Checkliste: Was Sie auf eine Schreibreise alles mitnehmen sollten

Checkliste Schreibreise

Schreiben auf Reisen macht mehr Spaß, wenn Sie die richtige Ausrüstung dabei haben. So wie Fotografen mit einer Fototasche arbeiten, so reise ich mit meiner Schreibtasche. Hier eine Checkliste für alle, die unterwegs gerne an Texten arbeiten, Gedichte verfassen oder in ihr Reisetagebuch schreiben.
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Für die Schlüsselkompetenzen von morgen: Wie Schreiben kollektive Kreativität schafft

Lebenswerkstatt 2014Das Leben durchdenken, diskutieren, neue Ideen auf den Tisch bringen, Pläne schmieden, Werte bestimmen: Seit fünf Jahren treffen sich Frauen in der Lebenswerkstatt, einem schreibenden Think Tank zur Frühlingszeit. Gemeinsam schreiben, sich vorlesen, sich gegenseitig inspirieren – das sind die Erfolgskriterien dieser Schreibwerkstatt, die sehr viel weiter führt als so manch einsam verfasster Jahresrückblick.

Als ich den Film „Terminator“ zum ersten Mal sah, kam ich ins Grübeln. Ich beobachtete, wie Sarah Connor ihren Sohn John auf seine Zukunft als Rebellenführer ausbildet. „Was müssen wir in Zukunft können? Welche Kompetenzen müssen unsere Kinder haben?“ fragte ich mich seither. Als ich den Artikel von Carsten Knop in der FAZ über den MIT-Professor Otto Scharmer las, kam ich der Antwort einen Schritt näher. Seine Idee: „Von der Zukunft her führen“. Also: Potenziale und Zukunftschancen erkennen und im Hinblick auf aktuelle Aufgaben erschließen.

In seinem Buch „Theorie U – Von der Zukunft her führen – Presencing als soziale Technik“ beschreibt er eine Führungsmethode, die den Erfordernissen von Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung im Management gerecht werden kann. Scharmers Kernthese: Wie sich eine Situation entwickelt, hängt davon ab, wie man an sie herangeht, d.h. von der eigenen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. „Presencing“ – ein Begriff zusammengesetzt aus den Wörtern „presence“ und „sensing“ – nennt Scharmer diese Fähigkeit zur Entwicklung, von der sowohl eine Organisation als Ganzes als auch der einzelne Mitarbeiter persönlich profitieren.

Seine Perspektive: Man soll von dem Punkt her denken, an dem man am Ende seines (Berufs-)Lebens stehen möchte. Seine Kernfragen: „Welchen Ratschlag soll Ihr zukünftiges Ich Ihrem heutigen Ich geben?“ und „Was in Ihrem persönlichen oder beruflichen Leben stirbt gerade, von was wollen Sie, dass es geboren wird?“. In seinem bemerkenswerten Blog – leider nur auf Englisch – beschreibt Otto Scharmer, wie sich Führungskräfte und Veränderer in einem dreistufigen Prozess schulen können:

“Observe, observe, observe: Go to (…) the places of most potential and listen with your mind and heart wide open.

Retreat and reflect: Allow the inner knowing to emerge. Share, reflect, and go to an inner place of stillness to connect with your deeper sources of knowing. Contemplate Who is my Self? What is my Work?

Act in an instant: Explore the future by doing. Co-create rapid-cycle prototypes that generate feedback from stakeholders, which then helps to further evolve your idea.”

Ein Retreat dieser Art ist unsere Lebenswerkstatt. Ein Platz für klare Positionierung, notwendige Kurskorrekturen, wertvolles Feedback und wilde Spinnereien. Ein Ort für kollektive Kreativität, um von der Zukunft her zu denken. Ich freu‘ mich schon!

Wo denken Sie am Liebsten über Ihre Zukunft nach?

Freiheit für Kinderaufsätze: Alle Kinder können schreiben!

