7 Wege aus der Schreib-Komfortzone

Komfortzone

Wenn ich in meinen Schreibwerkstätten ratlose Gesichter sehe oder den Satz höre: „Damit kann ich aber garnichts anfangen!“ weiß ich: Ich bin auf dem richtigen Weg. Gute Texte werden außerhalb der Komfortzone geschrieben. Nach dieser Anfangsverweigerung laufen die Teilnehmenden der Schreibwerkstatt meist zur Höchstform auf und lesen ganz wunderbare Texte vor, auf die sie zu Recht stolz sind. Hier habe ich meine sieben bewährten Strategien zusammengefasst, mit denen ich ganz leicht aus der Schreib-Komfortzone herauskomme.

In der Komfortzone ist alles bequem, vertraut, kuschelig, es läuft so vor sich hin. Doch kommt hier die Fantasie in neue Fahrwasser? Entstehen da die guten Ideen? Überwindet man dort eine Schreibblockade? Wachsen hier die Geschichten, die erzählt werden müssen?

Der amerikanische Blogger Michael Hyatt schreibt in seinem Artikel „Why Discomfort Is Good for You“:

„1. Komfort wird überbewertet. Er führt nicht zum Glück. Er macht uns faul – und vergesslich. Er führt oft zu Selbstabsorption, Langeweile und Unzufriedenheit.
2. Unbehagen ist ein Katalysator für Wachstum. Es weckt die Sehnsucht nach mehr. Es zwingt uns dazu, uns zu verändern, zu strecken und uns anzupassen.
3. Unbehagen ist ein Zeichen dafür, dass wir Fortschritte machen. Sie kennen den Ausdruck ‚no pain, no gain‘? Es stimmt! Wenn Sie Wachstum forcieren, erleben Sie Beschwerden.“

Beim Schreiben – wie im richtigen Leben – entsteht Kreativität, wenn’s unbequem, unbehaglich, neu, unerwartet, ganz anders ist. Wenn wir Routinen und Denkmuster, Blockaden und Normierungen ausschalten, austricksen oder umgehen. Diese sieben Strategien haben mir zuverlässig dabei geholfen:

1. Verlassen Sie Ihre räumliche Schreib-Komfortzone: Weg vom PC und dem gewohnten Küchen- oder Bürotisch! Raus in die Natur, in Cafés oder auf eine Schreibreise, z.B. nach London. Eine Liste ungewöhnlicher Schreiborte finden Sie hier. Und wenn’s Winter ist, dann räumen Sie doch einfach Ihr Büro um, streichen es in ungewöhnlichen Farben und stellen eine neue Pflanze rein.

2. Sprechen Sie mit anderen Menschen: Auf der Straße, beim Einkaufen an der Kasse, in der S-Bahn, in der Kantine oder im Restaurant. Besuchen Sie VHS-Kurse oder treten Sie einem Debattierclub bei. Gehen Sie auf Konferenzen, Kongresse, Netzwerktreffen. Schließen Sie sich einer Schreibgruppe oder einer Schreibwerkstatt an. Seien Sie mutig!

3. Suchen Sie Inspiration in Museen, im Theater, in Vernissagen. Erkunden Sie neue Wege, wenn Sie mit dem Hund rausgehen oder zur Arbeit fahren. Testen Sie neue Restaurants und kulinarische Genüsse. Spielen Sie einen Tag lang Tourist in Ihrem Heimatort.

4. Lesen Sie außerhalb Ihrer Komfortzone: Verlassen Sie vertraute Genres. Lesen Sie Kurzgeschichten und Romane, Gedichte und Theaterstücke, Blogs, Zeitungen und Anzeigenblätter. Wenn Sie Science Fiction-Fan sind, lesen Sie Historien-Schinken. Lesen Sie Bücher, die Ihnen Menschen mit nachweislich gegenteiligem Geschmack empfehlen. Bleiben Sie neugierig!

5. Arbeiten Sie mit neuen Techniken! Mein Kreativitätsguru ist die Innovationsexpertin Anke Meyer-Grashorn. In Ihrem Blog gibt es z.B. einen Ferienpass für Spinner, in ihrem Buch “Spinnen ist Pflicht“ finden Sie eine Vielzahl von Kreativitätstechniken, die blockierende Routinen aushebeln und den Weg frei machen für neue, wirklich gute Ideen!

6. Probieren Sie’s mal mit einem frischen, neuen Notizbuch: Einfach immer mitnehmen und Ideen sofort darin notieren. Bilder einkleben, Gedanken festhalten. Malen. Schreiben. Automatisch, in Gedichtform, als Liste.

7. Schreiben Sie aus anderen Blickwinkeln heraus: Starten Sie Schreibexperimente: Eine neue Erzählperspektive. Oder ein neues Genre. Oder lassen Sie Ihre Geschichten an ungewöhnlichen Schauplätzen spielen. Ein neuer Stil – ernst oder heiter. Geschichten – kurz oder lang. Gedichte, Zeitungsartikel, Drehbücher, Blogposts oder Briefe. Lesen Sie Ihre Texte anderen vor, saugen Sie Feedback auf und arbeiten Sie damit.

Machen Sie sich dieses unbequeme Gefühl, das Unbehagen außerhalb der Komfortzone zum Freund. Merke: Wenn’s zu bequem und kuschelig ist, wird’s Zeit für neuen Input!

Welchen Weg wählen Sie, um aus Ihrer Komfortzone herauszutreten?

Das könnte Sie auch interessieren:

Wie Sie ins Schreiben kommen
Warum Sie auf Reisen schreiben sollten
Die 26 besten Schreiborte im Sommer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: