Die 20-Jahre-Serie, Folge 2: Wie man sich ein gutes Netzwerk aufbaut

Netzwerken ABC Networking

Netzwerken bedeutet für mich weit mehr als nur Visitenkarten zu tauschen. Viel mehr. Nach 20 Jahre Selbständigkeit weiß ich: Es ist Netz und doppelter Boden, Freude und Sinn. Das ist es. In dieser neunteiligen Blogserie zu meinem Jubiläum teile ich meine Top-Tipps rund ums Selbständigsein. In dieser zweiten Folge: Meine ganz persönlichen Erfolgsstrategien für das Knüpfen erfolgreicher Verbindungen.

Size matters – das weiß man seit Jurassic Parc. Ist das auch beim Netzwerken so? Sie kennen die Menschen, die in XING und LinkedIn mit 377.829 Leuten verbunden sind. Können diese vielen Verbindungen mit Substanz gefüllt werden? Dem Ruf nach Beziehungspflege und Vitamin B alle Ehre, aber meiner Erfahrung nach geht das nicht. Deshalb verbinde ich mich online nur mit den Menschen, die ich vorher persönlich kennengelernt habe.

Qualität vor Quantität

Und doch spielt die Mathematik eine Rolle: Je mehr Menschen ich kenne, desto mehr Menschen kennen mich. Je mehr Menschen ich kenne, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand dabei ist, der bei einem Anliegen effizient helfen oder der als Multiplikator dienen kann. Oder jemand kann mich weiterempfehlen oder ich kann jemand anderem mit einer Empfehlung helfen?

Und dennoch: Klasse statt Masse – dieses Prinzip hat von jeher für mich hervorragend funktioniert, denn: Eine Kontaktaufnahme, auf die keine Kommunikation folgt, ist eine Sackgasse. Wenn ich nach einer Kontaktaufnahme in Xing oder Facebook nie wieder etwas von dieser Person lese, sehe oder höre, wenn wir uns nach einem Netzwerktreffen nie wieder begegnen oder auf andere Weise zusammenkommen, dann ist das ein toter Kontakt. Mit ziemlicher Sicherheit wird sich mein Gedächtnis dieses Menschen entledigen und beim jährlichen Xing- und LinkedIn-Frühjahrsputz stelle ich die Frage: Wer war das nochmal? Und schon klickt mein Finger auf das Feld: Kontakt löschen!

Ein lebendiger Kontakt: Das ist jemand, der mal eine Nachricht schickt, der einen interessanten Newsletter versendet oder mit spannenden Blogartikeln auf sich aufmerksam macht. Jemand, den man höchstwahrscheinlich bei der nächsten Veranstaltung in der Region wiedertrifft oder über den man von anderer Seite Gutes hört. Das sind die Menschen, mit denen ich mich in der Vergangenheit mit Freude und langfristigem Erfolg verbunden habe!

„Im kommenden Zeitalter treten Netzwerke an die Stelle der Märkte, und aus dem Streben nach Eigentum wird Streben nach Zugang, nach Zugriff auf das, was diese Netzwerke zu bieten haben“ – Jeremy Rifkin, Access – Das Verschwinden des Eigentums

In 20 Jahren Selbständigkeit habe ich vieles gesehen. Zum Beispiel: Menschen, die mich auf Seminaren oder Netzwerktreffen ihrem unerschütterlichen Röntgenblick unterzogen haben. Sie screenten mich in Sekundenschnelle anhand dieser sieben Fragen in ihren Köpfen:

  1. Kenn‘ ich sie?
  2. Ist sie bekannt?
  3. Kann sie mir nützlich sein?
  4. Kann ich ihr etwas verkaufen?
  5. Was kann ich von ihr lernen?
  6. Wem kann sie mich vorstellen?
  7. Wie kann sie mir helfen, meine Ziele zu erreichen?

Ich habe Netzwerk-Strategen entdeckt, die sich, nachdem sie diese sieben Fragen nicht zu ihrer Zufriedenheit beantworten konnten, einfach abgewendet haben.

Dann habe ich die Netzwerk-Schmetterlinge gesehen: Die tauchen hier mal auf, mal da, dann sind sie wieder weg. So wie es ihnen beliebt. Alles ganz unverbindlich.

Ich habe Networking-Zecken kennengelernt, die sich an ihre persönlichen Idole des Monats hängen, um ihr Wissen und ihre Kontakte in kürzester Zeit abzusaugen. Dann lassen sie sich vollgesaugt fallen und begeben sich auf die Suche nach einem neuen „Wirt“, um ihr Spiel zu wiederholen.

Und ich habe Netzwerk-Vermeider getroffen, die sich das Netzwerken nicht zutrauen. Und selbst wenn sie sich in solche Situationen begeben haben, haben sie sich nicht wohl gefühlt, mit keinem geredet und – ich hab’s doch gewusst – Netzwerken bringt doch nichts!

Wirklich nicht?

So kann Netzwerken funktionieren

Die guten Netzwerker, die ich in den vergangenen 20 Jahren kennenlernen durfte, sind, wie es die Innovations-Expertin Anke Meyer-Grashorn einmal ausdrückte, diejenigen, die „‘Ja, ich will!‘ sagen, Angel auswerfen, abwarten und Tee trinken“. Absichtsfrei.

So hat es für mich immer gut funktioniert: Sich auf eine Gelegenheit einlassen, mit offenem Herzen hingehen, reden, zuhören, fragen, lachen, Spaß haben. Absichtsfrei. Oder höchstens mit der Absicht, jemand anderem zu helfen, zwei interessante Menschen einander vorzustellen, etwas zu lernen. Der Rest wächst von alleine.

Ich hatte immer Vorbilder beim Netzwerken: Menschen, die bescheiden und großzügig agieren, die empfehlen und sich etwas empfehlen lassen. Menschen, die immer freundlich und aufgeschlossen sind, die sich ehrlich interessiert zeigen und andere an ihren Lernprozessen teilhaben lassen. Meine Vorbilder haben viel Humor, sind ohne Neid und unterstützen aktiv das Wohlergehen anderer. Ohne Lästereien, Intrigen oder krumme Touren.

Meine Vorbilder sind Menschen, bei denen man auf eine Bitte mit einem ehrlichen Nein rechnen kann, weil sie die Aktion nicht gut finden, weil sie keine Zeit haben oder weil die Bitte nicht zu ihrer Kernkompetenz passt. Aber sie sagen ab. Und sie verzögern nicht oder halten sich nicht bis zum Schluss alle Optionen offen oder verschwinden im Nirwana. Ein klares Ja oder Nein. Zuverlässig. Das schätze ich sehr.

Dass ich solche Vorbilder finden konnte – dafür sorgte mein Netzwerk als Filter: Dadurch, dass man in die meisten Netzwerke nur durch Empfehlungen kommt, weiß ich, dass die Menschen darin als „vertrauenswürdig“ einzustufen sind. Das muss nicht immer klappen, denn auch da gibt es meiner Erfahrung nach schwarze Schafe. Aber gerade in einem Umfeld von kleinen Kreisen ist die Aufnahme in einen Club oder ein Netzwerk schon mal ein wichtiges Vertrauensvorschusskriterium.

In dem Interview-Blog „Woman’s Business Talk“ habe ich eine Reihe von Interviews mit Selbständigen zum Thema Netzwerken geführt. Monika Scheddin, Präsidentin des Woman’s Business Clubs, Autorin des Networking-Klassikers „Erfolgsstrategie Networking“ und eines meiner Vorbilder, hat darin ihre drei erfolgreichsten Vernetzungsstrategien vorgestellt: „Ganz viel reingeben ins Netzwerk, ohne Erwartungen. Dann abwarten und sich überraschen lassen. Menschen ganz konkret um etwas bitten, das hat unvermuteterweise schöne Beziehungen initiiert. Klarheit: inzwischen definiere ich auch klar Erwartungen. Das macht Gemeinsames leichter.“

10 besten Tipps Netzwerken

Mein zehn besten Tipps für’s Netzwerken:

  1. Geht raus, trefft Euch mit Menschen!
  2. Geht Verbindungen ein, die Euch gut tun, und pflegt sie!
  3. Schaut, welches Netzwerk oder welcher Club zu Euch passt.
  4. Bringt Euch ein.
  5. Redet mit Menschen, fragt, hört zu, pflegt den Dialog!
  6. Sprecht ehrliche Empfehlungen aus, bittet um Empfehlungen.
  7. Netzwerkt kontinuierlich.
  8. Vernetzt Euch im echten Leben und digital: In sozialen Netzwerken, in Business-Netzwerken, in Eurem Blog.
  9. Macht Euch auffindbar und zeigt Euch nützlich mit Euren Erfolgen, Eurem Herzen und mit Eurer Liebe zum Business.
  10. Haltet Vorträge!

