#guteZusammenarbeit und warum interne PR eine immer wichtigere Rolle spielen wird

Wer sie erlebt hat weiß, welche enorme positive Wirkung sie für die Unternehmen und die Menschen, die darin arbeiten, hat: #guteZusammenarbeit! Vor 24 Jahren habe ich in einer Firma gearbeitet, die über eine besondere Unternehmenskultur verfügte, gerade deshalb liegt mir #guteZusammenarbeit so am Herzen. Zehn Gründe, warum alle Manager jetzt darüber nachdenken müssen und mit welchen Werkzeugen die interne PR von morgen arbeiten wird – darüber lesen Sie in meinem Beitrag zu der Blogparade „Was macht Zusammenarbeit richtig gut?“ von Angelika Neumann.

Zusammenarbeit ist meiner Erfahrung nach immer genau dann gut, wenn es um die Sache geht und nicht um Rang, Status, Eitelkeiten und Seilschaften. Dann ist sie auch produktiv. Ich habe drei Jahre lang in einem IT-Unternehmen mit ca. 200 Mitarbeitern in so einem Umfeld mit guter Zusammenarbeit gearbeitet. Die Erfolgskriterien? Hier nur ein paar Beispiele:

  • Jeweils 50% Frauen und Männer, auch in Führungspositionen.
  • „Make work life fun and rewarding“ stand im Corporate Mission Statement. Und das wurde auch gelebt.
  • Viel Arbeit, spannende Projekte, mutige Ideen konnten umgesetzt werden.
  • Unterschiedliche Gelegenheiten für Abteilungs-übergreifendes Socializing: New Hire Training, wöchentliche „Lunch für alle“-Aktionen, Ausflüge, Feste, Sport nach Dienstschluss.
  • Casual Friday.
  • Alle per Du.
  • Ein international geführtes, junges Unternehmen, schnell wachsend. Durchschnittsalter der Mitarbeiter: 30 Jahre.

Natürlich gabs auch hier das eine oder andere Problem. Doch viele Mitarbeiter denken noch heute an diese schöne Zeit zurück und fühlen sich einander verbunden. Das war #guteZusammenarbeit.

Seit 21 Jahren beobachte ich die Zusammenarbeit zwischen Menschen aus meiner Selbständigkeit heraus und es ist spannend zu beobachten, was sich in der PR verändert hat: Täglich neue Plattformen, neue Rollen, neue Formate. Sie alle bergen enorme Chancen, die Zusammenarbeit in Unternehmen zu verbessern. Sie alle haben das Potential, ein starkes Wir-Gefühl zu erzeugen, mit dem die Firmen einer digitalen Zukunft mit Freude entgegensehen können. Nun geht es darum, zu testen und auszuprobieren.

Der digitale Wandel hat gerade erst angefangen

Die Geschwindigkeit des täglich Neuen nimmt von Tag zu Tag zu. So mancher Chief Marketing oder Communications Officer kommt aus dem Tritt. Jetzt gehören plötzlich neue Technologien und Plattformen zu seinem Aufgabenbereich, für die es weder Anleitungen noch Erfahrungswerte gibt. Für Marketing-, PR- und HR-Spezialisten bedeutet das: Jeden Tag Neuland betreten, testen, ausprobieren, im Galopp das Pferd wechseln – ob bei Public Relations – nach außen – sowie bei Internal Relations.

Was bleibt: Good PR begins at home!

Dieser Leitsatz ist Basis jeglicher PR. Er verdeutlicht, dass Mitarbeiter, die sich von der Geschäftsleitung, ihrem Chef und den Teams gut informiert und wahrgenommen fühlen, einen besseren Job machen:

  • Weil sie aufgrund der relevanten Informationen bessere Entscheidungen treffen können.
  • Weil sie sich eingebunden, gesehen und gewertschätzt fühlen und dadurch motivierter an ihren Job gehen.
  • Weil die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigt, wenn Transparenz über Ziele, Werte und Mission herrscht, wenn die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns klar ist.
  • Weil ein loyaler Mitarbeiter ein guter Markenbotschafter für das Unternehmen ist – in seinem eigenen Umfeld und im täglichen Kontakt mit den Kunden sowie den Geschäftspartnern.

