Wie 2000 Jahre alte Tipps aus China die Fragen an das Leben in London, Afrika und anderswo beantworten

BücherclubJuni

Ein lauer Wind weht durch das Literaturhaus in München. Sechs Frauen genießen kühle Getränke, kleine kulinarische Köstlichkeiten und literarische Highlights fernab aller Bestsellerlisten. Hier die Empfehlungen für Bücherschätze von den klugen Bücherclub-Frauen im Juni:

Los gings mit einem englischen Buch: In Bill Bryson‘s African Diary beschreibt der Autor, wie er durch eine Afrika-Reise, die er für die Hilfsorganisation Care gemacht hat, sein Bild des Landes revidiert. In nur 60 Seiten gibt er Einblicke in das Land und seine Kuriositäten und verführt die Leser zum Schmunzeln.

Das Schmunzeln gefror uns im Gesicht, als wir von der nächsten Buchempfehlung hörten: Der französische Autor Robert Merle hat in seinem Buch „Der Tod ist mein Beruf“ ein Psychogramm eines KZ-Aufsehers gezeichnet. Inspiriert vom Tagebuch des Lagerkommandanten Rudolf Höß schrieb Merle diesen Roman aus Tätersicht. Die Psychostudie schildert Familienleben und Werdegang von Rudolf Höß und zeichnet ein umfassendes Bild seiner Emotionslosigkeit.

Ein Buch zum Weinen und Lachen ist „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ des amerikanischen Autors John Green. Zwei krebskranke Teenager verlieben sich in diesem tiefgründigen, emotionalen und zugleich frechen Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Unser nächstes Buch wurde vor kurzem in eben jenem Literaturhaus in München vorgestellt, in dem wir gerade unsere Limonaden schlürften: In „Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ erzählt die Journalistin Meike Winnemuth ihre Geschichte. Nach ihrem Gewinn bei „Wer wird Millionär?“ entscheidet sie sich, 12 Monate um die Welt zu gondeln. Sie berichtet über Aha-Erlebnisse, Kulturschocks, den Rausch der Freiheit und Überraschungen, die man mit sich selbst erlebt. Am Ende stellt sie sogar fest, dass sie den Geldgewinn gar nicht gebraucht hätte, sondern ihre Weltreise schon viel früher hätte machen können und sollen.

Weil nicht jeder seine Lebensgeschichte so lebendig aufschreiben kann wie Meike Winnemuth, bietet der Büchermarkt Hilfestellungen für das Festhalten von Erinnerungen: In „Mama, erzähl mal: Das Erinnerungsalbum deines Lebens“ stellt Elma van Vliet all die Fragen, die wir unseren Eltern immer schon mal stellen wollten – und viel Platz, um die Antworten aufzuschreiben. Alles über Kindheit, Liebe, Freizeit und Persönliches: Was wolltest du werden, als du klein warst? Wer war deine erste große Liebe? Ausgefüllt wird dieses Geschenk zu einem wertvollen Erinnerungsbuch. Auf www.epubli.de/erzaehlmal kann man sogar sein individuelles Erzähl mal-Buch erstellen und in beliebiger Anzahl drucken lassen. Das Buch gibt es auch in den Varianten Papa, Oma, Opa, Liebling, erzähl mal.

Wem die autobiografische Arbeit Spaß macht und wer sich selbständig mit seiner Biographie beschäftigen möchte, findet inspirierende Anleitung dazu in den Büchern von Gudrun Burkhard „Das Leben in die Hand nehmen: Arbeit an der eigenen Biographie“ und „Schlüsselfragen zur Biographie: Ein Arbeitsbuch“. Die Bücher orientieren sich in ihren Fragestellungen an der anthroposophischen Biographiearbeit und durchleuchten das Leben in Jahrsiebten.

Ein besonderes Leben mit einer koch- und feierfreudigen Familie hat die Vintage-Ikone, Kuchenbäckerin, Image-Beraterin und Stylistin aus East-London Angel Adoree zu ihren wunderbaren Büchern inspiriert. In “The Vintage Tea Party Year“ oder “Vintage Tea Party: So gelingt die perfekte Tea Party” verbindet sie Lifestyle, Kochrezepte, Kopiervorlagen und Deko- sowie Frisuren-Anleitungen zu einem amüsanten Retro-Ratgeber.

London ist auch Schauplatz des nächsten Buches: In seinem Roman „Kapital“ zeichnet John Lanchester ein Bild des Großstadtlebens in Zeiten der Finanzkrise: Alle Bewohner der Pepys Road suchen nach ihrem Glück: Roger Yount ist erfolgreicher Banker mit zwei Kindern und einer verwöhnten Ehefrau. Dass er nicht die erwartete 1 Mio. Pfund Jahresprämie erhält, stürzt die Familie in eine Krise. Nebenan zieht die senegalesische Fußballhoffnung Freddy Kamo mit seinem Vater ein. Petunia Howe lebte schon in der Pepys Road, als diese noch eine einfache Arbeiterstraße war. Ein pakistanischer Kioskbesitzer steht unter Terrorverdacht, die nigerianische Politesse ohne Arbeitserlaubnis schreibt Strafzettel und der polnische Handwerker Zbigniew liebt die Frauen, und die Frauen lieben ihn. An einem ganz normalen Tag liegt bei allen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine Nachricht im Briefkasten: „Wir wollen, was ihr habt.“ Ein Roman voller Mitgefühl und Humor.

Das nächste Buch führt uns nach China. „Die Kunst des Krieges“ von Sunzi. Was uns die China-Expertin Susanne Brudermüller Spannendes über die Strategie- und Führungsratschläge aus diesem 2000 Jahre alten Buch berichtete, hat sie heute in ihrem Blog erzählt.

Auch unser letztes Buch ist wegweisend in Sachen Führung und Strategie: „Die Aufgaben der Seele: Die göttliche Kraft in Dir“ von Sonia Choquette gibt jede Menge nützlicher Anleitungen, wie man mit Situationen gut zurecht kommt und wie man seinem Auftrag in dieser Welt gerecht werden kann. In 22 Lektionen lernt man, seinen Auftrag zu erkennen und sein Leben danach auszurichten.

Ein wunderbarer Abend mit inspirierenden Gesprächen und weisen Frauen. Haben Sie auch einen Bücherclub?

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