#10minBlog – Wie man Feedback zu Texten geben kann

Wie man „richtig“ Texte beurteilt? Das wurde ich beim letzten Treffen der Mastermind Bloggers gefragt. Deshalb habe ich in diesem Blogartikel meine 17 Lieblings-Fragestellungen für Textfeedback zusammengefasst. (#werbungohneauftrag #werbungohneentgelt)

„Bitte lies doch mal den Text, den ich geschrieben habe. Wie findest Du den?“ In meinem Textcoaching oder in unserer Mastermind Bloggers Gruppe ist das gegenseitige Lesen von Entwürfen z.B. für Blogartikel an der Tagesordnung. In meinen Schreibwerkstätten für Blogger sowieso.

Denn Feedback zu dem, was man gerade geschrieben hat und veröffentlicht werden soll, ist so wertvoll: Mal ist man nicht ganz von seinem Text überzeugt oder man fragt sich, ob die Message ankommen wird. Wer Anregungen von anderen erhält, kann durch den externen Blick über den Tellerrand bessere, verständlichere oder wirksamere Texte schreiben.

Doch viele Menschen, die nun als Lektor tätig sein sollen, sind unsicher, anhand welcher Kriterien sie einen Text beurteilen sollen. Denn Feedback zu geben, das ist eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe. Schließlich will man es richtig machen und der Person, die einem um den Gefallen gebeten hat, auch mit nützlichen, konstruktiven Hinweisen zum Text helfen, mit denen sie zu einem besseren Ergebnis kommen kann. Manchen ist die Aufgabe gar zu heikel: Was, wenn ich Kritik übe und der Verfasser des Textes dann beleidigt ist? Was, wenn ich mich gar nicht kompetent fühle, um den Text beurteilen zu können? Was, wenn ich den Text falsch beurteile?

Loben und das Potential erkunden

Natürlich werfen wir einen Blick auf Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Satzbau. Da gibt es feste Regeln, da gibt es ein „richtig“ und ein „falsch“. Das Motto für alle anderen Feedback-Bausteine lautet: Wertschätzung! Also nicht beurteilen, wie man es von der Schule kennt, sondern die Wirkung des Textes – ganz und gar subjektiv – auf die eigene Person beschreiben. Wenn ich jemandem zuhöre, der mir seinen gerade geschriebenen Blogartikel vorliest, dann erkunde ich nur mein Bauchgefühl. Daraus leite ich Empfehlungen ab, gebe in Ich-Botschaften Anregungen und spreche über das, was mir gut gefallen hat oder wovon ich mir mehr wünsche. Denn es ist erwiesen, dass wir positives Feedback viel besser verwerten können als negatives.

Hier habe ich meine 17 ganz persönlichen Leitfragen für Textfeedback aufgezählt, die ich in meinen Schreibwerkstätten und meinem Textcoaching einsetze:

  1. Ist der Inhalt meiner Meinung nach für die Menschen, für die er geschrieben ist relevant, interessant und gut verständlich?
  2. Ist der für mich „genug“, also lang genug, kurz genug, unterhaltsam genug oder je nach Textart z.B. wissenschaftlich genug?
  3. Holt mich der Text ab?
  4. Wenn ich mich in die Lage der Zielgruppe versetze, fühle ich mich verstanden?
  5. Bringt mich der Text weiter? Was habe ich gelernt?
  6. Ist er meinem Empfinden nach schlüssig aufgebaut?
  7. Erkenne ich einen roten Faden?
  8. Gibt es Stellen im Text, über die ich gestolpert bin? Habe ich etwas nicht verstanden? Hat mich an einer Stelle die Wortwahl irritiert?
  9. Ist der Text für mich „lebendig“ geschrieben? Habe ich danach Bilder im Kopf? Habe ich etwas über Beispiele erfahren? War der Text für mich anschaulich?
  10. Trifft der Jargon des Textes den der Zielgruppe?
  11. Würden auch Opa oder Mutter oder die Generationen X, Y, Z den Text verstehen?
  12. Was macht der Text mit mir? Wie fühle ich mich? Was möchte ich als nächstes tun?
  13. Was denke ich über den Menschen, der den Text verfasst hat?
  14. Würde ich den Text anderen empfehlen, weiterleiten oder per Email zuschicken?
  15. Was würde ich als Kommentar darunterschreiben?
  16. Welche konkreten Fragen hat die Person, die den Text geschrieben hat, an mich?
  17. Was hat mir besonders gut gefallen?

An dieser Stelle möchte ich DANKE sagen: An all die lieben Menschen, die sich in den vergangenen Jahren die Zeit genommen und die Mühe gemacht haben, mir konstruktives Feedback zu meinen Texten zu geben. An Claudia Pusch für dieses Thema des Blogartikels und an Maren Martschenko, die die Idee für das „Besser-kurz-als-gar-nicht-gebloggt“-Format unter dem Hashag #10minBlog eingeführt hat. Das habe ich zum Anlass genommen, diesen Text beim letzten Magic Bloghouse relativ zügig herunterzuschreiben. Ich finde: Better done than perfect! Fühlt sich gut an.

Welche ist Ihre Lieblingsfrage beim Textfeedback?

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