Kinderschreibmanifest

Neulich im Postfach ein Email von einer Mama: „Mein Sohn tut sich so schwer, Aufsätze zu schreiben. Hast Du einen Tipp, wie wir da helfen können?“ Und wieder denke ich: „Der Deutschunterricht in unserem Land hat ganze Generationen von begabten Autoren auf dem Gewissen!“ Wie oft höre ich von Erwachsenen: „An einer Schreibwerkstatt teilnehmen? Ich? Nein. Mein Deutschlehrer hat immer gesagt, ich kann nicht schreiben!“ Diese verschlossene Türe nimmt Kindern und damit später Erwachsenen die Chance, für sich das Schreiben als wertvolle Ressource zu nutzen. Die sieben Thesen meines Kinderschreibmanifests sollen neue Impulse bringen, damit wir Anleiter von Schreibwerkstätten weniger mit dem Überwinden von Schreibblockaden, sondern mehr mit dem Genießen wunderbarer Geschichten beschäftigt sind:

1. Alle Kinder können schreiben – Geschichten, Gedichte, Romane, alles. So wie jeder Mensch singen kann. Und malen. Jeder Mensch ist auf seine Weise kreativ. Nur hat jeder einen anderen Schwerpunkt. Jedes Kind offenbart seine Fähigkeiten in seinem eigenen Tempo. Das ist in Ordnung. Nochmal: jedes Kind kann schreiben!

2. Jeder Text eines Kindes ist ein perfektes Baby. Ein Baby, das man bewundert und liebt. Wenn ein Baby auf die Welt kommt, sagt kein Mensch: „Oh, das ist aber hässlich, die Ohren sind zu klein, keine Haare und schau Dir mal die Schrumpelfüße an!“ Nein, ein Baby lieben wir von Anfang an, es ist absolut, makellos, perfekt. So wie es ist. Und so ist das auch mit den Geschichten eines Kindes. Wir würdigen seinen Mut und seine Mühe, seine Geschichte zu Papier gebracht zu haben. Ermutigung ist das A und O.

3. Schreibimpulse sind vielfältig, für jedes Kind funktioniert etwas anderes. Unsere Welt ist voller Schreibimpulse! Macht die Augen auf! Oder den Computer an: Unter http://www.dtv-schreibwerkstatt.de/ können Kinder sogar ihre Geschichten veröffentlichen! Oder basteln Sie Ihren Kindern eine Schreibschatzkiste: Vor dem Schreiben einer Geschichte sammeln Sie Dinge aus der Wohnung oder aus dem Wald, die darin eine Rolle spielen sollen. Besonders schön ist die Urlaubsschatzkiste für das alljährliche Schreiben des „Meine Ferienerlebnisse“-Aufsatzes. Oder lassen Sie die Kinder mit den Rory’s Story Cubes Geschichten würfeln! Ist der Funke einmal übergesprungen, können die meisten Kinder mit dem Schreiben gar nicht mehr aufhören.

4. Lest den Kindern vor. Gebt ihnen Bücher. Gehen Sie mit den Kindern in die Bibliothek, auf Lesungen. Seien Sie ein lesendes – und schreibendes – Vorbild für Ihre Kinder! Wer in seinem Leben viele gute Geschichten gehört hat, wird mit viel höherer Wahrscheinlichkeit später selbst gute Geschichten erzählen können. Kinder lernen durch Vorbilder.

5. Haltet die Kinder inspiriert: Bringen Sie sie mit Kunst zusammen, fördern Sie ihre Kreativität. Gehen Sie mit den Kindern ins Museum, in Ausstellungen, fragen Sie, ob Sie bei der Eröffnung einer Vernissage ihr Kind mitnehmen dürfen. Gehen Sie mit ihm ins Theater, in die Oper, in Konzerte. Diese Erlebnisse bleiben bei den Kindern in Erinnerung und bringen Sie auf neue Ideen.

6. Das Schreibhandwerk zu lernen ist etwas für Fortgeschrittene: Junge Menschen mit Selbstvertrauen. Ich habe schreiben durch „Redgiertwerden“ gelernt. Ich saß mit einer Schreibmaschine (sic!) und einem weißen Blatt Papier in einem Praktikum da, und verfasste stündlich neue Versionen einer Pressemitteilung. So lange, bis sie meinem damaligen Chef gefallen hat. Das ging nach einer Weile immer schneller. So lernten Generationen von Volontären das Schreiben in Zeitungen, das Verfassen von Meldungen für’s Radio und das Texten von Fernsehbeiträgen. Kinder haben für diesen Prozess nur selten das Selbstvertrauen. Jede Korrektur empfinden sie als Ablehnung. Viele können ja noch nicht einmal beim Menschärgeredichnicht-Spielen verlieren. Also: Toll, dass Du eine Geschichte geschrieben hast! Wie ging es Dir beim Schreiben? Möchtest Du weiter schreiben? Wenn ja, was brauchst Du dazu?

7. Das Literarische Quartett ist was für Ü50er. Für Kinder ist es am Besten, wenn sie in Schreibwerkstätten von einander lernen. Von den Fragen der anderen Kinder zur eigenen Geschichte, von der Art, wie andere Kinder Geschichten schreiben und wie sie auf das Kind selbst wirkt. Was Kinder nicht brauchen, sind Erwachsene, die sie bewerten, beurteilen und die ihnen sagen, dass das ein schlechter Aufsatz ist. Was Kinder brauchen, sind kreative Schreibimpulse, das richtige Setting für die Schreibumgebung, eine Anleitung zu wertschätzendem Feedback, Papier und Stifte. Und die Ermutigung, immer weiterzuschreiben.

Welche positive Schreiberinnerung haben Sie aus Ihrer Kindheit in Erinnerung behalten?

Warum Sie auf Reisen schreiben sollten

Schreibreise London

Auf Reisen fliegt mir alles nur so zu: 1.743 Schreibideen, jede Menge gute Gedanken und Ansätze zum Pläneschmieden, eine Million wunderbarer Sätze. Ich sitze im Café, die Gedanken fließen und ich schreibe nur noch mit. Die Umgebung fernab des Alltäglichen entfaltet meine Kreativität schneller, vor allem, wenn ich Metropolen wie meine Lieblingsstadt London besuche. Schreibend reisen, unterwegs Gedanken und Momente festhalten, auf Schreibreise gehen – für mich eine der wunderbarsten Arten zu Schreiben.

Dass die Begegnung mit anderen Ländern und anderen Sitten die Kreativität fördert, berichtet auch Indien Expertin Dr. Simone Rappel: „Menschen mit Auslandserfahrung sind kreativer. Sie sind es gewohnt, sich auf je neue Situationen einzustellen und Lösungen zu finden,“ schreibt sie in ihrem Blog Business Culture Indien. Also schon mal bei der nächsten Geschäfts- oder Urlaubsreise genügend Zeit zum Schreiben einplanen.

Am Liebsten schreibe ich im Café oder in Museen. Zum Beispiel in London in der National Portrait Gallery. Aber auch Reisepausen im Flugzeug, Bus oder Zug bieten inspirierende Schreibgelegenheiten: Es gibt Menschen zu beobachten, ich höre neue Musik und interessante Sprachfetzen, Kunstwerke aller Stilrichtungen und Epochen beflügeln meine Fantasie.

Unterwegs kann ich schreiben statt zu fotografieren oder zu telefonieren. Briefe, Postkarten. Ein Tagebuch oder ein Reisejournal. Eines, in das man auch Kassenzettel oder Eintrittskarten hineinklebt, Postkarten, Ausschnitte aus Zeitungen. Eines, in das man hineinmalt, wie z.B. die amerikanische Künstlerin und Autorin Sark. Ich habe auch immer mein Inspirationsbuch dabei, in das ich z.B. meine wichtigsten Erkenntnisse aus Büchern hineinschreibe, Weisheiten oder Witze.

Unterwegs kann ich an einem Roman weiterschreiben. Oder Kurzgeschichten, Reportagen, Interviews. Oder Gedichte, Elfchen. Oder die nächsten 20 Blogposts. Oder Stoffsammlungen in Form von Listen und Clustern. Aus einem anderen Blickwinkel, aus einem anderen Land heraus. Man verbindet einfach andere Punkte, z.B. die aus London, mit den eigenen Themen, Romanfiguren, Fragestellungen, Kundenproblemen oder seinem ureigensten roten Lebensfaden.

Kein Telefon stört mich, kein Kundentermin steht unmittelbar bevor. Auf Reisen darf ich entdecken, mit allen Sinnen schauen, riechen, hören, tasten, schmecken, denn nur dazu bin ich da. Ich genieße das malzige Aroma eines schwarzen englischen Broken-Teas, den das Bergamotten Öl zum Earl Grey adelt. Die Teascones schmelzen im erdbeerigen Clotted Cream-Traum auf meiner Zunge. Kulinarisches inspiriert meine Reiseberichte, Ideen aus Literatur, Kunst, Musik, Architektur und Natur des jeweiligen Landes oder Orts fließen in meine Texte ein.

