5 Jahre Bloggen: Bloggerzukunft, Terminator und digitales Charisma

Am 5. Mai 2012 ging mein erster Blogartikel online. Zum fünfjährigen Blogjubiläum will ich nicht zurückschauen, sondern nach vorne: Wie wird das Bloggen in 2022 sein? Warum das so wichtig ist und was ein Science Fiction-Film damit zu tun hat, lesen Sie hier:

Sie kennen die Terminator-Spielfilme? Wenn nicht, bei Wikipedia gibt’s die Stories zum Nachlesen. Als ich vor kurzem beim Literarischen Salon erzählte, dass diese Filme mich seit vielen Jahren beschäftigen, fiel so manche Kinnlade. Denn wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich lieber „Ein Fisch namens Wanda“ anschaue und bei mir auch das Glas immer halbvoll ist und nicht halbleer.

Warum also eine düstere Zukunftsvision? Die Terminator-Filme beschäftigen mich deshalb so, weil eine Frau – sie heißt im Film Sarah Connor – ihr Kind – John Connor – auf seine Zukunft als Anführer der Menschen im Kampf gegen die Herrschaft der Maschinen vorbereitet. Sie weiß, dass diese Zukunft kommen wird, denn man hat ihr einen Cyborg aus der Zukunft geschickt als Schutz vor einem anderen Cyborg, der ebenfalls aus der Zukunft kam, um John Connor zu eliminieren. Sie kennt die Zukunft. Und sie tut alles dafür, dass ihr Sohn das lernt was er braucht, um in dieser Zukunft überleben zu können.

Und ich? Ich kenne die Zukunft nicht. Aber ich will dazu beitragen, die nachfolgende Generation, meine Zeitgenossen und mich selbst bestmöglich darauf vorzubereiten. Deshalb beschäftige ich mich permanent mit möglichen Zukünften – und ich hoffe, sie werden bedeutend schöner als die Terminator-Variante! Denn wir werden neues Wissen brauchen, neue Kenntnisse, neue Fähigkeiten. Die Digitalisierung verändert unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft in einer bisher nie dagewesenen Dimension. Und damit verändern sich nicht nur die Notwendigkeit unserer Sichtbarkeit, sondern auch die Art und Weise, wie wir kommunizieren werden.

Eine neue Arbeitswelt entsteht

„Kürzlich gaben CEOs in einer weltweiten Umfrage an, dass nicht mehr Menschen ihre wichtigste Ressource sind, sondern Technologie. Eine vielzitierte Oxford-Studie aus dem Jahre 2013 prognostiziert, dass Software und Roboter in den nächsten 20 Jahren die Hälfte aller menschlichen Jobs ersetzen werden. Alleine in Deutschland sollen bis 2025 1,5 Millionen traditionelle Arbeitsplätze wegfallen,“ schreibt Tim Leberecht im Blog des Zukunftsinstituts in einem Artikel mit der Überschrift „Wir brauchen einen neuen radikalen Humanismus“.

Jobs fallen weg. Neue entstehen. Menschen und Maschinen verändern sich:

„Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Mensch im Laufe des 21. Jahrhunderts seine nächste Evolutionsstufe selbst auslöst – nicht durch natürliche Selektion, sondern durch Enhancement. In Zukunft erfahren wir andere Menschen, Geräte und Objekte zunehmend als Erweiterungen unserer selbst“ berichtet der Zukunftsforscher Dr. Pero Mićić in seinem Blog.

In einem anderen Blogartikel schreibt Mićić: „Mittelfristig werden Neurocomputer damit auch auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu uns treten. Unzählige kleine und große Unternehmen werden sich entweder radikal wandeln oder vom Markt verschwinden müssen. Und langfristig? Um 2030 herum sollen Computer die Leistung und Arbeitsweise des menschlichen Gehirns eins zu eins nachahmen können.“

Enkeltauglichkeit als Ziel

Alle Zukunftsprognosen hören sich nach einer gewaltigen Umwälzung an. Und nach einer, die wahrscheinlich nicht ganz ruckelfrei ablaufen wird:

