Wie Sie Ihre Strategie für Gastbeiträge entwickeln

Gastblogger

Auf dem Münchner Bloggerstammtisch im August 2015 ein Thema: Gastbeiträge auf dem eigenen Blog und bei anderen Blogs – für viele eine erfolgreiche Netzwerkstrategie, um den Expertenstatus zu festigen, mehr Bekanntheit zu erlangen und die Leserschaft für den eigenen Blog zu erweitern. Hier ein Leitfaden mit Tipps und Fragen, die man sich beantworten sollte, bevor man ins „Guest Posting“ einsteigt.

Es begann mit dem Foto meiner ersten veganen Torte: Schnell in Facebook eingestellt, dass ich mit den Mastermind Bloggern beim Essen war und eben eine köstliche Schoko-Kirsch-Torte genießen durfte. Karl Fröhlich, der kurz davor mit seinem Blog „Gut essen in München“  gestartet war, fragte an, ob wir nicht in seinem Blog über unser Restauranterlebnis schreiben wollten.

Torte
Das war der Beginn einer wunderbaren Gastbeitrags-Serie : Bei jedem Treffen der Mastermind Blogger, einem Erfolgsteam für Blogger, besuchen wir ein neues Lokal und berichten darüber bei „Gut essen in München“.

Die Vorteile für Karl Fröhlich:
• Er bekommt neue Restaurantempfehlungen – servierfertig geschrieben und fotografiert – für seinen Blog.
• Die Mastermind-Blogger erweitern seine Restaurant-Auswahl und fügen den Schnitzeln und Hamburgern viel Gemüse hinzu.
• Die Mastermind Blogger teilen die Gastbeiträge in ihren Social Media Accounts und erschließen neue Leser für seinen Blog.

Die Vorteile für die Mastermind Blogger:
• Die Leser von „Gut essen in München“ klicken sich durch die Blogs der einzelnen Restaurant-Tester, auf die im Artikel verlinkt wird, und erweitern ihre Reichweite.
• Wir verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen, denn Restaurants testen macht richtig Spaß!

Viele amerikanische Blogger haben ihre Leserschaft durch die Veröffentlichung von Gastbeiträgen erheblich erweitert, so zum Beispiel Michael Hyatt  oder Jeff Goins. Eine Erfolgsstrategie für den Aufbau eines Publikums, die auch hier funktioniert.

Gastbeiträge = Content, den ich selbst nicht schreiben muss?
Vor kurzem habe ich entdeckt, dass es in Facebook eine eigene Gruppe für Gastbeiträge gibt. Neben einigen Blogs mit einem extrem breiten Themenspektrum, die einfach nur Content suchen, weil die Blogger im Urlaub sind und/oder keine Zeit zum Schreiben haben, gibt es dort auch gezielte Themenanfragen, z.B. nach Beiträgen aus dem Gesundheitsbereich.

Einfach mal durchsehen und Blogbeiträge anbieten oder im eigenen Blog publizieren, um Zeit zu sparen? Nein, sicher nicht, denn Gastbeiträge füllen nicht einfach nur den eigenen Blog, sondern sie bauen Reputation auf und knüpfen Beziehungen zu anderen Menschen, die man sich genauer anschauen sollte. Eine kluge Strategie für Gastbeiträge ist gefragt, denn sie zeigt nur Wirksamkeit, wenn man den eigenen und den Qualitätsansprüchen der Leser gerecht werden kann und gleichzeitig seine wertvolle Schreibzeit in die richtigen Blogs investiert.

Ein großer Fehler ist es, unbesehen Materialien von Content-Agenturen zu übernehmen, die teilweise identische Beiträge mehreren Bloggern anbieten und unsaubere Backlinks generieren, für die der veröffentlichende Blogger von Google abgestraft wird. Die alte SEO-Regel lautet: Honoriert wird exklusiver, originärer Content mit einer vernünftigen Linkstruktur.

Fünf Schlüsselfragen rund um Gastbeiträge
Weil Zeit Geld ist, lohnt es sich, ein Themenradar für seinen Blog zu entwickeln. Diese fünf Fragen, helfen dabei, eine vernünftige Gastbeitragsstrategie festzulegen:
1. Was interessiert meine Zielgruppe, meine Blogleserinnen und Leser sowie mein Kunden?
2. Welche Themenfelder berühren mein Thema am Rande und wozu kann ich einen wertvollen Beitrag leisten?
3. Welche bloggenden Experten kenne ich, die die Fragen meiner Kunden beantworten können?
4. Welchen Blogger, Experten, welche bekannte Persönlichkeit wollte ich schon immer mal kennenlernen oder interviewen?
5. Zu welchen aktuellen Themen kann ich nützliche Informationen, Stellungnahmen und Expertentipps anbieten?

Und? Schon ersten Anknüpfungspunkten und K.O.-Kriterien für Gastbeiträge von anderen Blogs und für andere Blogs gefunden?

Leitfaden für Gastbeiträge
Wer es sich einfach machen möchte, kreiert für seinen eigenen Blog einen Leitfaden für Gastbeiträge. Das Dokument enthält alle Infos, die es einem Gastblogger ermöglichen, einen guten Beitrag für den eigenen Blog zu schreiben. Dazu gehören Infos über …
1. thematische Ausrichtung des Blogs, Stil, Besonderheiten,
2. Leserschaft,
3. Reichweite,
4. Social Media-Aktivitäten auf beiden Seiten, z.B. in Twitter, Facebook, Email-Newsletter,
5. beliebteste Beiträge,
6. Formatrichtlinien für den Artikel (Überschrift, Antexter, Zwischenzeilen, Fotos – Motive, Anzahl und Format, Länge, Zusammenfassung, Suchworte, Verlinkung usw.),
7. Hintergrundinfos/Vita über den Autor.

Wer für andere Blogs schreibt, sollte die Blogger nach einem solchen Leitfaden fragen, das erspart viel wertvolle Schreib- und Recherchezeit.

Geben und Nehmen – Chemie und Gleichgewicht müssen passen
Sehen wir uns nun an, welche vier Schlüsselfragen sich Blogger beantworten sollten, bevor sie Gastbeiträge annehmen oder anbieten:
1. Passt der Blog zu meinem Blog (Leserschaft, Stil, Qualität der Artikel und der Links, thematische Fokussierung, Lebensdauer des Blogs) und meiner Marke?
2. Passt der Blogger zu mir (Persönlichkeit, Werte, Erfahrung, Sympathie) und will ich ihn weiterempfehlen?
3. Wo haben wir thematische Überschneidungen?
4. Was wird dem Blog hinzugefügt? Konträre Meinung, neue Sichtweise, persönliche Erfahrung, konkrete Tipps, die noch nirgendwo anders zu lesen waren, aktuelle Studie, Marktzahlen, Befragung, Exklusivität eines Interviews, einer Information?

Mein Tipp: Nur Gastbeiträge von Autoren akzeptieren oder anderen Bloggern eigene Artikel anbieten, die man persönlich kennengelernt hat. Das Bauchgefühl verrät, ob die Chemie passt, und ob vielleicht weitere Kooperationen daraus entstehen könnten.

Wie lauten die Headlines für ihre fünf nächsten Gastbeiträge in Ihren Lieblingsblogs?

Ein Eintrag zu „Wie Sie Ihre Strategie für Gastbeiträge entwickeln

Kommentare sind geschlossen.