Auf Reisen brauche ich nur ein paar Stifte zum Schreiben, eventuell ein paar Farbstifte zum Malen, einen Klebestift, eine kleine Schere. Immer öfter die Brille. Mal mache ich Fotos, lasse sie in einem Geschäft ausdrucken oder schneide etwas aus der örtlichen Tageszeitung aus und klebe es in mein Journal. Mal malen die Mitreisenden ein Bild hinein oder halten Anekdoten darin fest.

Mitreisende sind eine weitere Bereicherung. Vor allem auf einer Schreibreise. Wenn wir uns unsere Geschichten vorlesen und sie miteinander teilen. Von einander lernen. Uns gegenseitig wertschätzendes Feedback schenken. Uns durch Schreibimpulse auf neues Terrain bewegen. Dann fällt so manche Schreibblockade in sich zusammen. Dann entsteht so manches Schreibnetzwerk. Dann entsteht so mancher Text, der stolz nach Hause gebracht wird und noch lange wirkt.

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Die Menschen meiner Lebensgeschichte – Charakterentwicklung im autobiografischen Schreiben

Charakterentwicklung

Anekdoten sammeln sich viele an im Rahmen eines Menschenlebens. Geschichten, die man mit anderen Menschen erlebt hat: Mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen oder Nachbarn. Wer seine Lebenserinnerungen aufschreibt, sammelt Informationen darüber, wer diese Menschen waren, wie sie waren und was sie für das eigene Leben bedeutet haben. Wie man diese Erfahrungsschätze aufbereiten kann, beschreibt dieser Blogpost.

Zum Geburtstag verwöhnte mich meine Oma mit köstlicher Buttercremetorte, der Nachbar Herr Tischler polierte immer samstags sein Auto drei Stunden lang, die goldenen Ohrringe der Lehrerin Frau Rüschel bebten, wenn sie schimpfte. Fragmente wie diese bleiben in Erinnerung. Wer ausgewählte Charaktere in seiner Autobiografie beleuchten möchte, kann in der Recherchephase solche Fragmente in Personenakten zu Portraits zusammenfügen. Dazu legt man sich einfach für alle wichtigen Menschen seines Lebens je eine solche „Akte“, also ein Blatt, eine Karteikarte oder ein kleines Heft an. Da hinein kommen z.B. …

·         Beschreibungen des Äußeren, also Kleidung, Haare, Schuhe, Duft, Hände, Haut etc.

·         Bilder, Briefe oder sonstige Dokumente zu diesem Menschen und

·         Erinnerungen an typische Handlungen, Blicke, Aussprüche und Zitate, Marotten, Hand- und Körperbewegungen der jeweiligen Person.

Meine Lieblingsschreibübung in diesem Zusammenhang heißt „Regieanweisung“. Stellen Sie sich vor, Sie beschreiben einem Schauspieler, wie er zu sein hat, wenn er z.B. den autoputzenden Nachbarn, Ihren Vater oder Ihren ehemaligen Chef spielen soll. Schreiben Sie nur ca. 10-15 Sätze dazu. Ich habe hier als Beispiel Regieanweisungen zusammengestellt, wenn man wie ein Hund sein soll, mit dem ich das Vergnügen hatte, in meiner Kindheit einige Ferienwochen zu verbringen:

Wie sie sind, wenn Sie der Hund Bessie sind

·         Freuen Sie sich geschlagene 10 Minuten durch Ganzkörperwedeln, niesen, schnüffeln, wenn Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen.

·         Wenn Frauchen mit dem Staubsauger durch die Wohnung geht, setzen Sie sich demonstrativ davor und lassen Sie sich intensiv mit der Polsterbürste absaugen.

·         Verbringen Sie so viele Stunden wie möglich mit Nickerchen in der Sonne.

·         Segnen Sie Ihre Umgebung gleichmäßig mit Ihrem kurzen prägnanten Boxerfell, das so schön im Teppich hängen bleibt.

·         Wenn es ans Spazierengehen geht, versuchen Sie die Leine zu schnappen und verleihen Sie Ihrer Vorfreude unübersehbar Ausdruck.

·         Zur Essenszeit schlecken Sie demonstrativ den leeren Napf aus. Suchen Sie intensiven Blickkontakt zu Herrchen oder Frauchen.

·         Kleiden Sie sich durchgängig in kurzem, braun-schwarz gestromten Fell mit einem weißen Fleck auf der Brust.

·         Wedeln Sie.

·         Beschützen und lieben Sie Kinder!

·         Strafen Sie Frauchen oder Herrchen mit Nichtachtung nach mehrtägiger Abwesenheit.

·         Begegnet Ihnen eine unbekannte, unsympathische Person oder ein verdächtiger Artgenosse, stellen Sie die Rückenhaare zum Kamm auf und bellen Sie. Tun Sie so, als wären Sie ein Rottweiler.

·         Wedeln Sie und zeigen Sie ohne Unterlass Ihre Dankbarkeit für Streicheleinheiten.

Eigentlich ganz einfach. Und führt zu amüsanten, prägnanten Personen- bzw. Hundebeschreibungen. Anregungen zur Charakterentwicklung kann man sich aus zahlreichen Anleitungen aus der Welt des literarischen Schreibens holen, z.B. bei diesen Links:

http://www.schriftsteller-werden.de/charakterentwicklung/charaktere-erschaffen/

http://werde-autor.forumo.de/tipps-und-tricks-zum-schreiben-f31/deine-charaktere-t10.html

http://www.leixoletti.de/theorie/charaktere.htm

http://www.literatur-welten.de/schreiben-lernen/69-figuren-erfinden

http://www.andreaseschbach.de/schreiben/fragen/charaktere/charaktere.html

http://autorwerden.net/tipps-interessantere-charaktere/

Schließlich werden Personen in einer Biografie meist so dargestellt, dass die Ähnlichkeit zu lebenden Personen nicht nachvollzogen werden kann. Da gehört schon eine Prise Fiktion dazu.

Welche Autobiografien gehören zu Ihren Lieblingsbüchern?

DTA und LeMO: Zwei nützliche Links für autobiografisches Schreiben

Wer sein Leben aufschreiben will, sucht oft nach historischen Zusammenhängen, Daten und Facts. Hierfür bietet das LeMO als Online-Museum eine anschauliche Rechercheplattform. Wer Tagebücher geschrieben hat und sie als historisches Dokument für Recherchezwecke zur Verfügung stellen will, kann sich an das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) in Emmendingen wenden. Mehr dazu in diesem Blogpost.

LeMO steht als Abkürzung für „Lebendiges virtuelles Museum Online“ und ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Historischen Museums (DHM), des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (HdG) sowie des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik.

LeMO bietet Überblicks- und Vertiefungstexte zu einzelnen historischen Epochen, Abbildungen von Sammlungsobjekten der beiden Museen, sowie zahlreiche originale Foto- Film- und Tondokumente. Hinzu kommen mehr als 900 Biographien zu Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und anderen wichtigen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Für jedes Jahr ab 1850 gibt es außerdem eine Jahreschronik, die eine schnelle Übersicht ermöglicht. Informative Statistiken und Schaubilder runden das Angebot ab. Einen raschen Zugang zu den Inhalten ermöglicht die Suche über das Archiv und die Volltextsuchmaschine. Zeitzeugen können im sogenannten Kollektiven Gedächtnis persönliche Erinnerungen und private Objekte präsentieren.

Warum Erinnerungen so wertvoll sind

Autobiographische Aufzeichnungen machen historische Ereignisse und Zeitläufe eindrücklich nachvollziehbar. Diese Egodokumente sind wichtige Quellen für die Geschichts- und Kulturwissenschaft vor allem für die Erforschung der Alltags- und Mentalitätsgeschichte. Leider landen solche wertvollen Dokumente nur allzu oft im Keller oder auf dem Müll, wenn die Nachkommen den Bezug zu den schreibenden Vorfahren verlieren oder deren Schrift nicht entziffern können.

Eine Plattform für solche Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel bietet deshalb das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) in Emmendingen. Es versteht sich als Ort für die fachgerechte Aufbewahrung privater Lebensgeschichten aus dem deutschsprachigen Raum. Während die Archivierung staatlichen und kommunalen Schriftguts schon lange eine Selbstverständlichkeit war, gab es in Deutschland keine öffentliche Einrichtung, die sich persönlicher Zeitzeugnisse annahm. Erst die Gründung des Deutsche Tagebucharchivs e.V. am 14. Januar 1998 durch Frauke v. Troschke schuf ein Zuhause für Zeugnisse individueller Lebensgeschichten von Privatpersonen.

Das DTA sammelt nicht Texte herausragender Persönlichkeiten aus Geschichte, Politik und Kultur. Im Sinne einer Geschichte ‚von unten‘ bewahrt es Lebensgeschichten von ‚jederfrau und jedermann‘. Die Dokumente werden im DTA gelesen, inhaltlich erschlossen und für die Nutzer – Wissenschaftler, Studenten, Journalisten, Schülergruppen und Privatpersonen – zugänglich gemacht.

Erinnerungen von bislang 3.250 Menschen

Einsender aus ganz Deutschland schicken nicht nur Funde aus Nachlässen, die bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zurück reichen, ins Deutsche Tagebucharchiv. Es treffen auch regelmäßig vielfältige Aufzeichnungen von Zeitgenossen ein. Der Wunsch, noch zu Lebzeiten mit den Erfahrungen und Eindrücken gehört bzw. gelesen zu werden, kann hier erfüllt werden.

Bisher wurden im Deutschen Tagebucharchiv autobiographische Dokumente von über 3.250 Autoren gesammelt. Dabei handelt es sich um einzelne kleine Tagebücher – aber auch um Lebenswerke von mehreren tausend Seiten. Der Gesamtbestand setzt sich mittlerweile aus rund 13.000 Tagebüchern, Lebenserinnerungen und Briefwechseln zusammen. Zwei Drittel davon sind mit Hilfe einer Datenbank mit über 3.500 Einträgen recherchierbar.

Viele weitere Recherche-Quellen finden Sie in diesem umfassenden Artikel.

Warum Sie heute schon den Jahresrückblick für das neue Jahr schreiben sollten

Sich schreibend ein neues Jahr erschließen – eine der genussvollsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann. Groß denken, träumen, sich selbst Wünsche erfüllen! Die obligatorischen Listen guter Vorsätze oder Ziele zu Jahresbeginn kennen wir zur Genüge. Visualisieren wir jedoch das kommende Jahr, stellen uns vor, wie wir unsere Wunsch-Highlights erleben, wie sich das anfühlt, ist unser Gehirn viel motivierter, den zukünftigen Erfolg auch wirklich umzusetzen. Kreatives Schreiben hilft dabei, sich das nächste Jahr schön zu schreiben!

Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast, sagt Nossrat Peseschkian, Begründer der Positiven Psychotherapie. Warum nicht also auch bei der Jahresplanung neue Wege gehen? Nehmen Sie ein schönes Notizbuch und einen Stift zu Hand – das ist alles was Sie brauchen. Und dann schreiben Sie los – Ihren persönlichen Jahresrückblick für das kommende Jahr. Schreiben Sie einfach, als hätten sie alles schon erlebt: Ihre wunderbaren Familienfeiern, die Unterschrift auf dem Auftrag des tollen neuen Kunden, wie sie von ihrem phantastischen Urlaub heimkehren und ihrer Freundin von den beeindruckenden Erlebnissen erzählen. Wie Ihr Kontostand zum Jahresende aussieht, was Sie gekauft, gespendet, verschenkt haben werden, welche Menschen Sie wie glücklich gemacht haben werden, wofür sie dankbar sein werden. Schreiben Sie’s auf!

Shakti Gawain nennt diese Technik „kreatives Visualisieren“ und in ihrem Buch „Stell dir vor“ beschreibt sie, wie man seine schöpferische Phantasie als Methode bewusst anwenden kann, um zu erschaffen, was man wirklich will. Natürlich ist es klar, dass sich in allen Lebensbereichen – Sein, Tun, Haben- immer etwas Anderes, Besseres spontan entwickeln kann. Kein Drehbuch wird so verfilmt, wie der Autor es geschrieben hat, wir bleiben optimistisch flexibel. Doch der vorformulierte Jahresrückblick gibt Ihnen eine Idee, wohin es gehen kann, lenkt Aufmerksamkeit, Gedanken und Gefühle in die richtige Richtung. Wer vorher seine Werte – sozusagen als Grundlagenarbeit – erforschen möchte, findet hier Das Werte-ABC zum Download.

Beim Schreiben ist Ihrer Phantasie keine Grenze gesetzt: Sie können Ihren Jahresrückblick als Ansprache der BundeskanzlerIn formulieren, als Kurzroman, als Interview, als Büttenrede oder in Gedichtform. Sie können auch malen. Gute Fragen für einen Jahresrückblick hat übrigens der amerikanische Blogautor Scott Dinsmore in seinem 2014 Goal Setting and Action Workbook zusammengestellt. Wer gerne mit englischen Vorlagen arbeitet, kann das Goal Setting and Action Workbook herunterladen.

Inspiriert? Dann ran an den Stift!

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