„Wir haben keinen Supervisor im Hinblick auf die ökonomische Entwicklung. Also es gibt im Grunde genommen keine politisch-ökonomische Gesamtvernunft, die sagt, das und das und das kommt, und jetzt müssten wir die und die und die zukunftsfähigen Weichen stellen, damit Deutschland auch enkeltauglich bleibt, damit wir später in einem Land leben, in dem unsere Kinder und unsere Enkel noch sehr gut aufwachsen können – das fehlt,“ sagt der Publizist und Philosoph Richard David Precht in einem Interview mit dem Deutschlandfunk im Mai 2017. Es trägt den Titel: „Die Zukunft der Arbeit ‚Wir dekorieren auf der Titanic die Liegestühle um‘.

Und was hat die Zukunft der Arbeit mit diesem Blog zu tun? Mein Motto: Information säen. Erfolg ernten. Seit fünf Jahren schreibe ich für Selbstständige und Führungskräfte und zeige, wie sie sich sichtbar machen können. Wie sie über verschiedene Kanäle bei den Menschen, mit denen sie in Zukunft zusammenarbeiten möchten, Aufmerksamkeit und Vertrauen gewinnen können. Ich will Menschen fit machen für die Kommunikation von morgen. Also beschäftige ich mich konstant mit der Frage: Wie können wir uns zukunftssicher aufstellen und was müssen wir hierfür lernen?

Das sind meine 5 Thesen für die Zukunft der Kommunikation in der digitalen Arbeitswelt:

  1. Wer sich online nicht zeigt, wird aus dem Radar von Auftraggebern und Personalabteilungen verschwinden. Unsere Sichtbarkeit und unser Expertenstatus werden die Arbeitslosenversicherung von morgen sein.
  2. Das schnelle Verschwinden alter Berufe und die kurzfristige Nachfrage nach neuen Kompetenzen verlangen von uns maximale Flexibilität, Anpassung und kontinuierliches Lernen. Wir werden top informiert sein müssen.
  3. Alleine wird das nicht zu schaffen sein. Wir werden eine Community aufbauen müssen, für die Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung.
  4. Wir müssen uns konsequent positionieren, nicht nur gegenüber unseren Mitbewerbern, sondern auch gegenüber den Maschinen: Wo sind wir besser? Was unterscheidet uns? Gefühl, Kreativität, Empathie, Moral – und was noch?
  5. Nicht alle Menschen tun sich mit der Digitalisierung leicht. Wir werden dafür Sorge tragen müssen, dass wir wichtige Bezugsgruppen in unserem Umfeld nicht durch die digitale Kluft verlieren. Deshalb werden wir auch weiterhin analog kommunizieren müssen.

Veränderung erfordert lernen. Aber: Wir Baby Boomer sind in einem Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert aufgewachsen, das auf Systemerhalt und auf Selektion ausgelegt war. Und jetzt setze ich wieder den Sarah Connor-Hut auf: Für unsere Kinder sollten wir das besser machen, sie auf den Wandel vorbereiten und ihnen die Techniken und Methoden in einem Schulfach „Zukunftsgestaltung“ vermitteln. Vor allem vor dem Hintergrund des demographischen Übergangs sollten sich meiner Meinung nach nicht nur unsere Kinder, sondern auch alle anderen Gedanken machen, wie ein Zukunfts-Ich und ein Zukunfts-Wir aussehen kann.

Ich glaube, wir brauchen viel mehr Lust auf Zukunft. Angst vor Zukunft bringt uns nicht weiter. Es geht leichter, wenn wir gemeinsam darüber nachdenken, uns austauschen, voneinander lernen. Wenn wir uns alle alleine im dunklen analogen Kämmerlein einsperren, die digitale Sichtbarkeit meiden wie der Teufel das Weihwasser und darauf warten, dass die Digitalisierung sanft und weich über uns hinwegspülen wird, gehen die Erfolgsaussichten meines Erachtens nach gegen Null.

Andere erfolgreich ins digitale Boot holen

Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass wir uns neu aufstellen müssen in Sachen Kommunikation: Als Führungskräfte, als Selbständige, als Männer, als Frauen. Die Vielzahl der Kanäle und der Datenspuren, die wir hinterlassen, bringen uns eine radikale Transparenz. Darauf sollten wir uns emotional vorbereiten. Und an diesen Kompetenzen sollten wir auch arbeiten:

  1. Wir müssen lernen, wie wir Communities aufbauen und pflegen. Um Unterstützung und Kunden zu finden oder Allianzen zu schmieden. Gerade in einer Zeit, in der die Öffentlichkeit in viele kleine Mikrokosmen zerfällt, die erst durch das Internet möglich wurden. David Bowie hatte das z.B. als einer der ersten Musiker erkannt und schon früh mit einer Community für seine Fans experimentiert. Dieses Interview aus dem Jahr 1999, in dem er u.a. über die Fragmentierung des Publikums spricht, ist meiner Meinung nach visionär.
    http://www.youtube.com/watch?v=FiK7s_0tGsg
  2. Wir müssen mehr denn je lernen, wie man Menschen kommunikativ „ins Boot holen“ kann und wie man sie motiviert, Digitalisierung aktiv mitzugestalten. Zuhören und den Dialog zu pflegen – das sind zwei elementare Bestandteile!
  3. Wir müssen sichtbar sein und uns zeigen, mit unserer Haltung, unseren Ideen und unseren Aktionen für die Zukunft. TV-Journalist und Blogger Richard Gutjahr fordert z.B. für den Berufsstand der Journalisten: „Unser Anspruch als professionelle Medienmacher muss es sein, on top of the game zu sein, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir müssen die eigenen Positionen transparent machen, begründen, wie die von uns selbst so gern gepriesene ‚Haltung‘ zustande kommt, und immer wieder Bedingungen und Zwänge erklären, unter denen wir arbeiten.“ Er spricht in seinem Blogartikel von digitaler Empathie und fordert, dass Journalisten das Gespräch mit dem Leser suchen und sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen sollten. Ich glaube, das gilt für alle Player in der Wirtschaft und ihre Dialoggruppen.
  4. Ich glaube, wir brauchen nicht nur digitale Empathie, sondern als aktive Zukunftsgestalter müssen wir digitales Charisma aufbauen, um andere berühren zu können und auf einer Vielzahl von Kanälen in Verbindung gehen zu können. Bloggen ist ein Teil davon. Wie digitales Charisma geht? Das gilt es herauszufinden. Wie es nicht geht, das beschreibt Torsten Körner im Tagesspiegel in einem Artikel über den Mangel an charismatischen Politikern: „Trifft man heute ’nachwachsende‘ Politiker, hat man das Gefühl, sie seien Textausstoßproduzenten, Digitalsklaven, die jeden Tag eine neue Version ihres Ichs hochladen müssen, sie twittern, mailen und netzwerken um ihre nackte Existenzpräsenz. Wo jeder jeden Tag einen Offenbarungseid leisten muss, so der Verdacht, gedeiht kein Charisma.“
  5. Vor allem den Frauen kommt im Rahmen des Megatrends „Female Shift“ in meinen Augen eine wichtige Rolle zu. Im Blog des Zukunftsinstituts ist zu lesen: „Die deutsche Wirtschaftsleistung könnte um vier Prozent steigen, wenn das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ausgeglichen wäre. Provokanter formuliert es Petra Jenner, Geschäftsleiterin von Microsoft in der Schweiz, in ihrem Buch ‚Mit Verstand und Herz‘: ‚Unsere Wirtschaft wird langfristig ausbrennen und scheitern, wenn sie weiter vorwiegend von Männern geführt wird!‘“

Mein Blog in fünf Jahren?

#BeBoldforChange – ich wünsche mir, dass sich vor allem viele Frauen durch meine Inspirationen für Selbst-PR auf den Weg gemacht haben werden, hin zu einer Rolle als sichtbarer Influencer, der als Relaisknoten im Netz die Informationen sät, mit denen wir als Menschen in der Zukunft Erfolg ernten werden. Mit meinem Sarah-Connor-Mindset mache ich mich auf den Weg, um inspirierende Impulse für Sie zu finden. I’ll be back!

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2 Einträge zu „5 Jahre Bloggen: Bloggerzukunft, Terminator und digitales Charisma

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