Ich habe keine Zeit zu schreiben – und was man dagegen tun kann

Zeit zum Schreiben finden

Viele wollen es tun, aber nur wenige nehmen sich die Zeit dafür: Schreiben. Texte, Blogbeiträge, einen Roman, Kurzgeschichten, Märchen, Liebesbriefe, einen neuen Business Plan, die eigene Lebensgeschichte oder Gedichte – immer kommt etwas dazwischen. Immer scheinen andere Dinge wichtiger zu sein, zu tun, zu erledigen. Wie man das ändern kann? Diese sieben bewährten Strategien schaffen Abhilfe.

Schreiben ist für mich eines der wirksamsten Selbstmanagement-Tools. Seit ich regelmäßig über meine Ziele schreibe, über das, was ich erreichen will, über das, was mir wichtig ist, seit ich meine Schreibroutinen pflege, komme ich besser voran. Ich erforsche schreibend meine Gedanken, Ideen, Gefühle, Wünsche und Träume.

Ich mache mir schreibend aber auch über mein Business Gedanken, über das, was sich Kunden wünschen und wie ich Ihnen damit helfen kann. Dieses Schreiben schafft Nähe, denn das Gegenüber spürt: Hier ist jemand, der sich mit mir und meinen Bedürfnissen beschäftigt hat. Schreiben schafft Resonanz.

Wenn Schreiben nicht passiert…
Die Schreib-Motive derer, die mir immer wieder erklären „Ich habe keine Zeit zum Schreiben“ sind unterschiedlich: Manche suchen den künstlerischen Ausdruck, manche wollen Kunden finden und binden durch einen Blog, manche wollen ihre Lebenserfahrungen anderen Menschen zugänglich machen. Allen gemeinsam ist: Sie schaffen dem Schreiben keinen Raum, sie steigen ein in das Aufschieberitis-Spiel, Codename: Prokrastination oder sie geben von vorneherein auf.

Ich bin auch nicht schreibend auf die Welt gekommen, aber ich habe mir das Schreiben systematisch zum Freund gemacht. Auf diese Weise ist es meine größte Ressource geworden. Diese sieben Strategien haben mir dabei geholfen:

  1. Das Wirkungsfeld anpflanzen: Einmal im Jahr begebe ich mich in ein Schreibretreat der besonderen Art und mache mir Gedanken über mein Wirkungsfeld: Was möchte ich im Leben erreichen? Wie will ich wirken? Welche Pflanzen sollen auf meinem Wirkungsfeld wachsen und welche Menschen nährt es? Wenn ich mir über meine Ziele im Klaren bin, weiß ich automatisch, ob und wie das Schreiben dort seinen Platz finden soll. Führen von der Zukunft her also.
  2. Sich das Schreiben zum Freund machen: Es gibt sie, diese ganz besonderen Deutschlehrer, die es mühelos schaffen, den künstlerischen Ausdruck von Kindern für den Rest ihres Lebens mit wenigen Worten zunichte zu machen. Dann höre ich immer wieder: „Ich kann gar nicht schreiben. In Deutsch hatte ich immer so schlechte Noten!“. Grrr! Mein Tipp: Schicken Sie ihren Deutschlehrer gedanklich auf den Mond! Stellen Sie sich vor, wie er oder sie da oben sitzt. Sie können ihn nicht hören. Und jetzt schreiben Sie einfach los. Was Ihnen gerade einfällt, einfach so. Befreiend, nicht wahr? Ihre Texte, die Sie nur für sich schreiben, müssen erst mal keine Struktur haben, keine Aussage und wenn Sie wollen, können Sie – aus Genussgründen – auch auf die Rechtschreibung und Zeichensetzung verzichten. Denn der Deutschlehrer ist ja auf dem Mond! Und Sie haben jetzt alle Freiheiten der Welt auf Ihrem Papier! Fühlt sich gut an, oder? Mein Lieblingsbuch zur dieser Schreibtechnik, die man sich immer mal wieder gönnen sollte: „Accidental“ Genius von Mark Levy. Ihr Mantra: Ich kann schreiben!
  3. Sich wunderschöne Schreibroutinen und Schreibrituale schaffen: Suchen Sie sich einen festen Schreibtag und Zeitpunkt aus. Tragen Sie sich den Zeitpunkt in den Kalender ein. Zwei Stunden nur für Sie und Ihr Projekt. Schalten Sie Ablenkungen aus. Versüßen Sie sich die Zeit mit einem besonders tollen Getränk oder einem schönen Schreibort. Belohnen Sie sich, wenn Sie es geschafft haben! Ich werde mir in diesem Jahr noch einen Workshop zum Thema Rituale  gönnen, um noch schneller in Schreibstimmung zu kommen.
  4. Sich selbst überlisten: Selbstverpflichtung kann Wunder wirken! Mir hat beim Blogschreiben sehr geholfen, dass ich seit letztem Jahr bei den IronBloggern München mitmache.  Die Regeln: Jede/r Teilnehmer/in schreibt mindestens einen Blogpost pro Woche. Für jede Woche, in der nichts veröffentlicht wurde, kommen 5€ in die Trinkkasse. So einfach ist das. Und so wirksam! Wer nach anderen Wegen sucht, das eigene Schreibcommitment zu verfestigen, dem empfehle ich das kluge Buch von Tiki Küstenmacher „Limbi – Der Weg zum Glück führt durch’s Gehirn“ mit vielen nützlichen Tricks und Kniffen, wie man seinen Limbi dazu bringt, das Richtige zu tun!
  5. Jeden Morgen Morgenseiten schreiben: Die amerikanische Autorin Julia Cameron empfiehlt in ihrem Buch „Der Weg des Künstlers: Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ das Schreiben der Morgenseiten: Jeden Morgen 20 Minuten schreiben, egal was. Danach den Text weglegen und nicht mehr anschauen. Wirkt wahre Wunder, denn man beginnt den Tag schreibend. Und dann will man gerne weiterschreiben! Ein Schleusenöffner der Kreativität!
  6. Zeitfresser vom Leib halten: Nur wer sich Zeit zum Schreiben nimmt, kommt auch dazu. Von alleine werden selten Zeitfenster frei. Also: Halten Sie Ausschau nach Zeitkillern und beseitigen Sie sie! Zeitkiller Nummer eins ist für mich z.B. das Fernsehen. Ich nutze den Abend lieber zum Schreiben. Zeitkiller Nummer zwei: Zertreuung suchen beim Internet-Surfen, stundenlang in Facebook rumlesen. Setzen Sie sich ein Limit, denn hier versenkt sich so manche Stunde, die Sie besser in das Schreiben investieren können!
  7. Bei Schreibwerkstätten mitmachen: Die Unterstützung einer Mastermind Gruppe,  einer Schreibgruppe oder einer Bloggerschreibwerkstatt ist für viele „Schreibvermeider“ das Zaubermittel um sich zu überwinden. In der Gruppe macht das Formulieren mehr Spaß und die Schreibenden sind hinterher immer stolz auf ihre Werke. Durch den Austausch in der Gruppe entstehen interessante Denkanstöße und Diskussionen, das Feedback zum eigenen Text stärkt das Selbstvertrauen und lässt die Schreibkompetenz wachsen.

Wie finden Sie Zeit, um zu schreiben?

 

The Magic BloghouseKommen Sie einmal im Monat in die Bloggerschreibwerkstatt „The Magic Bloghouse“ von Daniela Heggmaier! Schreiben Sie gemeinsam mit anderen Bloggern fokussiert und inspiriert durch die Gruppe sowie die Kreativitätstipps von Daniela Heggmaier zwei Blogbeiträge in einem Tag. Termine, Preise und Anmeldung finden Sie hier!

2 Einträge zu „Ich habe keine Zeit zu schreiben – und was man dagegen tun kann

  • Danke für diesen tollen Artikel, Daniela. Ich bereite gerade meinen eigenen Blog vor und profitiere sehr von Deinen Zeilen. Für mich sind es besonders die Zeitfresser, die mich vom Schreiben abhalten. Und: Perfektionismus.

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    • Danke, liebe Katharina! Der Perfektionismus steht vielen im Weg. Und bevor man kein perfektes Ergebnis abliefert, schreibt man eben nichts. Mein Motto: Better done than perfect! Deshalb ist das Schreiben der Morgenseiten für mich eine so wichtige Übung gewesen: Das Hirn hat als erstes am Tag erlebt: Ich kann schreiben. Dann geht’s auch später leichter. Ich freue mich schon darauf, Deinen Blog zu lesen!

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