Jedoch wird die interne PR in den Unternehmen oft stiefmütterlich behandelt: Das gute Image und das Bild nach außen überschatten alles. Und Kommunikation im Unternehmen? Die muss doch von alleine funktionieren! Und genau das tut sie eben oft nicht:

  • Dann erfahren Mitarbeiter z.B. aus der Zeitung von anrollenden Entlassungswellen oder Fusionen und fühlen sich übergangen.
  • Dann heißt es: „Also warum wissen Sie im Marketing denn nicht, was Ihre Kollegen im Vertrieb tun?“
  • Dann wird bei der nächsten Mitarbeiterbefragung die Unternehmenskultur als unangenehm beurteilt.
  • Dann steigt die Unzufriedenheit im Job. Die Gallup-Studie über das Jahr 2016, die im März 2017 veröffentlicht wurde, beweist: „Satte 70 Prozent der Beschäftigten machen nur Dienst nach Vorschrift. Bei 15 Prozent ist es noch schlimmer: Sie haben schon innerlich gekündigt.“

Die Folgen: Mehr Budget geht für die Suche neuer Mitarbeiter ins Land. Ein Mangel an Innovationsfreude verlangsamt die Wettbewerbsfähigkeit. Mehr Konflikte verschlingen Unsummen, wie Trainerin Melanie Kuhlmann recherchierte, auch wenn sie erstmal in keiner Bilanz ausgewiesen werden.

Warum sich die interne PR neu aufstellen muss

Dazu kommen täglich neue Herausforderungen, die so manches Unternehmen an die Grenzen der Belastbarkeit bringen: Disruption und die Auswirkungen der Megatrends, die wir schon heute spüren:

  1. Wissenskultur:

Talente finden und fördern, Wissen bereitstellen und vermehren, Innovation ermöglichen: Wie können interne PR Plattformen geschaffen werden und zu einer kreativen Unternehmenskultur beitragen? Wie können Mitarbeiter von Vorbildern lernen? Wie kann ein Unternehmen sein Storytelling organisieren: Geschichten finden, sammeln, aufbereiten und erzählen?

  1. Konnektivität:

Alles ist mit allem verbunden. Was wir intern kommunizieren, gelangt nach außen, ganz leicht. Die Grenzen zwischen öffentlich und intern verschwimmen. Wie können sich Unternehmen gefahrlos und gewinnbringend zur Kommunikation mit Kunden, Partnern oder Netzwerken, z.B. in der Co-Creation öffnen?

  1. Globalisierung:

Wie können Teams interkulturell kommunizieren? Wie entsteht das „Wir“-Gefühl über mehrere Standorte und Sprachen, Zeitzonen und Landesgrenzen hinweg?

  1. Neo-Ökologie:

Greenwashing ade. Gefragt sind Unternehmen, die Umweltschutz, Ressourcenschonung und Corporate Social Responsibility wirklich leben und ernst nehmen. Wie kann die interne PR dazu beitragen, eine neue Business-Moral in den Köpfen und Herzen aller Mitarbeiter zu verankern?

  1. Gesundheit:

Salutogenese ist ein elementarer Wert für unsere Gesellschaft, denn vorbeugen ist besser und billiger als bohren. Wie kann die interne PR eine neue Unternehmenskultur, in der Burnout-Prävention, Stressmanagement und Achtsamkeit eine wichtige Rolle spielen, unterstützen?

  1. New Work:

Wie kann die interne Kommunikation den Wandel von der Industrie- hin zur Wissensgesellschaft unterstützen? Wie kann interne Kommunikation die neuen Kreativarbeiter optimal unterstützen und ihr neues Lebensgefühl in das Unternehmen integrieren? Wie kann die interne PR neue Methoden wie agiles Management, Scrum oder Working out loud unterstützen?