The winds of change

Mir hat das Netzwerken vor allem in Zeiten des Wandels sehr geholfen: Zu Beginn meiner Selbständigkeit bin ich zu den Treffen des Woman’s Business Clubs gegangen, um mich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Inspirationen zu finden.

Doch dann hatte ich den Schwerpunkt meiner Tätigkeit von der IT-PR hin zum Bloggen und zur Selbst-PR verlegt, habe neue Kundengruppen angesprochen und schlagartig erwies sich mein Netzwerk als wirksame Unterstützung und die Menschen darin als wunderbare Multiplikatoren.

Die Perspektive: Kontinuität. Nur in meiner Familienphase habe ich mich im Netzwerk rar gemacht, ansonsten waren mir die Treffen immer sehr wichtig. Es haben sich wertvolle Freundschaften ergeben. Es kamen geschäftliche Kontakte zustande. Ich durfte jedes Mal meine Komfortzone erweitern. Netzwerken bleibt für mich eine absolute Bereicherung.

Netzwerken – nur was für Selbständige?

Ich stelle immer wieder fest, dass sich gerade die Konzernmenschen seltener in Clubs und Netzwerken tummeln, denn sie haben ja ihren sicheren Hafen: Ihre Firma.

Doch wie sicher sind diese Häfen heute noch? Ich habe beobachtet, dass sich der Wind selbst nach 20 Jahren Firmenzugehörigkeit durch neue Investoren oder neue Vorgesetzte innerhalb weniger Tage drehen kann. Und plötzlich sehen sich Angestellte in Situationen, in denen sie noch 10 Minuten Zeit haben, ihre persönlichen Dinge zusammenzupacken, um dann zum Ausgang begleitet zu werden. Oder in denen man ihnen nach dem Sabbatical erklärt, dass ihr Job in der neuen Konzernstruktur nicht mehr vorhanden ist. Wohl dem, der dann ein Netzwerk um sich hat, um Hilfe und Empfehlungen zu bekommen!

Das Schöne ist: Viele Menschen befinden sich ja schon in Netzwerken, ohne dass sie sich dessen so richtig bewusst sind: Da sind zum einen Familie und Freude oder Nachbarn, zum anderen Menschen, mit denen man in einem Verein oder einer Partei zusammengeschlossen ist. Dann gibt es religiöse Gemeinschaften oder Alumni-Netzwerke, Stammtische, Fußball-Abende und Frauenfrühstücke. Auch diese Verbindungen haben Networking-Potential, das es mit Freude und Liebe zu gestalten gilt!

NETZWERKEN VON A-Z

Mein persönliches ABC für Netzwerkerfolg

Wie baue ich ein Netzwerk auf? Das werde ich oft von Berufsanfängern oder Gründern gefragt. Nun, ein Netzwerk von guten Kontakten knüpft man nicht in einem Abend. Der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes brauchen Priorität und Zeit.

Wie vernetze ich mich also richtig? In 20 Jahren durfte ich an vielen Netzwerkabenden teilnehmen, ich bekam die Gelegenheiten, bei anderen Clubs und Netzwerken zu Gast zu sein, Vorträge zu halten und Aktionen auf den Weg bringen. 2003 habe ich sogar den Networking Award des Woman’s Business Clubs bekommen. Mit diesen Tipps aus meinem Networking-ABC habe ich Netzwerken als Erfolg erlebt:

A wie Aktionen mit Partnern: Zusammen geht’s leichter, mit mehr Wirkung und mehr Spaß. Ob es ums Bloggen geht, um eine Mastermind Gruppe oder eine Veranstaltung auf den Weg zu bringen: Wer Ressourcen und Mittel zusammenlegt, kommt schneller, mit einer größeren Reichweite und manchmal auch mit mehr Freude ans Ziel.

