Handschrift lässt Ideen fließen

Mit der Hand schreiben – das scheinen Kinder gar nicht mehr richtig zu lernen in der Schule und Erwachsene im Zeitalter des Smartphone und PCs immer häufiger zu verlernen. Zum Tag der Handschrift am 23. Januar finden Sie hier meine fünf Tipps für eine bessere Handschrift und die Nutzung dieses mächtigen Tools unserer Kreativität.

Meine Handschrift war bis vor ein paar Jahren zu einem Schattendasein verurteilt: Alles, was sie zu tun hatte, war hier und da mal einen Einkaufszettel zu kreieren, auf einer Überweisung zu unterschreiben oder einen Ordner zu beschriften. Alles andere, was ich festhalten wollte, habe ich getippt. Wohl auch, weil meine Handschrift immer schwerer zu entziffern war. Dann besuchte ich meine erste Schreibwerkstatt und ich begann wieder mit der Hand zu schreiben. Die Lesbarkeit meiner Handschrift verbesserte sich Seite für Seite, neue Inhalte sprudelten geradezu aufs Papier. Ich fand wieder Freude daran, etwas mit der Hand aufzuschreiben und heute nutze ich das Mitderhandschreiben vor allem für kreative Prozesse. Mein Tipp Nummer eins lautet also:

Handschrift braucht regelmässige Übung

Ich habe erfahren, dass Handschrift ein wahrer Schub ist für meine Kreativität. Das bestätigt auch ein Artikel in der F.A.Z Community. Er berichtet über den Wert der Handschrift im Computerzeitalter und führt Forschungsergebnisse an, die belegen, dass die Nutzung von Papier und Stift zu schnelleren Lernfortschritten und besseren Ergebnissen führt als beim Tippen auf der Tastatur. Egal ob es um Buchstaben lernen, Aufsätze schreiben oder darum geht, sich etwas zu merken: Das Mit-der-Hand-Schreiben aktiviert andere Gehirnregionen und das wiederum wirkt sich positiv auf unsere Kreativität aus.

In meinen Schreibwerkstätten, z.B. im Magic Bloghouse, merke ich immer wieder, dass sich die Teilnehmenden zuerst dagegen sperren, ihre Texte oder Blogartikel im ersten Entwurf mit der Hand zu schreiben. Wer sich jedoch darauf einlässt, bestätigt mir in der Regel nach dem Schreiben, dass das Schreiben mit der Hand eine andere Qualität hat und als angenehmer empfunden wurde. Mein Tipp Nummer 2 lautet daher:

Schreiben Sie Texte erst einmal mit der Hand.

Denn ich glaube, dass die Verbindung von Herz und Hand enger ist, als die von Hirn und Tastatur. Der amerikanische Künstler Austin Kleon plädiert in seinem Buch „Steal like an artist“ sogar dafür, mit zwei Schreibtischen zu arbeiten: Einem analogen mit Papier, Schere, Kleber, Stiften etc. und einem digitalen Schreibtisch mit PC, Maus & Co. Probieren Sie’s aus: Schreiben Sie Ihre erste Textversion ,mit der Hand. Erst zur Überarbeitung tippen Sie den Text dann in den PC. Vielleicht haben Sie beim Mit-der-Hand-Schreiben auch gleich Lust, Ihren Text zu illustrieren? Mit einer Zeichnung, einer Collage? Mein Tipp Nummer 3 für Sie:

Nehmen Sie Ihr Notizbuch und die Stifte immer mit, dann sind Sie für jeden Ideensturm gewappnet!

Seit einiger Zeit arbeite ich mit großer Freude mit einem Bullet Journal, das mein zentrales Ideensammelbecken, Planungswerkzeug und Kreativitäts-Tool geworden ist. Mein Tag beginnt mit einem Blick auf die Monatsaufgaben-Übersicht. Das Bullet Journal sammelt meine Inspirationen, Projekte, ToDos, meinen Blog-Planer oder Texte. Manchmal endet der Tag auch mit dem Bullet Journal: Mit Zeichnen, dem Aufkleben von Collagen oder dem Anlegen neuer Seiten. Ich finde diese Technik effektiver als alle Apps oder Online-Tools, da das ablenkende Element des Internets fehlt. Und sie bereitet mir mehr Freude, weil ich dadurch längst vergessene künstlerische Fähigkeiten wieder aufleben lassen kann. Schöne Ideen dazu, wie man ein Bullet Journal anlegt, gibt es z.B. im Blog von Sandra Dirks Voll verplant: Bullet Journaling mit Diana Meier-Soriat – Ein Rückblick oder vom „Erfinder“ dieser Technik Ryder Carroll in diesem Video Das Bullet Journal.

Das Tagebuchschreiben oder auch „Journaling“ genannt, ist ebenfalls eine schöne Möglichkeit, die eigene Handschrift zum Einsatz zu bringen. Ich benutze dieses Tagebuch dazu: „Some lines a day – The 5 Year Memory Book“ von Leuchtturm 1917. Weil ich nur ein paar Zeilen jeden Tag schreiben kann, ist die Aufgabe leicht zu erfüllen, schnell erledigt und wird nicht wegprokrastiniert. Zusätzlich zum Tagebuch und meinem Bullet Journal arbeite ich noch mit dem Desire Map Planner von Danielle Laporte, in dem ich meine Tagesaufgaben und Termine strukturiere, mein Dankbarkeitstagebuch führe und zu den von der Autorin täglich neuen „Soul Prompts“ schreibe. Für jeden Tag des Kalenderjahres steht eine Seite (etwas größer als A5) zur Verfügung. Mein Tipp Nummer vier lautet daher:

Suchen Sie sich ein Format für Ihr Tagebuch oder Ihren Planer, das Ihnen wirklich Freude bereitet!

Denn dann fallen das Dranbleiben und das tägliche Schreiben leicht.

Und was könnten Sie noch mit der Hand schreiben? Briefe! Mein Tipp Nummer 5 lautet:

Schreiben Sie immer wieder Briefe.

Verfassen Sie Liebesbriefe. Dankesbriefe. Urlaubspostkarten. In diesen digitalen Zeiten freuen sich die Menschen über richtige Post im Briefkasten. Wenn Sie Anregungen fürs Briefschreiben und kreative Post suchen, dann finden Sie in diesen beiden Büchern gute Ideen:

Ab die Post von Antje von Stemm und „Grußideen mit Witz und Phantasie“ von Dagmar Ahrens.

Sie möchten Ihre Handschrift wieder reaktivieren? Sie möchten mehr über die Technik des Bullet Journalings lernen? Dann kommen Sie doch ins Magic Bloghouse, die Schreibwerkstatt für Blogger, oder buchen Sie eines meiner individuellen Schreibcoachings. Ich freue mich auf Sie!

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