Wie Sie Frauen und Männer korrekt in Texten ansprechen

Ansprache Frauen Männer

Liebe Leserinnen, liebe Leser! Oder: Liebe LeserInnen? Sie kennen die sprachlichen Verrenkungen, die den Schreibenden und Lesenden im täglichen Text begegnen. Sogar die deutsche Straßenverkehrsordnung hat sich darüber Gedanken gemacht und vom 1. April 2013 an geschlechtsneutrale Formulierungen eingeführt. Was wir aus dem Verkehrsdeutsch lernen können, erfahren Sie in diesem Blogpost.

Nun, wer ein Fahrzeugführer war, der ist jetzt wer. Nämlich „wer ein Fahrzeug führt“. Aus einem Verkehrsteilnehmer wird ein „wer am Verkehr teilnimmt“, ein Fußgänger entwickelt sich zu „wer zu Fuß geht“. Hannover gar, weiß Spiegel Online zu berichten, will ganz auf die Fußgängerzone verzichten und macht gleich eine Flaniermeile daraus. Und die Radfahrer? Ganz klar: Wer ein Fahrrad führt, kommt in Zukunft sprachlich besser voran.

Für diejenigen, die am Verkehr teilnehmen, lassen sich die Sprachregelungen vielleicht noch anpassen. Aber wie sieht es bei Berufsbezeichnungen aus? Bei ApothekerInnen: „Wer ein Pharmaziestudium absolviert hat, um in einer Apotheke Medikamente zu verkaufen?“ oder bei LehrerInnen: „Wer ein Pädagogikstudium absolviert hat, um dann durch tonnenweise Hausaufgaben die Lehrtätigkeit auf die Eltern zu übertragen“? Sorry an dieser Stelle an alle guten und engagierten Lehrenden!

Lehrende? Ja, wieder ein neuer Weg: Bastian Pastewka löste das Problem der politisch korrekten Ansprache von Frauen und Männern schon sehr früh richtig: Mit „Liebe Liebende!“ begrüßte er Ende der Neunziger in der Figur des Brisko Schneider seine Zuschauer in der Wochenshow. Wer korrekt Verkehrsdeutsch spricht, nimmt seine Anregungen auf: Fahrzeugführer werden zu Fahrzeugführenden, Verkehrsteilnehmer zu am Verkehr Teilnehmende, Fußgänger werden zu zu Fuß Gehenden, Radfahrer zu Rad Fahrenden.

Ja, es bleibt kompliziert! Nicht immer werden Texte dadurch leichter lesbar. Wer es richtig machen möchte, freut sich über diesen Link der Gesellschaft für Informatik, denn sie hat eine hilfreiche Broschüre unter dem Titel „Gleichbehandlung im Sprachgebrauch – Reden und Schreiben für Frauen und Männer“ herausgebracht. Darin finden sich eine Fülle von Anregungen für das tägliche Schreiben und Sprechen mit männlichen Pronomen, Frauen in Fußnoten, die Verwendung des Binnen-I’s oder von Schrägstrichkonstruktionen sowie Textbeispiele. Da wird aus dem Ansprechpartner die Kontaktperson und aus der Rubrik „Einwohner“ die Rubrik „Bevölkerung“! Wer Veranstalter ist, der schreibt einfach „veranstaltet von“ und wer über den Mitbewerber schreibt, der nutzt das Wort Konkurrenz. IT-Anbieter mutieren zu IT-Anbietenden, wer einen Dienstleister sucht, findet ein Dienstleistungsunternehmen und wer eine Teilnehmergebühr verlangt, spricht einfach über eine Tagungsgebühr. Das klingt doch ganz vernünftig.

Kennen Sie weitere nützliche Quellen für gute Tipps zu gerechter Sprache? Dann freue ich mich auf die Hinweise aller Kommentierenden!

Ein Kommentar zu “Wie Sie Frauen und Männer korrekt in Texten ansprechen

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