B wie Bloggen: Bloggen ist ein ideales Netzwerktool. Man kann auf seiner eigenen Plattform interessante Menschen zu einem Interview einladen, Gastbeiträge von anderen oder eigene Gastbeiträge in anderen Blogs veröffentlichen: Blogs schaffen auf diese Weise sichtbare Verbindungen.

C wie Credits: Netzwerken bietet viele Gelegenheiten, hemmungslos gut über einander zu sprechen, andere zu loben und ihnen eine Plattform zu geben. Immer wichtig: Wer hat’s gemacht? Wenn die Schweizer ein gutes Kräuterbonbon erfunden haben, dann nennen wir den Namen der Erfinder und loben wir sie auch dafür!

D wie Delegieren: Das persönliche Netzwerken lässt sich nicht delegieren, weder an eine CRM-Software, noch an Plattformen im Internet oder an andere Menschen. Der Beziehungsaufbau zu Menschen, Mitarbeitern, Experten und Multiplikatoren – das kann man nur selbst leisten! Und dazu gibt es neben den institutionalisierten Gelegenheiten und Events auch viele Chancen im Alltag.

E wie Events: Besuchen Sie Veranstaltungen, lassen Sie sich auch mal auf Experimente, wie z.B. Barcamps oder branchenfremde Events ein. Gestalten Sie eigene Formate und laden Sie Menschen dazu ein, die Sie schon immer mal kennenlernen wollten! Ich hab’s ausprobiert: Es funktioniert!

F wie Facebook: Wenn Sie sich auf dieser Social Media-Plattform wohlfühlen, dann pflegen sie eine Fanpage, über die Sie mit Freunden, Fans, Followern und Kunden in Verbindung bleiben können: Durch das Empfehlen von interessanten Inhalten anderer, das Posten von eigenen Informationen und durch Kommentare.

G wie Gefühl: Netzwerken hat auch etwas mit Gefühlen zu tun: Zum einen Unsicherheit, zum anderen Neugierde, Offenheit, Spannung und schließlich Stolz, wenn Sie die Wirkung ihres Netzwerkes spüren können. Keine Sorge, Sie werden das Gefühl dafür entwickeln, Menschen im richtigen Moment anzusprechen, auf die für Sie passende Art und Weise und Sie werden Ihren Weg finden, diese Kontakte zu gestalten. Eines brauchen Sie unbedingt: Geduld, um Netzwerkerfolge kontinuierlich wachsen zu sehen!

H wie Helfen: Mein alter Netzwerktrick: Wenn ich irgendwo hingehe, wo ich niemanden kenne, konzentriere ich mich ganz darauf, anderen Menschen zu helfen. Auf diese Weise erspare ich mir den Erfolgsdruck und Kontaktstress und kann entspannt die neue Situation  genießen. Und Lächeln, das hilft auch!

I wie Integrität: Die Integrität eines Menschen spielt für mich eine wichtige Rolle und ist Voraussetzung für den freudvollen Beziehungsaufbau. In meiner Schreibwerkstatt habe ich mich intensiv damit beschäftigt, meine eigenen Werte zu durchleuchten. Sie sind meine Koordinaten im menschlichen Beziehungsdschungel. Legen Sie sich Ihr persönliches Werte-Set zurecht!

J wie Jack-in-the-box: Überraschung! Manchmal kommt es eben anders: Ist der Vortrag beim Netzwerkabend langweilig: Mach das Beste draus! Das Essen ist schlecht? Lach drüber! Du unterhältst Dich auf einem Netzwerktreffen mit jemandem ausführlich über Dein Lieblingshobby Kochen – und nichts Berufliches? Könnte sein, dass das Dein neuer Großkunde wird! Ich habe schon die unglaublichsten Geschichten erlebt!

K wie Kennen: Menschen machen Business mit den Menschen, die sie kennen, mögen und denen sie vertrauen. Sorgen Sie dafür, dass Sie auf Netzwerk-Events sowohl mit Menschen sprechen, die Sie schon kennen als auch mit denen, die Sie noch nicht kennen. Neulich habe ich mich einfach der sympathischen Dame rechts von mir vorgestellt und wir führten ein kurzes, aber sehr anregendes Gespräch. Es wäre schade gewesen, wenn ich das verpasst hätte!

L wie LinkedIn: Sorgen Sie für ein aussagefähiges, aktuelles Profil – wenn möglich in Deutsch und Englisch. Sprechen Sie dort Empfehlungen für andere aus. Achten Sie auf ein gutes Foto!