  1. Gender Shift:

Frauen und Männer müssen auf eine neue Art und Weise zusammenarbeiten. Den Beibehalt der „gläsernen Decke“, die Silke Foth im Interview mit Nicola Tiggeler hier erklärt, kann sich die deutsche Industrie nicht mehr länger leisten. Und es kann auch nicht mehr so funktionieren, dass sich immer nur die Frauen im hier von Bloggerin Sissi Banos beschriebenen „Thomas-Kreislauf“ an männliche Rituale und Verhaltensweisen anpassen. Beide Geschlechter müssen – so Arroganztrainer Dr. Peter Modler – zweisprachig kommunizieren können. Wie kann die interne PR in Zukunft darauf eingehen? Wie kann die Kommunikation im Unternehmen neue Arbeitszeitmodelle und die Integration des Familienlebens unterstützen?

  1. Sicherheit:

Viele Verbindungen und eine breite Vernetzung haben auch Nachteile: Wie sicher ist die interne Kommunikation? Sind die Informationen, internen Gespräche, das Wissen, IP und die Kommunikation vertraulich und geschützt?

  1. Mobilität:

#guteZusammenarbeit muss auch dann gewährleistet sein, wenn ein Großteil der Mitarbeiter im Home-Office arbeitet oder weltweit unterwegs ist. Vertrauensarbeitszeit ermöglicht Flexibilität. Hier ist eine emotionale Anbindung an die Teams eines Unternehmens durch interne PR und intensive Kommunikation wichtig. Wie kann man das langfristig erreichen?

  1. Silver Society:

Der demographische Wandel wird vieles im Unternehmen verändern: Auf die Millennials, denen Unternehmensberater Simon Sinek hier kein gutes Zeugnis ausstellt, und die Digital Natives treffen die Generationen X, Y und Z sowie die Baby Boomer mit ihren jeweiligen Fähigkeiten, Ansprüchen, Netzwerken und Traditionen. Die Bedeutung des Employer Brandings wächst: Unternehmen kämpfen im „War for talents“ darum, die besten Mitarbeiter zu bekommen. Und dabei spielen Sinn und Werte eine wichtige Rolle: Wie kann ein Unternehmen so kommunizieren, dass sich die Mitarbeiter und potentiellen Bewerber mit den Werten und der Unternehmenskultur identifizieren können? Zudem wird sich der Anteil der älteren Mitarbeiter vergrößern: Wie gehen Unternehmen in Zukunft mit Seniorität um, mit der Wertschätzung von Erfahrung? Wie können Unternehmen die Silver Surfer einbinden und was passiert mit denen, die sich – Stichwort Digital Divide – nicht mehr ins Digitale einfinden können?

Das A-Team der internen PR von morgen

Gute Zusammenarbeit wird neue Spezialisten aus Disziplinen verlangen, die bislang in der internen PR noch nicht vertreten waren, z.B. Psychologie, Gamification, Innovationsmanagement, Achtsamkeit oder Diversity.

Aber auch das Management muss auf neue kommunikative Herausforderungen vorbereitet werden: Manager müssen lernen, wie man mithilfe selbst gestalteter „Kommunikationskampagnen“ motiviert, Mehrheiten bildet und Teams hinter sich vereint, wie man informiert und langfristige gute Verbindungen schafft. Clarke Murphy, Chef des Headhunting-Riesen Russell Reynolds, sagte in einem Interview mit der Welt: „Wer einen Konzern führt, muss nicht unglaublich gut aussehend und charmant sein. Wir suchen schließlich keine Filmstars. Er oder sie muss in der Lage sein, Botschaften konsistent und glaubwürdig zu vermitteln.“

Auch Professor Dr. Peter Kruse fordert in Sachen Führung den Wandel vom Shareholder- zum Stakeholder-Modell, in dem „Persönlichkeit, Planung und Profit“ durch „Information, Iteration und Integration“ ersetzt werden.

