wie kann ich Euch dabei helfen?“ Seine Twitter-Follower antworteten prompt und wünschten sich Hilfe rund um die Themen Motivation und Aufschieberitis. Und schon hatte er dadurch, dass er etwas gefunden hatte, womit er anderen helfen kann, ein Thema für seinen nächsten Artikel.
  3. Schalten Sie nervende Störungsquellen aus: Deaktivieren Sie die Email-Benachrichtigungen in Outlook, schalten Sie das Telefon auf Flugmodus, verwenden Sie am besten einen analogen Schreibtisch ohne PC, gehen Sie raus und schreiben Sie, wo Sie sonst nie schreiben. Eine Fülle von Anregungen hierfür finden Sie hier.
  4. Langweilen Sie sich: Kreativität braucht Zeit und Raum. Graben Sie im Sand, machen Sie etwas, was Sie noch nie getan haben, gehen Sie spazieren, stricken Sie ein paar Reihen, fahren Sie mit dem Fahrrad ums Haus, basteln Sie ein Papierschiff, malen Sie ein Bild. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Geistesblitze Ablenkung brauchen und Kreativität leichter durch das Schweifenlassen der Gedanken entstehen kann.
  5. Sorgen Sie stets dafür, dass Sie inspiriert bleiben: Die amerikanische Autorin Julia Cameron empfiehlt in ihrem wunderbaren Buch „Der Weg des Künstlers: Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ zwei wichtige Tools, um den inneren Künstler zu pflegen: Das Schreiben der Morgenseiten und regelmäßige Verabredungen mit sich selbst. Bei diesen Treffen mit dem inneren Künstler geht es darum, z.B. neue Musik, Theateraufführungen, Kunstausstellungen, Architektur zu erkunden und inspirierende Menschen zu treffen. So kommen neue Ideen in den Kopf.
  6. Fangen Sie einfach an: Auch wenn Sie weder den roten Faden, die spannende Geschichte, den genialen Redeneinstieg gefunden haben: Legen Sie einfach los und schreiben sie auf das Papier, was Ihnen gerade einfällt. Versuchen Sie das wenigstens 15 Minuten lang. Dann dürfen Sie aufhören und ein paar Stunden später oder am nächsten Tag daran weiterarbeiten. Sie werden sehen, dass Ihnen beim Schreiben so viele Ideen kommen, dass Sie dann nicht mehr aufhören wollen!
  7. Seien Sie dankbar: Der amerikanische Blogautor Leo Babauta denkt, wenn er gerade nicht in der Stimmung ist, etwas zu tun, darüber nach, welch großartiges Geschenk er mit seinem wunderbaren Leben und den tollen Menschen darin bekommen hat. Dann fragt er sich, wie er dieses Wunder am besten nutzen will. Wäre es nicht eine Verschwendung, wenn er die wenige Zeit in diesem Leben mit Sinnlosigkeit und Faulheit verbringen würde? Zwischendurch abhängen ist ja OK, doch Leo Babauta möchte auch etwas schaffen, um Menschen zu helfen und etwas Erfüllendes zu tun, das ihm Freude bringt. Und schon kommen die nächsten Ideen für die nächsten Schritte…
  8. Schreiben Sie mit anderen: In Schreibwerkstätten fällt es durch die Schreibimpulse, die in jeder Sitzung gestellt werden, viel leichter, zu Ideen und Geschichten zu kommen. Das Schreiben in der Gruppe fügt dieser Wirkung einen Verstärker hinzu: Das Feedback der Teilnehmer – und hier geht es immer nur um emotionales Feedback, vergessen Sie Stilkritik und literarisches Quartett – lässt Sie die Dinge in einem anderen Licht sehen. Ebenso lernen wir durch das Vorlesen der Texte der Mitschreibenden. Es ist oft erstaunlich, was acht Menschen aus einem Thema machen können: Acht völlig unterschiedliche Geschichten, inspirierend, vielfältig, bereichernd für die eigene Gedankenwelt. In einer Schreibwerkstatt herrscht stets eine wertschätzende Atmosphäre ohne Zwang, den Literaturnobelpreis herbei zu formulieren oder Vorzulesen. Alles kann, nichts muss.