M wie Mut: Manchmal erfordert es Mut, auf unbekannte oder bekannte Menschen zuzugehen. Fassen Sie sich ein Herz, bewahren Sie sich Ihre Offenheit. Bedenken Sie immer: Konkurrenzdenken ist nicht angebracht. Ich habe einmal einen lukrativen Auftrag von einem PR-Fachmann vermittelt bekommen, der das gleiche Dienstleistungsportfolio für die dieselbe Nische abdeckte wie ich. Er hatte keine Zeit, kannte meine Kompetenz und hat mich einfach empfohlen. Das fand ich großartig!

N wie Newsletter: Sie wollen Kontakte pflegen, indem sie regelmäßig über sich informieren und andere inspirieren? Dann versenden Sie einen Newsletter. Immer wieder höre ich: „Das ist ja interessant, das habe ich in Deinem Newsletter gelesen!“ Newsletter schaffen Verbindung!

O wie Open Space: Ein Eventformat, das Menschen in Austausch bringt und Projekten eine Form gibt. Fürs Netzwerken ein ideales Format. Wer etwas dazu wissen will, erfährt bei Wikipedia mehr. Probieren Sie’s unbedingt aus, wenn es bei einem Kongress oder Firmenevent angeboten wird!

P wie Pressearbeit: Journalisten sind hervorragende Netzwerker, denn nur über Kontakte kommt man an gute Geschichten. Lernen Sie die wichtigen Pressevertreter in Ihrem Feld kennen, z.B. auf einer der nächsten Fachmessen oder bei lokalen Veranstaltungen. Informieren Sie mit Ihrer PR die regionale Presse, die Fachpresse, relevante Blogger in Ihrem Spezialgebiet, verfassen Sie redaktionelle Beiträge für Fachzeitschriften. Bleiben Sie im Gespräch! Public Relations bauen kommunikative Beziehungen auf!

Networking-Tipps

Q wie Q – der Mann bei den James Bond-Filmen, der immer für die Ausrüstung zuständig war: Auch ich packe vor jeder Netzwerkveranstaltung meinen Spezialagentinnen-Networking-Koffer. Darin befinden sich z.B. Visitenkarten, Flyer oder Broschüren, Fotoapparat oder Smartphone, Block und Stifte für meine Notizen und Sketchnotes, also Dinge, die meinem „Markenzeichen“ entsprechen. Auf einem Event tue ich oft etwas, was zu meiner Personenmarke, meinem Personal Brand passt: „Ah, fotografierst Du wieder? In welchem Blog wirst Du über den Event schreiben? Ah, Du zeichnest wieder, bin schon gespannt!“ das sind die Sätze, die ich dann höre.

Und weil wir gerade beim Personal Branding sind: Das Outfit ist natürlich auch wichtig. Vor allem die Schuhe: Müssen Sie viel stehen oder gehen? Dann rate ich zum flachen Ersatzschuh im Networking-Koffer. Im Koffer liegt übrigens auch ein Zettel mit ein paar Anhaltspunkten für den Elevator Pitch und manchmal auch ein Buch des Autors, der am Abend den Vortrag halten wird, ein paar Infos zu den Personen auf der Netzwerkveranstaltung oder drei Wünsche, die durch diesen Abend in Erfüllung gehen sollen.

R wie Reden: Reden, ja, reden hilft. Mit der Person links von Ihnen, mit der Person rechts von Ihnen. Fragen Sie, hören Sie zu, reden Sie auch über sich und Ihr Business. Manche Profi-Netzwerker machen sich eine kleine Agenda für den Abend. Betreiben Sie Small Talk. Stellen Sie Menschen einander vor, bei denen Sie das Gefühl haben, dass sie gut zusammenpassen könnten.

S wie Social Media: Testen Sie Social Media, entscheiden Sie sich für Plattformen, in denen sich Ihre Kunden tummeln und mit denen Sie sich wohlfühlen. Nutzen Sie die Chancen, sich regelmäßig zu zeigen, Sichtbarkeit und Vertrauen aufzubauen und die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppen immer wieder zu gewinnen. Bauen Sie sich ein Publikum, eine Community auf. Und nutzen Sie die Chance zum Dialog durch Kommentare!

