DTA und LeMO: Zwei nützliche Links für autobiografisches Schreiben

Wer sein Leben aufschreiben will, sucht oft nach historischen Zusammenhängen, Daten und Facts. Hierfür bietet das LeMO als Online-Museum eine anschauliche Rechercheplattform. Wer Tagebücher geschrieben hat und sie als historisches Dokument für Recherchezwecke zur Verfügung stellen will, kann sich an das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) in Emmendingen wenden. Mehr dazu in diesem Blogpost.

LeMO steht als Abkürzung für „Lebendiges virtuelles Museum Online“ und ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Historischen Museums (DHM), des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (HdG) sowie des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik.

LeMO bietet Überblicks- und Vertiefungstexte zu einzelnen historischen Epochen, Abbildungen von Sammlungsobjekten der beiden Museen, sowie zahlreiche originale Foto- Film- und Tondokumente. Hinzu kommen mehr als 900 Biographien zu Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und anderen wichtigen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Für jedes Jahr ab 1850 gibt es außerdem eine Jahreschronik, die eine schnelle Übersicht ermöglicht. Informative Statistiken und Schaubilder runden das Angebot ab. Einen raschen Zugang zu den Inhalten ermöglicht die Suche über das Archiv und die Volltextsuchmaschine. Zeitzeugen können im sogenannten Kollektiven Gedächtnis persönliche Erinnerungen und private Objekte präsentieren.

Warum Erinnerungen so wertvoll sind

Autobiographische Aufzeichnungen machen historische Ereignisse und Zeitläufe eindrücklich nachvollziehbar. Diese Egodokumente sind wichtige Quellen für die Geschichts- und Kulturwissenschaft vor allem für die Erforschung der Alltags- und Mentalitätsgeschichte. Leider landen solche wertvollen Dokumente nur allzu oft im Keller oder auf dem Müll, wenn die Nachkommen den Bezug zu den schreibenden Vorfahren verlieren oder deren Schrift nicht entziffern können.

Eine Plattform für solche Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel bietet deshalb das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) in Emmendingen. Es versteht sich als Ort für die fachgerechte Aufbewahrung privater Lebensgeschichten aus dem deutschsprachigen Raum. Während die Archivierung staatlichen und kommunalen Schriftguts schon lange eine Selbstverständlichkeit war, gab es in Deutschland keine öffentliche Einrichtung, die sich persönlicher Zeitzeugnisse annahm. Erst die Gründung des Deutsche Tagebucharchivs e.V. am 14. Januar 1998 durch Frauke v. Troschke schuf ein Zuhause für Zeugnisse individueller Lebensgeschichten von Privatpersonen.

Das DTA sammelt nicht Texte herausragender Persönlichkeiten aus Geschichte, Politik und Kultur. Im Sinne einer Geschichte ‚von unten‘ bewahrt es Lebensgeschichten von ‚jederfrau und jedermann‘. Die Dokumente werden im DTA gelesen, inhaltlich erschlossen und für die Nutzer – Wissenschaftler, Studenten, Journalisten, Schülergruppen und Privatpersonen – zugänglich gemacht.

Erinnerungen von bislang 3.250 Menschen

Einsender aus ganz Deutschland schicken nicht nur Funde aus Nachlässen, die bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zurück reichen, ins Deutsche Tagebucharchiv. Es treffen auch regelmäßig vielfältige Aufzeichnungen von Zeitgenossen ein. Der Wunsch, noch zu Lebzeiten mit den Erfahrungen und Eindrücken gehört bzw. gelesen zu werden, kann hier erfüllt werden.

Bisher wurden im Deutschen Tagebucharchiv autobiographische Dokumente von über 3.250 Autoren gesammelt. Dabei handelt es sich um einzelne kleine Tagebücher – aber auch um Lebenswerke von mehreren tausend Seiten. Der Gesamtbestand setzt sich mittlerweile aus rund 13.000 Tagebüchern, Lebenserinnerungen und Briefwechseln zusammen. Zwei Drittel davon sind mit Hilfe einer Datenbank mit über 3.500 Einträgen recherchierbar.

Viele weitere Recherche-Quellen finden Sie in diesem umfassenden Artikel.

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