Content Recycling: Wie aus einer Blogpause kein Sichtbarkeitsloch wird

Bloggen – für manche ein Hobby, für viele ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäfts oder ihrer Karrierestrategie. Doch nicht immer läuft im Leben alles glatt. Manchmal fehlen Zeit oder Energie oder beides, um regelmäßig interessante Beiträge zu produzieren und zu veröffentlichen. Mit diesen Tipps können Sie vermeiden, dass Sie trotz Blogstopp in Vergessenheit geraten und Sie finden Strategien, wie Sie auch ohne neuen Content weiterhin Vertrauen, Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit aufbauen können.

Nicht nur ungeplante Ereignisse wie emotionale Krisen, Krankheit oder eine Schreibblockade können Blogger aus der Bahn werfen. Auch berufliche Herausforderungen, wie die Übernahme einer neuen Abteilung oder die Leitung eines großen Projekts führen dazu, dass der Blog in der Prioritätenliste abrutscht. Und so mancher Blogger nimmt Urlaub, eine Babypause, ein Sabbatical, steckt im Sommerloch oder orientiert sich in seinem Business neu, was ebenfalls dazu führen kann, dass immer seltener auf das „Publish“-Feld im Blog geklickt wird. Ich z.B. habe eine Blogpause eingelegt, weil ich intensiv an meinem neuen Buch gearbeitet habe.

Expertenstatus ade?

Doch wer Sichtbarkeit und Bekanntheit für sein Business und seine Karriere vorantreiben möchte, kann keine langen Blogpausen brauchen. Selbst-PR verlangt kontinuierliches Engagement, um Aufmerksamkeit und Vertrauen aufzubauen. Deshalb ist es wichtig, dass es auch in der Pause weitergeht: Kompetenz zeigen, relevante Themen aufgreifen und nützliche Tipps teilen. Wenn der Blog verwaist ist und auf den Social Media-Plattformen Sendepause ist, bekommen Fans und Follower den Eindruck, dass der Blogger vielleicht das Interesse verloren hat oder ihm der Dialog mit Kunden oder Kollegen wohl doch nicht so wichtig ist. Dauert die Sendepause länger, drängt sich der Verdacht der Unzuverlässigkeit und Unglaubwürdigkeit auf. Und dann geht die Aufmerksamkeit eben an die, die sich zeigen und beständig aktiv sind: Weggegangen – Platz gefangen!

Doch der Blogger im „schwarzen Blogloch“ sagt: „Das Bloggen? Das ist gerade ganz weit weg für mich!“. Und doch muss das Business weitergehen, gerade für Selbständige, die sich ihr Business selbst immer wieder aufs Neue erschaffen müssen. Keine Sichtbarkeit, keine Akquise, keine Kunden, kein Einkommen.

Krisen sind normal

Aber in einer Krisensituation ist das besonders schwer: Die Energie für das Bewältigen der Krise und gleichzeitig für das Business und noch dazu für Marketing und Selbst-PR aufzubringen. Wie soll man einen nützlichen Blogbeitrag schreiben, wenn man in diesem Moment gar keine Kraft hat, weil man mit den Gedanken ganz woanders ist? Überhaupt: Schreiben, obwohl man gerade nichts zu geben hat?

Doch in jeder Krise steckt auch eine Chance, wie z.B. Monika Birkner in ihrem interessanten Blogbeitrag über die Karriereveränderungen, die der Tod der eigenen Eltern nach sich zieht, beschreibt. Aber das ist meist in der Zeit, in der man im „schwarzen Loch“ steckt, noch nicht ersichtlich. Doch Krisen sind normal, sie gehören zu unserem Leben und sind wichtig für unsere Weiterentwicklung.

„Es kommt alles wieder, was nicht zu Ende gelitten ist.“ – Hermann Hesse

Deshalb sollten wir die Krise auch nicht wegschieben, Durchhängen muss drin sein. Und: Gesundheit und Glück sind immer erst einmal wichtiger als ein Blog. Und danach geht es wieder gestärkt weiter. Doch es gibt drei Strategien, wie man eine totale Sendepause vermeiden kann: Vorbeugen, Netzwerken und durch „Content Recycling“ mit den Schätzen arbeiten, die man in der Vergangenheit bereits gezaubert hat.

