Bücher, Blogs und große Schreibprojekte: Sieben Strategien für erfolgreiches Schreiben

Schreibprojekte
Schon wieder drei Tage an Keywortsuchlianen durch den Webdschungel gehangelt – ohne eine Seite geschrieben zu haben? Und der Abgabetermin für das Buch, die Blogtexte oder die Dissertation rückt näher? Job und Familienleben nehmen mehr Zeit in Anspruch als gedacht? Der Trick: Große Schreibprojekte klein und damit bewältigbar machen. Wie’s geht erfahrt Ihr hier.

Ein Buch schreiben oder eine Serie von Blogbeiträgen, Fachartikeln, eine Seminararbeit oder eine Dissertation – vielen Schreibenden geht unterwegs die Puste aus, weil sie das Schreibprojekt zusätzlich zu einem ohnehin schon vollen Terminkalender stemmen wollen oder wenig Erfahrung damit haben. Schnell steht die Deadline im Nacken und die Schreibblockade beginnt. Prokrastination, auf Deutsch Aufschieberitis, Trödeln, Vermeiden sind die Folgen und haben so manches Schreibprojekt frühzeitig zu Fall gebracht.

Aus meiner Erfahrung als Autorin von zwei Büchern und als Anleiterin von Schreibwerkstätten habe ich hier sieben bewährte Strategien zusammengestellt, die den Schreibenden, die ich berate, und mir zuverlässig dabei geholfen haben, das Schreiben langer Texte mit Genuss zu einem guten Ende zu bringen.

Erstens: Schreibprojekte planen
Was schreibe ich wann und bis wann? Wie viele Kapitel gibt es, welchen Umfang sollen die einzelnen Texte haben, welche Bilder, Grafiken, Checklisten brauche ich? Wann muss ich abgeben, online stellen? Mit anderen Menschen Zwischenstadien besprechen oder Korrekturphasen einplanen? Welche Pufferzeiten baue ich ein? Wann ist mein Urlaub? In welcher Form muss ich Texte und Bilder liefern?

Bei Schreibprojekten gilt generell: Alles wird einfacher, wenn man jeden Tag etwas für sein Projekt tut, und wenn es nur 15 Minuten sind: Jeden Tag zwei Seiten schreiben, oder 4.000 Zeichen, oder 15 Minuten schreiben und 10 Minuten planen, redigieren, organisieren. Wenn das tägliche Pensum geschafft ist: Einen Punkt im Kalender einzeichnen, die Punkte verbinden und die Kette nicht abreißen lassen. Auf diese Weise werden große Aufgaben klein. Und das Schreibprojekt wächst fast von alleine.

Zweitens: Feiern
Wer seinen Plan für Inhalt, Schreibdauer und Schreibzeiten festgelegt hat, darf sich getrost der Belohnung widmen. Beim Planen gleich die Art der Belohnung festlegen, damit die Motivation steigt: Bei kleineren Teilerfolgen z.B. ein Stück Kuchen (wie im Bild) oder eine Extrarunde mit dem Hund oder eine Tasse Tee/Kaffee/Kakao im besonderen Rahmen. Wenn alle Termine eingehalten wurden, darf die Feier kreativ und üppig ausfallen: Mit Freunden, Kollegen oder allein. Bei einem Ausflug, im Museum oder beim Frühstück oder oder…

Drittens: Gemeinsam schreibt sichs besser
Holen Sie sich Unterstützung: Schließen Sie sich einer Mastermind Gruppe an, einer Schreibwerkstatt, einem Erfolgsteam, einer Schreibgruppe oder fragen Sie Menschen aus dem Freundes-, Bekannten-, Kollegen- oder Familienkreis, ob sie Sie bei Ihrem Schreibprojekt unterstützen können. Schreibcoaches leisten hier übrigens ebenfalls gute Dienste. Oder der Lektor in Ihrem Verlag, wenn Sie einen haben. Sprechen Sie über Ihr Schreibprojekt, damit Sie sich selbst ein wenig unter Druck bringen, bei der nächsten Nachfrage von Tante Frieda über nennenswerte Fortschritte berichten zu können.

Viertens: Für sich gut sorgen
Ausreichend schlafen. Den Terminkalender konsequent für die Schreibzeiten frei halten. Lesen. Bewegen. Raus gehen. Mit Freunden treffen. Die Katze streicheln. Besonders schöne Tee- oder Kaffeetassen auswählen. Anregungen, wie Sie ins Schreiben kommen, habe ich hier  zusammengefasst.

Fünftens: Daten sichern
Laptop mit Doktorarbeit in der S-Bahn vergessen“  – kann passieren. Ist aber nicht so schlimm, wenn man seine Texte regelmäßig auf ein externes Laufwerk sichert. Ideal ist es, monatlich eine solche Sicherungskopie z.B. in einem Bankschließfach unterzubringen. Je nach Vertraulichkeit kann man die Daten auch in der Cloud seines Vertrauens sichern.

Sechstens: Ablenkungsfrei schreiben
Ping – ein Email. Ping – eine Facebook-Nachricht. Ping – eine Nachricht von… Wer an einem PC mit Internetanschluss arbeitet, wird häufig vom konzentrierten Arbeiten abgelenkt. So manche Recherche verlief im Sand und endete da, wo man garnicht hinwollte. Also: Suchen Sie sich phasenweise auch einen analogen Schreibort – Vorschläge für kreative Schreiborte finden Sie hier. Was brauchen Sie, um produktiv schreiben zu können?  Ruhe? Telefone auf die Mailbox umleiten! Eine Schreibreise planen – eine Woche und nur Sie und Ihr Schreibprojekt!  Ordnung? Büro aufräumen! Eine Übersicht von Online-Tools für fokussiertes Arbeiten finden Sie hier.

NotizbuchSiebtens: Ein Projektnotizbuch pflegen
Gönnen Sie sich ein schönes Notizbuch für Ihr Schreibprojekt. A4 oder A5 – ganz nach Handtaschengröße. Ich mag am liebsten Ringbücher, da kann man auch was einkleben – ohne dass das Buch aus dem Leim geht. Halten Sie darin alles fest, was Ihnen zu Ihrem Schreibprojekt einfällt: Literatur, Recherchequellen, Interviews, Links, Ideen für Illustrationen oder Grafiken. Nehmen Sie’s überall mit hin. Auch zum Friseur, damit Sie Geistesblitze immer und jederzeit einfangen, einen Artikel aus der Zeitung einkleben oder etwas malen können. Die Digital Natives unter uns machen das mit Smartphone oder Tablet. Wie der amerikanische Blogger Michael Hyatt mit Evernote arbeitet, lesen Sie hier. Egal wie – legen Sie sich einen schönen Platz für Ihre Eingebungen an, damit Sie alle Ihre Ideen nutzen können, sobald Sie wieder in Ihrer gewohnten Schreibumgebung sind.

Was hat Ihnen dabei geholfen, große Schreibprojekte fertig zu stellen?

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