T wie Twitter: Eine wunderbares Werkzeug, um auf Events zu Netzwerken! Besorgen Sie sich auf Konferenzen, Barcamps oder Kongressen einen WLAN-Zugang und den Hashtag, den die Veranstalter für den Event definiert haben. Und dann twittern Sie – immer mit dem jeweiligen Hashtag – live Ihre Eindrücke, die auch für andere interessant und relevant sind. Z.B. Zitate aus Vorträgen, Beiträge zu Diskussionen, Fotos vom Event, Ihre Sketchnotes zu den Vorträgen, Links zu Ihren Blogartikeln über den Event. Vor Ort können Sie sehen, was die anderen unter dem Hashtag twittern, wer da ist und mit wem Sie vielleicht Kontakt aufnehmen wollen.

U wie Urvertrauen: Gehen Sie davon aus, dass beim Networking stets das Beste für Sie passieren wird. Denn ohne Urvertrauen handeln Sie aus der Angst heraus. Und dann sind Sie nicht authentisch, agieren zu viel oder zu wenig in der Öffentlichkeit – aus Unsicherheit – und Sie finden Ihren persönlichen Netzwerk-Stil nicht.

V wie Videos: Immer leichter wird es, von Netzwerkevents oder Kongressen live ein Video z.B. in YouTube zu senden. Vielleicht mit einem Interview eines Keynote-Speakers? Oder Ihren fünf besten Tipps von diesem Kongress? Üben Sie vorher ein paar Mal zu Hause, experimentieren Sie mit der Ausrüstung, z.B. einem Stativ und einem Mikrophon, vor allem, wenn es um Hintergrundgeräusche geht. Und denken Sie dran: Richtiges Licht, angenehmer Hintergrund, in die Kamera schauen und – lächeln!

W wie Win-Win-Situation: Beim Netzwerken achten Sie auf die Balance zwischen Geben und Nehmen, denn eine Hand wäscht die andere! Gegenseitigkeit und Ausgewogenheit erreicht man zwar nicht immer, aber vielleicht lassen sich gute Tipps, Empfehlungen oder eine interessante Information auf kreative Weise zu einem späteren Zeitpunkt „vergelten“? Das wichtigste in meinen Augen: Danke sagen! Und in Kontakt bleiben!

X wie XING: XING steht für „Crossing“, „sich über den Weg laufen“. Und um das zu ermöglichen, bietet diese Business Plattform eine gute Grundlage. Ist Ihr Profil auf XING vollständig und aktuell? Haben Sie Ihre Events dort eingebunden? Erscheinen Ihre Blogartikel dort automatisch? Pflegen Sie neue Kontakte dort regelmäßig ein? Machen Sie dort immer mal wieder einen Frühjahrsputz?

Y wie YouTube: Video ist ein mächtiges Werkzeug, das heute aus dem Business-Alltag nicht mehr wegzudenken ist.  Wer Vorträge halten will, braucht Videos in seinen Webauftritten. YouTube wird Ihr persönlicher TV-Kanal und erlaubt Ihren Zusehern, ein erstes Gefühl für Sie zu bekommen. Das erleichtert das Kennenlernen!

Z wie Zuhören: Wenn Sie auf einer Netzwerk-Veranstaltung sind: Stellen Sie Fragen, hören Sie Ihren Gesprächspartnern zu. Das Zuhören ist das A und O der beruflichen Kontaktpflege, denn nur so erfahren Sie, wie Sie Ihrem Gegenüber helfen können. Und bedenken Sie: Manchmal ist Zuhören anstrengender als reden, also teilen Sie sich Ihre Kräfte gut ein. Präsenz ist gefragt, nicht auf dem Handy tippen, sondern aufmerksam sein. Am Abend vorher früh ins Bett zu gehen, gut zu schlafen – das ist manchmal die ideale Vorbereitung für’s Netzwerken.

 

Welchen Networking-Tipp haben Sie?

 

Die 20-Jahre-Serie, Folge 1: Serendipity oder die Gefühle des Selbständigen-Glücks

7 Kommentare zu “Die 20-Jahre-Serie, Folge 2: Wie man sich ein gutes Netzwerk aufbaut

  1. Pingback: Ganz einfach ich – #ganzeinfachich – Folge 6 der 20-Jahre-Serie | Daniela Heggmaier

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