Sehen wir uns einmal an, was man vorbeugend tun kann:

Vorbeugen ist besser als Blogstille, deshalb sollten Sie immer ein paar Artikel in der Blogschublade haben: Produzieren Sie Artikel auf Vorrat. Ideal ist es, wenn Sie mindestens fünf zeitlose Artikel geschrieben haben, die z.B. auf FAQs, sog. Frequently Asked Questions antworten, also grundlegende Fragen, die Ihnen Ihre Kunden immer wieder stellen.

Die beste Vorbeugung für Blogkrisen ist es, vorher ein Netzwerk aufgebaut zu haben, damit man in so einer Situation um Hilfe bitten kann: Geschäftspartner, Kollegen oder andere Experten können in der Zeit Ihrer Blogpause interessante Gastartikel für Ihren Blog schreiben, die Sie dann nur noch veröffentlichen müssen. Und da ist es hilfreich, wenn Sie diese Personen bereits kennen und nicht erst suchen müssen. Schließlich wollen Sie Ihre Plattform nicht für jeden, sondern nur für besondere Menschen öffnen, die Sie wertschätzen. Und da sollten Sie ein bewährtes Team von Co-Autoren oder Ihr Mastermind-Team bereits um sich geschart haben.

Trauen Sie sich, Hilfe zu holen: Fragen Sie Gastautoren an oder führen Sie „schriftliche“ Interviews, das heißt, Sie senden Ihrem Partner 5-8 Fragen zu, die sie/er dann selbst schreibend beantwortet. Diese Formate sparen Zeit und haben den Vorteil, dass der Interviewpartner in der Regel den Artikel auf seinen eigenen Plattformen streut und Sie dadurch mehr Reichweite erzielen können.

Wie Sie das meiste aus den Blogartikeln herausholen, die Sie schon geschrieben haben

Die Strategie, die ich für meine Blogpause Anfang 2017 angewendet habe, war das „Content Recycling“, also die Wiederverwendung der Inhalte, die ich schon geschrieben hatte. Über 140 Blogartikel habe ich in den ersten fünf Jahren meiner Blogs verfasst. Immer wieder habe ich einige davon aktualisiert und passend zur Jahreszeit oder anderen Anlässen in Facebook und anderen Kanälen gepostet. Und siehe da, viele Follower bedankten sich für die Erinnerung an wichtige Themen! Und neuen Followern auf Facebook oder Twitter waren die Schätze, die in meinem Blog verborgen waren, noch unbekannt.

Wie fangen wir an?

Zu Beginn stand erst einmal eine Analyse der verschiedenen Bloginhalte. Ich wertete die Zahl der Aufrufe aus:

  • Welche Artikel sind in den Top 10?
  • Welche Artikel sind mittelmäßig erfolgreich?
  • Welche werden so gut wie nie aufgerufen?

Dann habe ich mir das Ranking in Bezug auf Kommentare, Shares und Backlinks angeschaut. Die Top 5 der erfolgreichsten Blogposts aus den verschiedenen Kategorien wandern regelmäßig auf meine „Hier starten!“-Seite, die als Inhaltsverzeichnis für meinen Blog fungiert. Schließlich sollen die Leser eine Idee bekommen, was sie hier so alles erwartet, und mein bester Content soll ans Licht gebracht werden. Dann sortiere ich aus:

Welche Artikel sind nicht mehr aktuell, relevant oder wenden sich an eine Zielgruppe, die ich nicht mehr bediene? Die werden gelöscht.

Welche Artikel sind Klassiker, zahlen auf bestehende und neue Angebote ein und können

  • für Aktualisierungen,
  • neue Content-Ableger oder
  • einfach nur erneutes Teilen zu relevanten Anlässen genutzt werden?