Kommunikation schafft Verbindungen und die sind – nach einer intensiven Phase der Individualisierung in unserer Gesellschaft – wichtiger denn je. „Ein Mehr an Komplexität verstärkt das Bedürfnis nach Zugehörigkeit“ schreibt Florian Kondert im Blog des Zukunftsinstituts. Und die kann über wertschätzende Kommunikation erreicht werden, denn die entgegengebrachte Wertschätzung und Empathie sorgen dafür, dass die Hirnanhangdrüse eine größere Menge des Bindungs-Hormon Oxytocin ausstößt, was körperlichen Stress und Aggressivität verringert.

Likes schaffen Bindungen

Das Bindungshormon lässt sich auch in die sozialen Intranets der Unternehmen erzeugen, in denen Mitarbeiter sich gegenseitig mit Likes motivieren können. Aber: Je mehr Digitalisierung, desto mehr Gedankenhygiene – das fordert Yoga-Lehrerin und Expertin für Wissensmanagement sowie Social Communication Miriam Nagler, denn sie weiß, dass durch die neue Fülle der Entscheidungen, die wir heute treffen müssen, mehr Selbstmanagement und Selbstdisziplin denn je von uns gefordert werden.

Soziale Bindung schaffen die sozialen Medien, aber sie haben ein großes Sucht- und Abhängigkeitspotential. Sie verändern uns und die Art, wie wir uns wahrnehmen. Mitarbeiter und Führungskräfte müssen den achtsamen und gezielten Umgang mit den neuen Medien lernen. Aber sie haben ein hohes Potential. Dr. Marcus Raitner schreibt in seinem lesenswerten Blogartikel „Social Intranet: Die unterschätzte Macht der Vernetzung“: „Echte Diskussionen über andere Themen sind selten und werden gerne auch als Zeitverschwendung abgetan („Hat der denn nichts zu tun?“). Aus Sicht der Mächtigen ist das vielleicht verständlich, aber nicht besonders klug und vorausschauend.“ Es gibt hier also noch eine große Lernkurve, vor denen die Unternehmen stehen!

Vorhang auf: Die Bühnen der internen PR!

Aber das Social Intranet ist nicht die einzige Bühne der internen PR von morgen. Schauen wir uns einmal an, welche Tools es früher gab:

  • Mitarbeiterzeitschrift: Sie versammelte früher in gedruckter Version News über Abteilungen, Jubiläen, Neubesetzungen, Erfolge und News von der Geschäftsleitung. Heute ist dieses Medium in vielen Unternehmen ins Intranet gewandert oder an ein virtuelles „Schwarzes Brett“ verlagert worden.
  • Interne Meetings: Das „Kom-Meeting“, so hat man das in meiner alten Firma genannt: Alle Mitarbeiter trafen sich in einem Saal und die Geschäftsleitung berichtete über Neuerungen: Neue Geschäftsbereiche, Strukturen, Fusionen, man stellte zukünftige Führungskräfte vor, verabschiedete Mitarbeiter, oder berichtete über den Stand der Geschäftsentwicklung und mögliche Konsequenzen.
  • Die jährliche Firmenfeier: Entweder zu Weihnachten oder als Sommerfest. Mal alle, mal auf Abteilungsebene, mal als Betriebsausflug.

Und heute? Dazu kommen z.B.

Wege entstehen im Gehen. Halten wir’s mit der Queen:

I know of no single formula for success. But over the years I have observed that some attributes of leadership are universal and are often about finding ways of encouraging people to combine their efforts, their talents, their insights, their enthusiasm and their inspiration to work together. – Queen Elizabeth II.

 

Welche Wege gehen Sie, um durch interne PR eine #guteZusammenarbeit zu erzeugen?

 

Wenn Sie Ihre interne PR an die Bedürfnisse der Märkte und Mitarbeiter von morgen anpassen wollen, rufen Sie mich gerne an.

Sie haben Fragen und wünschen sich Unterstützung? Dann senden Sie mir eine Nachricht mit diesem Kontaktformular:

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