Wenn ich Artikel aktualisiere, habe ich mehrere Optionen:

  • Ich ergänze eine Checkliste zum Download.
  • Ich füge eine Infografik, die das Thema illustriert, hinzu.
  • Ich aktualisiere Inhalte, Links und ergänze ev. neue Studien oder Erkenntnisse zum Thema.
  • Ich füge Bilder hinzu.
  • Ich aktualisiere Angebote oder den Call-to-action am Ende der Artikel.

Ableger schaffen neue Content-Formen

Aus Evergreen-Themen, die immer wieder auf Ihrem Blog aufgerufen werden, können Sie neue Ableger schaffen:

Natürlich funktioniert das alles auch in andere Richtungen: Aus einer Präsentation kann ein Blogpost werden, ebenso aus einem Vortrag oder einem YouTube-Video. Aus einer Serie wird ein eBook. Aus einer Video-Serie wird ein Video-Kurs.

Die Leitfrage beim Content Recycling: Wie muss die Botschaft verpackt werden, wenn sie bei den Plattformen Facebook, Twitter, Google+, Instagram, Pinterest, YouTube, Snapchat, LinkedIn oder XING Interesse wecken soll? Fotos? Animierte GIFs als Teaser in Twitter? Kurz-Videos? Auf diese Weise können Sie Ihre bewährten Inhalte neuen Nutzergruppen zugänglich machen.

Der richtige Zeitpunkt

Und dann schließlich füge ich den „Relaunch“ des Artikels in meinen Redaktionsplan ein, damit sich die Inhalte der neuen und alten Posts inhaltlich und zeitlich optimal ergänzen.

Natürlich sollten die Relaunches zeitlich mit den Jahreszeiten, aktuellen Zeitbezügen, Messen oder anderen Marketing-Aktionen vernetzt sein. Läuft gerade eine Kampagne zu einem Service oder Produkt? Gibt es ein Webinarangebot, auf das der recycelte Content einzahlt? Ich habe gute Erfahrungen mit dieser Strategie gemacht!

Was Sie nach dem schwarzen Blogloch tun können:

Hat man in der Auszeit völlig aufs Posten im Blog, in Social Media und auf den Online-Dialog verzichtet, braucht es ein wenig Zeit, um wieder zur alten Form aufzulaufen. Sobald Sie das Gefühl haben, wieder schreiben – oder Videos und Podcasts produzieren zu können und zu wollen, dann erarbeiten Sie einen neuen Redaktionsplan:

  1. Was ist für Ihr Geschäft am Wichtigsten? Was müssen Leser, Kunden und Geschäftspartner jetzt wissen? Dann schreiben Sie darüber zuerst.
  2. Rufen Sie zehn Kunden an und fragen Sie: Welches Thema interessiert Sie gerade am Brennendsten? Und übrigens: Ich bin wieder da, was kann ich für Sie tun?
  3. Analysieren Sie Ihre Besucherstatistiken: Welche Themen laufen auch, ohne dass Sie etwas für Ihren Blog tun?
  4. Starten Sie eine Blogparade, um verstärkt Aufmerksamkeit zu gewinnen.
  5. Starten Sie Ihren Newsletter (wieder) und erneuern Sie das Format.
  6. Wie Sie in acht Schritten Ihren inaktiven Blog zum erfolgreichen PR- und Verkaufsinstrument wiederbeleben können, das habe ich hier zusammengefasst.
  7. Holen Sie sich Unterstützung, z.B. in einer Schreibwerkstatt für Blogger oder einer Mastermind-Gruppe, die Ihnen Motivation und Unterstützung

Was tun Sie während einer Blogkrise?

 

Sie wollen nach einer Blogpause wieder weitermachen?

Dann schreiben Sie mit im Magic Bloghouse, der Schreibwerkstatt für Blogger im Münchner Raum.

Buchen Sie einen Blogworkshop, durch den wir Ihre Kompetenzen für Ihre Kunden auf völlig neue Art und Weise sichtbar machen.

Schließen Sie sich den Mastermind Bloggern an, bei denen Sie 12 Monate lang gemeinsam bloggen und sich gegenseitig motivieren und unterstützen. Die nächste Runde startet am 1.3.2018. Sichern Sie sich gleich einen Platz!

 

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